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Schweiz Der Widerstand gegen das Plastik-Recycling bröckelt

Plastik-Recycling ist in den Staaten rund um die Schweiz seit Jahren gang und gäbe. Recherchen von Radio SRF zeigen: Jetzt sind selbst ehemals grosse Gegner des Plastik-Recyclings bereit, umzudenken.

Einwurf für Plastikflaschen in einem Supermarkt.
Legende: Bis jetzt ist Plastik-Recycling in der Schweiz nur an einzelnen Orten möglich. Keystone

Bis vor zwei Wochen schrieb das Bundesamt für Umwelt auf seiner Homepage, dass die Gemeinden gemischte Kunststoffabfälle aus den Haushalten besser nicht sammeln sollten. Es sei zu teuer und man finde kaum Abnehmer für das Plastik.

Plastik recyceln ist ein Bedürfnis

Einige Gemeinden und Kantone machten es trotzdem. Und jetzt schreibt das Bafu: Plastik sammeln und rezyklieren ergebe grundsätzlich Sinn und sei viel besser, als Plastik zu verbrennen. Michael Hügi, der Abfallspezialist beim Bundesamt, will nicht von einem Richtungswechsel sprechen, aber die praktischen Erfahrungen in den Kantonen seien positiv: «Wir spüren einen Druck aus der Bevölkerung, möglichst ökologische Sammlungen einzuführen. Die Leute sind auch bereit, zu einem gewissen Grad dafür zu bezahlen.»

Neben dem kostenpflichtigen Abfallsack gibt es an immer mehr Orten einen zweiten, günstigeren Sack, speziell für Plastik und Getränkekartons. Dieser Abfall fehlt dann aber in den Kehrichtverbrennungsanlagen. Bei Vertretern dieser Branche war denn auch bisher der Widerstand gross.

Müllverbrenner: «Uns tut das Recycling nicht weh»

Ruedi Kummer beispielsweise war ein erbitterter Gegner des Plastik-Recyclings. Der Geschäftsführer der neuen Kehrichtverbrennung der Innerschweiz ist aber bereit umzudenken. Grund sind die stark wachsenden Abfallberge: «Die Müllverbrenner sind weitgehend ausgelastet. Der Kunststoff generiert keine Mengen, die uns wehtun.»

Lohnt sich das Plastik-Recycling?

Gemäss Kummers Berechnungen lohne sich Plastik-Recycling aber weder ökonomisch noch ökologisch. Andere Untersuchungen jedoch zeigen das Gegenteil: «Ich würde es sehr begrüssen, wenn man da die Wahrheit herausfinden würde!», sagt Kummer. Nur so könne ein «State of the Art» und eben auch ein neues Vorgehen festgelegt werden, an das sich dann die gesamte Branche halten könne. Selbst ehemals grosse Gegner des Plastik-Recyclings sind also nun bereit, umzudenken.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
    Beste Lösung: Mehrwegbehälter. Wenn in den Supermärkten darauf vertraut wird, dass die Konsumenten im Offenverkauf von Früchten und Gemüse die Mengen in den Plastiksäcken richtig abwiegen, dann ist dasselbe auch mit standardisierten Mehrwegbehältern möglich. Ohne die gesetzlichen Bestimmungen zu kennen, sehe ich diese Möglichkeit auch für Fertigsalate und ähnliche Produkte aus der Convenience Food-Abteilung. Ich wäre sogar bereit, dafür an einer Theke anzustehen.
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  • Kommentar von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
    Beste Lösung: Mehrwegbehälter. Wenn in den Supermärkten darauf vertraut wird, dass die Konsumenten im Offenverkauf von Früchten und Gemüse die Mengen in den Plastiksäcken richtig abwiegen, dann ist dasselbe auch mit standardisierten Mehrwegbehältern möglich. Ohne die gesetzlichen Bestimmungen zu kennen, sehe ich diese Möglichkeit auch für Fertigsalate und ähnliche Produkte aus der Convenience Food-Abteilung. Ich wäre sogar bereit, dafür an einer Theke anzustehen.
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  • Kommentar von Thomas Steiner (Thomas Steiner)
    Wenn ich eine Flasche Wasser kaufe, trinke ich vielleicht eine Stunde davon. Bis die Flasche natürlich abgebaut wird dauert es 500 Jahre. Die Probleme mit Plasikmüll werden also hunderte von Jahren bestehen bleiben. Es liegt aber auch an uns wie gravierend diese Probleme sind. Aktuell gelangen 8 Millionen Tonnen Plasikmüll pro Jahr in die Meere.
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