Entscheid zu AKW-Laufzeiten spaltet grünes Lager

Atomkraftwerke in der Schweiz sollen höchstens 50 Jahre betrieben werden. So will es die zuständige Nationalratskommission. Eigentlich sollte das grüne Lager jubeln – trotzdem freuen sich dort nicht alle.

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Bildlegende: Das AKW Mühleberg gab den Ausschlag zum Streit über die Sicherheit der nuklearen Anlagen generell. Keystone

Debatte über AKW-Laufzeiten lanciert

3:31 min, aus Echo der Zeit vom 09.04.2013

Nach maximal 50 Jahren soll ein Atomkraftwerk in der Schweiz ausgemustert sein. Dies will die zuständige Kommission des Nationalrats.

Die Kommission will mit dem indirekten Gegenvorschlag eine Initiative der Grünen schwächen. Die Initiative verlangt, dass nach 45 Jahren Schluss ist, nach dieser Zeit soll ein Kernkraftwerk nicht mehr betrieben werden dürfen.

Greenpaece verärgert

«Die Strategie der Kommission könnte funktionieren», sagt SRF-Inlandredaktor Max Akermann.  Denn wenn der Gegenvorschlag durchkommt, sind «die Chancen gross, dass die Initiative zurückgezogen wird», sagt Akermann. Zudem spaltet der Entscheid das grüne Lager. «Greenpeace ist verärgert, während die Grünen erfreut sind», so Akermann.

Der Entscheid der Kommission fiel äusserst knapp; mit 12 zu 10 Stimmen bei einer Enthaltung. Später wird sich auch noch die Kommission des Ständerats mit dem Thema befassen. «Im Streit um die Betriebsdauer der AKW‘s ist das letzte Wort noch lange nicht gefallen», sagt Akermann.