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Alpinistengruppe abgestürzt Drei Personen am Piz Bernina gestorben

Legende: Video Das ist die Absturzstelle am Biancograt abspielen. Laufzeit 0:15 Minuten.
Vom 04.08.2017.
  • Am Piz Bernina in Graubünden ist am Donnerstag eine Dreier-Seilschaft abgestürzt.
  • Alle drei Personen wurden getötet.
  • Die Gruppe stürzte am Biancograt, auf 3600 Metern über Meer, rund 300 Meter in die Tiefe, wie die Bündner Polizei mitteilte.

Die Gruppe befand sich am Donnerstag kurz nach halb acht Uhr morgens auf der klassischen Aufstiegs-Route zum 4048 Meter hohen Piz Bernina, als sie in die Tiefe stürzte. Weitere Alpinisten beobachteten den Absturz und alamierten die Rettungskräfte.

Eine Rega-Crew konnte am Donnerstag nur noch den Tod der drei Personen feststellen. Aufgrund von Steinschlag beim Fundort war die Bergung der drei Abgestürzten am selben Tag zunächst nicht möglich – weder vom Boden noch von der Luft aus, schreibt die Kantonspolizei Graubünden. Erst am Freitagmorgen konnten sie durch einen Helikopter der Air Bernina sowie einem Rega-Arzt geborgen werden.

Welche Nationalität die Verunglückten haben und ob es sich um Männer oder Frauen handelt, konnte die Polizei bis jetzt nicht sagen. Die Identifikation sei im Gange.

Ungesicherte Bergsteigerin am Mittwoch abgestürzt

Erst am Mittwoch ist am Piz Bernina eine 32-jährige Frau abgestürzt. Die Staatsanwaltschaft Graubünden bestätigt auf Anfrage von SRF, dass die Bergsteigerin nicht angeseilt war. Ein Bergführer sei nicht dabei gewesen, sagt die Staatsanwaltschaft.

Aktuell herrschen im Gebirge wegen der grossen Hitze schwierige Bedingungen. Neben dem Gewitterrisiko erhöht der aufgeweichte Firnschnee die Gefahr von Abstürzen, wie Ueli Mosimann, Sicherheitsverantwortlicher des Schweizer Alpen-Clubs (SAC), auf Anfrage der Agentur sda erklärte.

Legende: Drei Bergsteiger sind am Piz Bernina in den Tod gestürzt. srf

5 Kommentare

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  • Kommentar von Stefan Huwiler (huwist)
    Das gehen am kurzen Siel ist genau dazu da, dass man einen Ausrutschenden noch halten kann bevor er stürzt. Ist er gestürzt, so ist die Wahrscheinlichkeit, dass er die ganze Seilschaft mitreisst wirklich sehr gross. Deshalb nützt eben Anseilen alleine nichts, man muss auch beherschen (und geübt haben) wie man die Partner konstant sichert, und im sicheren Gelände erfahren haben was eben nicht geht (z.B. erst 2 Meter fallen lassen). Dann ist es garantiert sicherer am Seil zu gehen als ungesichert.
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  • Kommentar von Raphael Roth (raphsen)
    Da sieht man mal wie gefährlich es sein kann solche Routen (bei denen man kaum Sicherungspunkte hat) angseilt zu sein, anstatt 1 Person sterben dann gleich 3. In den Medien wird oft suggeriert dass es verantwortungslos ist ohne Seil zu klettern, jedoch ist dies je nach Gelände und Können der Alpinisten sicherer.
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    1. Antwort von Thomas F. Koch (dopp.ex)
      Auch wenn es immer Ausnahmen gibt, der erwähnte Absturz der Solo-Bergsteigern im Beitrag unterstützt Ihre Theorie nicht gerade. Beim Bergsteigen ist immer das Absturzrisiko dabei. Selbst mit grossem Können und Erfahrung kann ein Unfall passieren, wie man auch bei Ueli Steck sehen musste.
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    2. Antwort von Marina Battaglia (mb)
      Wäre die erwähnte Bergsteigerin angeseilt gewesen, dann wäre ihr Seilpartner jetzt mit grosser Wahrscheinlichkeit auch tot. Herr Roth hat vollkommen recht. Ein Ausrutscher in diesem Gelände führt fast unweigerlich zum Seilschaftsabsturz. Die Lehrmeinung geht immer mehr dahin, dass dieses sog. Gehen am kurzen Seil wenn, dann nur von Bergführern mit viel Übung und Erfahrung praktiziert werden sollte.
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    3. Antwort von Raphael Roth (raphsen)
      Ja genau Herr Koch, das Absturzrisiko ist immer dabei. Unangeseilt trägt man das Risiko alleine, in einer Seilschaft reisst man potentiell alle Mitglieder auch in den Tod. An einem Einzelfall lässt sich nicht "beweisen" ob anseilen ein Sicherheitsgewinn bringt. Wie gesagt kommt das sehr auf die Situation an, grundsätzlich ist das sichern im steilen Firn aber sehr anspruchsvoll..
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