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Ein Junge beim Hausputz.
Legende: Ein Junge beim Hausputz. Vor allem die junge Bevölkerung verlässt Eritrea in Richtung Europa. Reuters
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Schweiz Die Angst vor dem Militärdienst

47'000 Eritreer haben im vergangenen Jahr ihr Land verlassen und sich auf den Weg nach Europa gemacht. Weshalb die Afrikaner flüchten, wo sie in der Schweiz leben und weshalb darüber diskutiert wird, ob sie wirklich Flüchtlinge sind: ein Überblick.

Eritrea ist ein Staat im Nordosten von Afrika. Das Land grenzt an den Sudan, Äthiopien, Dschibuti und an das Rote Meer. Es ist mit rund 121'000 Quadratkilometer fast dreimal so gross wie die Schweiz und beherbergt etwa 6,4 Millionen Menschen.

Wer herrscht über das Land?

Nach dem Unabhängigkeitskrieg zwischen 1961 und 1991 gegen Äthiopien wurde in Eritrea eine präsidiale Republik ausgerufen. Zwar wurde 1997 eine Verfassung erlassen, diese trat jedoch nie in Kraft. Auch Wahlen gab es seit 1991 nie, die Nationalversammlung setzt sich aus Mitgliedern der Partei des Präsidenten zusammen. Staats- und Regierungschef ist Isayas Afewerki.

Weshalb verlassen die Eritreer ihr Land?

Seit dem Unabhängigkeitskrieg kam es in Eritrea immer wieder zu Kämpfen: Die Beziehung zwischen Eritrea und Äthiopien ist problematisch, es geht in erster Linie um Gebietsansprüche. Ausserdem ist es laut dem jüngsten UNO-Bericht insbesondere der Militär- und Nationaldienst, vor dem viele Eritreer flüchten. Dieser dauert offiziell 18 Monate, kann allerdings auf unbeschränkte Zeit verlängert werden.

Wie viele Eritreer flüchten aus ihrem Land?

Im Jahr 2015 beantragten über 47'000 Eritreer in Europa Asyl. Bis September 2016 gingen allein in der Schweiz 3155 Asylgesuche ein – mehr als aus jedem anderen Land. Seit 2006 waren es insgesamt fast 40'000 Asylgesuche aus Eritrea.

Legende:
Asylgesuche von Eritreern der letzten 6 Jahre Staatsekretariat für Migration (SEM)

Wie viele Eritreer leben in der Schweiz?

Gemäss jüngster Zahlen leben knapp 19'000 Eritreer in der Schweiz.

Weshalb will der Bundesrat die Partnerschaft mit Eritrea eingehen?

Von den über 15'000 Eritreern, die derzeit im Asylprozess sind, wurden fast 5'500 vorläufig als Flüchtlinge aufgenommen. Hier ist der grosse politische Streitpunkt: Für einige Parteien sind Eritreer nicht politische Flüchtlinge, sondern Wirtschaftsflüchtlinge. Diese hätten keinen Anspruch auf Asyl und müssten zurück in ihr Land.

Flüchtlingsorganisationen befürchten hingegen, dass Eritreer bei einer Rückschaffung um ihr Leben fürchten müssen. Auch die Untersuchungskommission für Menschenrechte in Eritrea unterstützt diese These: Willkürliche Verhaftung, Folter, Diskriminierung und Gewalt kommen im ostafrikanischen Land noch immer vor. Auch Verbrechen gegen die Menschlichkeit wirft die Kommission Eritrea vor. Der Bundesrat will Eritrea zu einem Schwerpunktland für die schweizerische Entwicklungszusammenarbeit machen. So könne die Entwicklung des Landes genau beobachtet werden, andererseits will der Bundesrat mit gezielten Engagements die Migrationsströme in der Region angehen.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Jürg Sand  (Jürg Sand)
    Was Flüchtlingsorganisationen "befürchten" wissen wir bestens, nämlich, dass ihnen Job und Geld ausgehen, falls hier die Tagträumer und Wochenendsurfer endlich aufwachen. Das geschieht spätestens dann, wenn man nicht mehr umhin kommt, den Gürtel für die "Gäste" enger zu schnallen.
    1. Antwort von robert mathis  (veritas)
      J.Sand für die "Gäste " den Gürtel enger schnallen? Ich denke dass man das eher uns zu mutet, Steuererhöhungen sind schon Alltag.
  • Kommentar von paul waber  (sandokan)
    War letzthin wieder mal im Bahnhof Zürich unterwegs. Was auffällt sind die zahllosen jungen Eritreer, welche alle mit Turnschuhe und Nike-Rucksäcken, einem modernen Handy in der Hand und weissem Ohrstöpsel ziellos herumstehen...Seltsames Bild!
    1. Antwort von Jürg Sand  (Jürg Sand)
      Seltsame Zeit, irgendwie wie in einem verrückten Traum oder auf einem LSD-Trip!
  • Kommentar von Edi Steinlin  (stoni)
    Bei diesem schwachen Bundesrat, den wir seit langem haben wird nichts passieren. Die sogenannten Flüchtlinge tanzen uns auf der Nase herum, unsere linken und grünen Freunde betreuen sie in Heerscharen und wir stehen um 0530 Uhr auf und gehen arbeiten und bezahlen den Schwachsinn. Schliesslich holt unsere Frau Sommeruga noch 2 bis 3 Mal im Jahr tausende per "ex güsi" ins Land und wir schauen hilflos zu.