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Höchster Schweizer Die Autogrammkarten sind bereit

Am Montag dürfte der Zürcher SVP-Politiker Jürg Stahl zum Nationalratspräsidenten gewählt werden – und damit zum höchsten Schweizer im Land.

Krawatte, blauer Anzug, ein Lachen im Gesicht. So präsentiert sich Jürg Stahl auf seinen Autogrammkarten. «Präsident des Nationalrates» steht neben seinem Namen. Die Karte ist seit kurzem auf der Webseite des Parlaments aufgeschaltet – nicht zur Freude des 48-jährigen SVP-Politikers. «Mich stört das, ich bin ja noch gar nicht gewählt.»

Dass Stahl zum Nationalratspräsident gewählt wird, daran gibt es aber kaum Zweifel. Seine Wahl gilt als reine Formsache: Seit zwei Jahren amtet der Zürcher als Vizepräsident der Grossen Kammer, zuletzt als Stellvertreter von Christa Markwalder.

Von ihr habe er viel gelernt, sagt Stahl, der seit 17 Jahren für die Zürcher SVP im Nationalrat sitzt und in der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit Mitglied ist. «Als Ratspräsident muss man wissen, welche Diskussion ausarten könnte. Eine gute Vorbereitung ist deshalb wichtig.»

Ich muss schauen, dass sich alle korrekt behandelt fühlen.
Legende: Video Jürg Stahl ist neuer Präsident von Swiss Olympic abspielen. Laufzeit 00:16 Minuten.
Aus 10vor10 vom 25.11.2016.

Einen geordneten Ratsbetrieb zu garantieren, sieht Stahl denn auch als eine der Kernaufgaben seiner Präsidentschaft. Dazu gehöre auch, dass er seine eigene politische Meinung in den Hintergrund stelle. Auch, wenn es um Themen wie die Masseneinwanderungsinitiative geht, das seiner Partei wichtig ist. «Fairness ist wichtig. Ich muss schauen, dass sich alle korrekt behandelt fühlen.»

Jürg Stahl beschreibt sich selber als «unspektakulärer Politiker». Neben seinem politischen Amt arbeitet der gelernte Drogist und Familienvater als Direktionsmitglied bei der Versicherungsgesellschaft Groupe Mutuel. Daneben engagiert er sich für den Sport – als neu gewählter Präsident von Swiss Olympics etwa oder als Präsident der Parlamentarischen Gruppe Sport.

Ich bin nicht der ‹Superman›, der alleine alles stemmen kann.

Hat er keine Angst, dass ihm mit dem neuen Amt alles zu viel wird? «Nein», meint Stahl. Zwar habe er Respekt vor der Mehrfachbelastung, aber: «Wenn ich es mir nicht zutrauen würde, würde ich nicht antreten.»

Mann, der am Rednerpult steht mit erhobenem Zeigfinger
Legende: Stolzer Schweizer: Jürg Stahl politisiert seit 17 Jahren für die Zürcher SVP im Nationalrat. Keystone

Wenn er gewählt wird, will Stahl trotzdem sein Arbeitspensum reduzieren. Und er setzt auf eine gute Zusammenarbeit im Team – sei es bei der Arbeit oder im Parlament: «Ich bin nicht der ‹Superman›, der alles alleine stemmen kann.»

Start der Wintersession

Am Montag beginnt die Wintersession des Parlaments. Behandelt werden unter anderem diese Themen:

Schuldenbremse 2017 – 2019
Der Bundesrat will jährlich bis zur einer Milliarde Franken einsparen. Das Parlament muss festlegen, in welchen Bereichen gespart werden soll.

Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative
Zur Debatte steht unter anderem eine Meldepflicht für freie Stellen und, ob sich die Umsetzung der Initiative mit dem Freizügigkeitsabkommen mit der EU vereinbaren lässt.

Altersvorsorge 2020
Wie kann das Rentenniveau aufrechterhalten werden? Zur Debatte stehen die Erhöhung des Rentenalters auf 67 Jahre oder 70 Franken mehr Rente.

Bankgeheimnis
Zur Diskussion steht ein Gegenvorschlag zur SVP-Volksinitiative «Ja zum Schutz der Privatsphäre». Diese verlangt, dass das Bankgeheimnis im Inland in der Verfassung festgeschrieben wird.

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