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Einheitlicher Jugendschutz Bundesrat will Altersgrenze für Filme und Games

Legende: Audio Welche Altersgrenze ist sinnvoll? abspielen. Laufzeit 02:46 Minuten.
02:46 min, aus Rendez-vous vom 15.03.2019.
  • Für Filme und Videospiele soll in der ganzen Schweiz neu eine Altersgrenze gelten. Das schlägt der Bundesrat vor.
  • Wo diese Grenze liegt und wie alt die Kinder sein müssen, soll die Film- und Videospielbranche selber definieren.
  • Für ausländische Plattformen jedoch sieht der Bundesrat keine Handlungsmöglichkeit.

Mit der Digitalisierung ist der Medienkonsum von Jugendlichen auch in der Schweiz zur Hauptbeschäftigung geworden. 99 Prozent der 12- bis 19-Jährigen besitzen ein Smartphone, mit dem sie jeden Tag rund zweieinhalb Stunden online sind, am Wochenende sogar vier Stunden. Immer Jüngere kommen auf diese Weise mit Inhalten in Kontakt, die für sie problematisch sein können.

Zweieinhalb Jahre lang hat der Bund darüber gebrütet, wie man die Jugendlichen besser schützen könnte. Das Resultat: Die Eingriffsmöglichkeiten sind beschränkt. Die Branche soll sich im Wesentlichen selber regulieren. Der Bund will sich darauf beschränken, Mindeststandards zu definieren.

Legende:
Tägliche Nutzung einzelner Plattformen 2018 Personen zwischen 15 und 24 Jahren, n=263. IGEM-digiMONITOR 2018

Die Umsetzung und vor allem auch die Kontrolle dieser Standards soll aber der Film- und Videospielbranche selber überlassen werden, die zu diesem Zweck Jugendschutzorganisationen einrichten soll, welche zum Beispiel Mindestalter festlegen. Der Bund will nur dann eingreifen, wenn innerhalb von zwei Jahren keine Organisationen zustandekommen.

Etwas anderes sei gar nicht realistisch, sagt Ludwig Gärtner, Vizedirektor des zuständigen Bundesamts für Sozialversicherungen: «Monatlich kommen sehr viele Filme und Games auf den Markt. Wenn der Staat das selbst kontrollieren und einstufen wollte, wäre er schlicht überfordert.»

Regulierung des Internets schwierig

Mehr oder weniger ungeregelt bleibt der Bereich des Internets – der für die Jugendlichen der mit Abstand wichtigste ist. Vorschriften macht das neue Gesetz nur für Plattformen mit Sitz in der Schweiz. Grosse Player wie Youtube werden damit nicht erfasst. «Das Internet ist international und weltumspannend, es gehört niemandem. Da ist es schwieriger», Gärtner.

Deshalb setze man auf die geltende Regelung in der EU, der sich die Schweiz anschliessen soll. Doch gesetzliche Vorschriften seien ohnehin nur ein Element des Jugendschutzes, relativiert die Kinder- und Jugendorganisation Pro Juventute.

Legende:
Nutzung elektronischer Medien und Plattformen in der Schweiz 2018 Alle Personen ab 15 Jahren, n=1’772. IGEM-digiMONITOR 2018

Ebenso wichtig sei die Information über die Gefahren des Medienkonsums, meint Sprecher Bernhard Bürki: «Präventive Ansätze sind wichtig, damit Kinder und Jugendliche sowie ihre Eltern und das Umfeld kompetent mit Medien umgehen können.» Mit der Plattform «Jugend und Medien», Link öffnet in einem neuen Fenster im Internet stellt der Bund bereits seit einigen Jahren die nötigen Informationen dazu zur Verfügung.

Legende: Video Einheitliche Alterskennzeichnungen bei Filmen und Videogames abspielen. Laufzeit 01:58 Minuten.
Aus Tagesschau vom 15.03.2019.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Reto Jorns (rjo)
    Nützt alles nichts, wenn diese Leute ohne moralische Grundwerte aufwachsen und weder Anstand noch Respekt erlernt haben. Zudem immer weiter regulieren fördert weiter den Verlust der Eigenverantwortung und artet nur noch mehr in einen unselbstständigen Kindergarten aus.
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  • Kommentar von Alfons Bauer (frustriert)
    Seit Jahren gibt's das PEGI-Rating, welches auch in der Schweiz befolgt wird. Auch im Google- und Apple-Store steht bei den Games das Mindestalter, aber wenn die Eltern halt bildungsfern sind und ihre 10-jährigen Kinder GTA spielen lassen (hab eine Primarklasse neben ihrer Lehrerin im Tram davon reden hören, das war noch vor Fortnite), nützen solche Ratings nichts.
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  • Kommentar von T. Meyer (Kloober)
    Das setzen die grossen Anbieter (Microsoft Store auf der XBox, Google Play Store auf Android, etc.) doch schon seit Jahren um. Das schwache Glied in dieser Kette sind vermutlich die Eltern, welche die Geräte und Benutzerkonten ihrer Kinder falsch einrichten und nicht im Griff haben.
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