Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Video Die Schweiz ist ein Veloland abspielen. Laufzeit 01:43 Minuten.
Aus Tagesschau vom 24.06.2019.
Inhalt

Die Velo-Zukunft der Schweiz Soll der rechteste Meter der Fahrbahn dem Velo gehören?

Der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) hat in Bern eine ganze Reihe von konkreten Vorschlägen für die Velo-Zukunft der Schweiz präsentiert.

Vier Forderungen des Verkehrs-Clubs der Schweiz (Auswahl):

  • Eigene Wege für Velos oder zumindest eigene Fahrstreifen für Velos.
  • Realisierung eines Alltags-Netzes (für direkte, sichere, befestigte Wege von A nach B) und eines Freizeit-Netzes (für genussvolles Velofahren als Ausflugs- und Familienerlebnis) für Velos.
  • Der rechteste Meter der Fahrbahn muss dem Velo gehören. Die motorisierten Verkehrsteilnehmende dürfen diesen nur in Ausnahmefällen befahren.
  • Beim Überholen müssen Fahrzeuge mit Motoren einen Abstand von mindestens anderthalb Metern einhalten.

Damit diese Velo-Offensive gelingt, forderte der VCS den Bund auf, in Zusammenarbeit mit Kantonen, Gemeinden und Fachorganisationen einen behördenverbindlichen Masterplan zu erarbeiten. Dieser Masterplan müsse alle politischen Ebenen in die Verantwortung nehmen, Synergien nutzen und Ziele und Fristen festlegen zum angepeilten Mindestanteil des Velos am Verkehr.

Den nötigen Schub verleihen soll dem Masterplan eine Anschubfinanzierung, beispielsweise über die Agglomerationsprogramme. Wer vom Bund finanzielle Unterstützung will, soll etwa das Velo im kantonalen oder kommunalen Richtplan verankern müssen. Dem VCS schwebt zudem eine Aufstockung der Abteilung Langsamverkehr im Bundesamt für Strassen (Astra) samt Umbenennung in Abteilung «Fuss- und Veloverkehr» vor.

Bund muss Vorbildrolle übernehmen

Zudem muss der Bund laut VCS eine Vorbildrolle bei der Um- und Neugestaltung von Velo gerechten Knoten bei Autobahnanschlüssen übernehmen. Dazu gehörten durchgehend befahrbare Unter- oder Überführungen auf Veloschnellrouten und -Hauptverbindungen bei Nationalstrassen und Bahngeleisen.

VCS-Präsident Ruedi Blumer sagte, es brauche in der Schweiz ein Basis-Netz für den Alltagsverkehr, das die Hauptorte verbinde. Dieses müsse vom Bund definiert werden. An den Kantonen sei es dann, darauf basierend ein Ergänzungsnetz Veloverkehr zu definieren.

73,6 Prozent Ja für Bundesbeschluss Velo

Blumer hatte an vorderster Front für den direkten Gegenentwurf zur Veloinitiative gekämpft, der vom Stimmvolk am 23. September 2018 mit einem Ja-Anteil von 73,6 Prozent gutgeheissen wurde. Die Initianten hatten ihr Begehren zugunsten des Gegenvorschlags des Parlaments zurückgezogen. Die Initiative hätte den Bund verpflichtet, Velowege finanziell zu fördern.

Der Artikel, der schliesslich vom Stimmvolk angenommen wurde, erlaubt dem Bund, Fördermassnahmen zu unterstützen, schafft aber keine neuen Subventionen. Konkret kann der Bund künftig Kantone und Gemeinden unterstützen und koordinieren. Das Parlament erhielt den Auftrag, ein Velogesetz zu formulieren, das Fahrradwege mit Fuss- und Wanderwegen gleichstellt.

Der Verband Pro Velo Schweiz, der den Bundesbeschluss vor Jahren ins Rollen gebracht hatte, erwartete noch am Abstimmungssonntag viel: In zehn Jahren sollen alle Kantone über entsprechende Richt- oder Sachpläne verfügen

Legende: Video Aus dem Archiv: Velo soll in die Verfassung abspielen. Laufzeit 00:33 Minuten.
Aus Tagesschau vom 12.09.2018.
Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

60 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Ulrich Heimberg  (AULI)
    Leider steht der Velofahrer in Konkurrenz zu zunehmend unnötig grossen und schweren Automobilen. Der SUV-(Panzer)Boom ist nicht nachvollziehbar, werden diese Karren doch hauptsächlich dazu benutzt, um Kinder zur Schule zu fahren oder 1 Person zur Arbeit zu bringen. Zudem werden gerade von diesen Verkehrsteilnehmern zu kleine Strassen und Parkplätze reklamiert. Es fehlt die Einsicht, dass Strassen grösser wurden und PP seit jeher die selben Mindestmasse aufweisen. Es gibt genügend Kleinwagen !
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Felix von Wartburg  (felitsche)
    Vor 150 Jahren, als es noch keine Autos gab, gehörten Strassen zu 100 Prozent den Pferdekarren, den Fussgängern und Radfahrern. Ein Fahrrad war kein Verkehrsmittel. Das 1. SVG stellte 1932 hob das Fahrrad (4 Paragraphen) mit dem motorisierten Verkehr (29 Paragraphen) auf gleiche Höhe. Nun war das Velo plötzlich ein Verkehrsmittel. Die damalige Fehleinstufung wirkt bis heute nach. Ein Fahrrad hat nichts mit ein-, zwei-, oder Dreissigtönnern gemeinsam. Ein Fahrrad ist ein Fussgänger auf Rädern.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Richard Limahcer  (Limi)
    Es gäbe eine ganz einfache Lösung. Es fahren alle nur noch Fahrrad. Ich werde es wahrscheinlich nicht mehr erleben, aber in etlichen Jahrzehnten wird nichts anderes übrig bleiben, nachdem aller Treibstoff verfahren wurde.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen