Zum Inhalt springen
Inhalt

Schweiz «Die Geflügelhalter sind besser auf die Vogelgrippe vorbereitet»

Die Vogelgrippe ist auch in der Schweiz wieder aufgetreten. Die Erinnerungen an die Vogelgrippe von vor zehn Jahren werden wieder wach. Diesmal handelt es sich allerdings um ein anderes Virus, das Menschen nicht gefährdet. Wie können die Erfahrungen, die man bereits gemacht hat, genutzt werden?

Tote Ente auf dem Bodensee
Legende: Wie vor zehn Jahren: Aus dem Bodensee werden Kadaver von an Vogelgrippe verendeter Enten geborgen. Keystone/Archiv

SRF News: Ist das neue Virus für die Vögel gefährlicher als das vor zehn Jahren?

Christian Griot: Insbesondere für Wildvögel scheint es eine höhere Gefährlichkeit zu haben. Für das Nutzgeflügel sind beide Viren gleich gefährlich. Wenn das Virus im Bestand auftritt, tötet es das Geflügel innerhalb von drei Tagen.

Dieses Virus schlägt sehr schnell zu?

Ja, und deshalb kann der Tierhalter auch so schnell reagieren, weil es so tödlich ist.

Sie waren schon vor zehn Jahren Leiter eines internationalen Vogelgrippe-Forschungsprojekts am Bodensee. Können Sie die Erkenntnisse von damals wieder brauchen?

Ja. Es wurde damals eine DVD produziert, die dem Tierhalter die Krankheit näherbringt. Das andere ist, dass wir gemerkt haben, dass internationale Absprachen enorm wichtig sind, und wichtig ist auch, dass die Massnahmen die gleichen sind.

Damals hat man festgestellt, dass gerade die Geflügelhalter überhaupt nicht über die Gefährlichkeit der Vogelgrippe informiert waren. Ist das jetzt besser?

Ich würde davon ausgehen, dass die Geflügelhalter jetzt viel besser auf die Seuche vorbereitet sind.

Wieso ist die Vogelgrippe wieder zurückgekommen?

Wir wissen es noch nicht genau. Dieses Virus ist zum ersten Mal 2014 in Südkorea aufgetreten. Dann war lange Zeit Ruhe. In den letzten zwei oder drei Wochen ist es an einigen grossen Seen in Europa wieder aufgetreten.

Ist das der Anfang einer neuen Vogelgrippewelle?

Das kann sein. Aber es ist zu früh zum Spekulieren.

Christian Griot

Griot ist Leiter des Eidgenössischen Instituts für Virologie und Immunologie. Er ist Privatdozent und promovierter Tierarzt.

Lepra bei Eichhörnchen

Forscher haben in roten Eichhörnchen in Grossbritannien Lepra-Bakterien entdeckt – ähnlich jenen, die bei Menschen im Mittelalter nachgewiesen wurden. Das Risiko, sich anzustecken, sei aber klein, sagt Wissenschaftsredaktorin Anita Vonmont. «Eichhörnchen sind scheue Wildtiere, die man nicht streichelt und füttert – man sollte jedenfalls nicht.»

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

2 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Christa Wüstner (Saleve2)
    War das nicht die Vogelgrippe, die vor 10 Jahren diese Massenhysterie auslöste? Ich habe da auch mitgemacht und für die ganze Familie Tamiflu von der Roche gekauft. Sogar Mundschutz war überall ausverkauft. Hoffentlich widdert die Pharmaindustrie nicht wieder ein Geschäft und behauptet, das Virus wäre doch auch für den Menschen gefährlich.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Weil die asiatischen Länder, in denen die Vogelgrippe vorkommt, unsachgemäss zur Verhütung der Verschleppung vorgehen, müssen wir, die westlichen Länder, das Problem ausbaden.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen