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Ferngesteuerte autonome Fahrzeuge
Aus Tagesschau vom 18.05.2021.
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Die Zukunft des Schweizer ÖVs Kein Chauffeur an Bord: Freiburg testet ferngesteuerte Busse

Erstmals sollen in Freiburg selbstfahrende Busse ohne Personal fahren. Möglich macht es eine Fernsteuerung.

Es wäre eine Schweizer Premiere: In Freiburg sollen einst selbstfahrende Busse ohne Personal unterwegs sein. Bei allen anderen Schweizer Versuchsprojekten mit automatisierten Fahrzeugen muss zwingend ein Fahrer oder eine Fahrerin dabei sein. Diese Person greift im Notfall ein und stoppt oder steuert das Fahrzeug. Beim Versuch in Freiburg soll das Fahrzeug via Fernsteuerung kontrolliert werden.

Kleines oranges Fahrzeug mit Kameras.
Legende: Getestet wird mit diesem Fahrzeug. Auf allen Seiten ist es mit Sensoren und Kameras ausgerüstet. Oliver Kempa/SRF

Dank den Sensoren kann das Fahrzeug selber fahren. Zur Sicherheit übermitteln die vier Kameras Videomaterial in Echtzeit ins Kontrollzentrum. Eine Person kann so im Kontrollzentrum mehrere selbstfahrende Busse überwachen. Damit könnte man Kosten sparen, sagt Projektleiter Roland Scherwey.

Vier Hochschulen und drei Transportunternehmen sind beteiligt

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Das ferngesteuerte Fahrzeug ohne Begleitperson ist ein Projekt der Freiburger Hochschule für Technik in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Wirtschaft Freiburg, der Universität Freiburg, der Berner Fachhochschule. Auch die Transportunternehmen SBB, CarPostal Schweiz sowie die Freiburger Verkehrsbetriebe TPF sind am Projekt beteiligt.

Ziel sei es nicht, den gesamten öffentlichen Verkehr mit diesem System auszurüsten, sagt Scherwey. Es gehe darum, Randgebiete zu erschliessen, die heute noch gar keine ÖV-Anbindung haben. «Weil eine Person mehrere Fahrzeuge überwachen kann, könnte man es sich leisten, auch abgelegene Orte mit Buslinien zu erschliessen.»

Ein Problem sind mögliche Hackerangriffe

Die Krux ist es, eine stabile Datenverbindung vom Bus ins Kontrollzentrum zu erstellen. Einerseits müssen die Videobilder ohne Aussetzer und ohne Verzögerung angezeigt werden, damit die Kontrollperson im Fall der Fälle rechtzeitig eingreifen kann.

Es darf sich niemand ins System hacken um die Kontrolle der Fahrzeuge zu übernehmen.
Autor: Roland ScherweyProjektleiter

Und die Datenverbindung müsse auch gegen Cyberangriffe geschützt sein, sagt Projektleiter Scherwey: «Es darf natürlich nicht möglich sein, dass ein Hacker die Kontrolle über das Fahrzeug übernimmt.»

Soziale Akzeptanz fehlt noch

Noch ist die Idee vom selbstfahrenden Bus im ÖV Zukunftsmusik. «Die Technologie ist noch nicht so weit, dass diese Systeme in den nächsten ein zwei Jahre flächendeckend eingesetzt wird», sagt Uwe Schlosser, Mobilitätsexperte beim Büro für Mobilität in Bern. Auch die gesetzliche Grundlage fehlt noch. Trotz Fernsteuerung wäre es heute noch nicht erlaubt, Busse ganz ohne Personal in den Verkehr zu schicken.

Eine grosse Hürde dürfte auch die soziale Akzeptanz sein. Projektleiter Roland Scherwey ist sich bewusst, dass viele heute noch skeptisch sind. Er hofft aber auf die jüngeren Generationen. «Wenn sie merken, dass sie einen Mehrwert haben, werden sie die neue Technologie nutzen.»

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 18. Mai 2021, 17:30 Uhr;

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28 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Hochuli  (Bruno Hochuli)
    Aus der Ferne werden diese Autos trotzdem gesteuert, warum sollte man da auf einen Chauffeur verzichten? Ein Chauffeur kann einem Passagier auch Auskunft geben und sonst oft helfen. Die menschheit scheint sich selber abzuschaffen, ihn braucht es immer weniger ob wir sowas wollen?
  • Kommentar von bert galzer  (galzer)
    Und ewig grüsst das Murmeltier. Wir müssen aufpassen, dass niemand in das System eindringt. Die ewiggestrigen Technikgläubigen meinen immer noch das geht. Es geht nicht. Es ist nur ein Frage der Zeit, dann fährt der Bus statt in Fribourg nach Nizza an den Strand und alle verantwortlichen meinen dann immer noch, das könne doch nicht sein.
  • Kommentar von Hans König  (Hans König)
    In einem öffentlichen Fahrzeug sollte immer eine Person an Bord sein, die im Notfall (gleich welcher Art) eingreifen kann.