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Schweiz Die Grünen nehmen Anlauf fürs Wahljahr 2015

Die Lebensmittel in der Schweiz sollen stärker auf Ökologie und Tierfreundlichkeit ausgerichtet werden – die Grüne Partei will eine entsprechende Initiative lancieren. An der Delegiertenversammlung in Delsberg aber las Parteipräsidentin Regula Rytz den Bürgerlichen zuerst mal die Leviten.

Legende: Video Grüne beschliessen Initiative zu lancieren abspielen. Laufzeit 1:43 Minuten.
Aus Tagesschau vom 25.01.2014.

Die Grünen wollen den Bund verpflichten, die Produktion und den Import von Lebensmitteln stärker auf Ökologie und Tierfreundlichkeit auszurichten. Die Partei hat an der Delegiertenversammlung im jurassischen Delsberg eine Volksinitiative auf den Weg gebracht. Der Entscheid fiel mit 132 zu 10 Stimmen bei 21
Enthaltungen.

Laut Initiativ-Text sollen auch importierte landwirtschaftliche Erzeugnisse mindestens die Standards der Schweizer Landwirtschaft erfüllen. Das Angebot von hochwertigen und nachhaltigen Lebensmitteln soll aus fairem Handel und aus bäuerlichen Betrieben gefördert werden.

Grünen-Präsidentin Reguly Rytz rief zudem die Parteimitglieder auf, sich dafür einzusetzen, dass die Partei künftig unter der Bundeshauskuppel stärker vertreten ist. Keiner anderen Partei sei es in den vergangenen 30 Jahren so erfolgreich gelungen, Themen auf das politische Parkett zu bringen. «Ohne Druck von unserer Seite hätte es in der Umwelt- und Sozialpolitik keine Fortschritte gegeben», sagte die Bernerin vor den über 160 Delegierten.

Rytz gibt sich kämpferisch

Doch wenn die Grüne Partei ihre Ziele durchbringen wolle, müsse sie auch in der Lage sein, bei der Umsetzung eine Rolle zu spielen. «Das bedeutet konkret, dass die Grünen stärker werden müssen», sagte Rytz mit Blick auf die eidgenössischen Wahlen im Jahr 2015.

Bezogen auf den sich verschärfenden Klimawandel fand Rytz klare Worte: «Dürren, Fluten, Wetterextreme werden das Leben der Menschen prägen, und die Ressourcen der Erde werden in vielen Regionen ausgereizt sein.» Angesichts der Probleme gäbe es genug Grund, um zu handeln. «Doch der Bundesrat und die bürgerlichen Parteien stecken lieber den Kopf in den Sand», so Rytz.

Unterdessen seien fast alle Parteien «grün» geworden, meinte sie ironisch. «Doch wenn es wirklich darauf ankommt, ist von dieser grünen Welle nicht mehr viel zu sehen.»

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29 Kommentare

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  • Kommentar von H. Bernoulli, Zürich
    So lange man die Mär der Überbevölkerung als Ursache der Probleme sieht, wird man nicht fähig sein, andere Ursachen zu sehen und entsprechend zu handeln. Die Konsequenzen werden entsprechend sein, weil man verpassen wird, die not-wendigen Reformen anzupacken. Die Ansicht, die Überbevölkerung sei das Problem, macht Blind für für die wirklichen Ursachen!
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  • Kommentar von H. Bernoulli, Zürich
    Nochmals an alle, welche die Überbevölkerung als Ursache der Umwelt- und Ressourcenbelastung sehen: die USA - als Beispiel für eine Industrienation - verbrauchen mit 5% der Weltbevölkerung 25% der Ressourcen! Und benötigen ein Wachstum von mind. 3% um nicht in eine ökonomische Krise zu geraten - d.h. in 23 Jahren müssen sie 50% der Ressourcen verbrauchen können! Die Erde mag längst alle Erdenbewohner ernähren und für alle zu einem glücklichen Leben nachhaltig die Grundlagen liefern!
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  • Kommentar von H.Bernoulli, Zürich
    CB sagte selbst, durch die Annahme der MEI sollen der Wirtschaft keine Arbeitskräfte mangeln. Wer mit grünen Argumenten der SVP auf dem Leim gekrochen ist, da kann man nur noch den Kopf schütteln. Die SVP ist durch und durch verlogen, ihr geht es nur ums Geld, skrupellos. Siehe engagement der SVP dafür, dass Kulturland nicht in Bauland umgezont wird! Siehe Steuerdumping für Ausländer und ausländische Firmen usw. Die SVP ist die pure Gegenthese einer grünen Partei!
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