Zum Inhalt springen
Inhalt

Schweiz Erste Tests mit Ebola-Impfstoff in der Schweiz

Impfstoffe gegen Ebola können auch in der Schweiz an Menschen getestet werden. Swissmedic, die Zulassungsbehörde für Arzneimittel, hat einem Test solcher Impfstoffe an 120 Freiwilligen zugestimmt.

Das Universitätsspital Lausanne (CHUV) hat von der Heilmittelkontrolle Swissmedic die Bewilligung für eine klinische Studie zu einem möglichen Impfstoff gegen Ebola erhalten. 120 Freiwillige werden eine Spritze mit einem Impfstoff bekommen.

Es handelt sich laut einer Mitteilung von Swissmedic um gesunde Personen, die zum Grossteil bei der Bekämpfung von Ebola in Westafrika zum Einsatz kommen. Unter ihnen seien auch zahlreiche Mitarbeiter der Weltgesundheitsorganisation WHO, erklärt SRF-Wissenschaftsredaktor Daniel Theis in der Sendung «Rendez-vous».

Der Impfstoff wird zwei verschiedenen Gruppen verabreicht: Die erste wird sich in die Epidemiegebiete in Westafrika begeben, die zweite bleibt in der Schweiz. Einige Probanden erhielten bloss ein Placebo, sagte Professor Blaise Genton vom CHUV an einer Medienkonferenz.

Legende: Video Freiwillige für Tests mit Ebola-Impfstoff abspielen. Laufzeit 01:33 Minuten.
Aus Tagesschau vom 28.10.2014.

Wertvoller Schweizer Beitrag

Weltweit nehmen etwa 250 Personen an solchen Test teil – in den USA, in England, aber auch in Mali. Mit 120 Freiwilligen stellt die Schweiz beinahe die Hälfte der Probanden. «Das ist eine sehr wichtige Stütze, ein wichtiger Beitrag der Schweiz, damit möglichst bald ein funktionierender Impfstoff bereit steht», so Theis.

Es sind die ersten derartigen Tests an Menschen in der Schweiz. Sie sollen zeigen, ob der Ebola-Impfstoff verträglich ist, ob er Fieber oder allergische Reaktionen auslöst, und ob er überhaupt wirkt. Das ist dann der Fall, wenn die Testpersonen Antikörper gegen Ebola bilden.

Verändertes Schimpansen-Virus

Der Impfstoff beruht auf einem gentechnisch veränderten Schimpansen-Adenovirus. Er kommt im Rahmen einer klinischen Phase-1-Studie am Menschen zum Einsatz. Es bestehe keine Gefahr, dass sich die Probanden mit Ebola ansteckten, betont der Wissenschaftsredaktor.

Weitere Studien nötig

Die Erkenntnisse daraus sollen als Grundlage für weitere Studien mit mehreren tausend Probanden dienen. Erste Resultate der Studie sollen im Dezember vorliegen. Danach könne GlaxoSmithKline mit einer ersten Produktion des Wirkstoffs beginnen, sagte Genton. Dessen Wirkung werde dann in einer zweiten Studie in den Epidemiegebieten getestet.

Die WHO unterstützt die Studie am CHUV und begrüsst den schnellen Entscheid der Swissmedic. Das Ziel müsse sein, neu Impfstoffe so rasch wie möglich einsetzen zu können, teilte die Organisation mit Sitz in Genf mit.

Berner Ebola-Impfstoff

Auch das Biotechunternehmen Crucell will einen experimentellen Ebola-Impfstoff herstellen. Im kommenden Jahr sollen über eine Million Impfdosen vorhanden sein, wie das Unternehmen mitteilt. Derzeit werde am Standort Bern an den Prozessen für die Herstellung, die Lagerung und den Transport des Impfstoffs gearbeitet.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

19 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Susanne Lüscher, Gossau
    Ob die Freiwilligen sich auf der Seite der US-Gesundsheitsbehöre umgeschaut haben? Wenn man sich die Seite der US-Gesundheitsbehörde clinicaltrials.gov anschaut, dann wurde eine klinische Teststudie über die Wirksamkeit eines Impfstoffes im September 2006 gestartet und endete im Mai 2009.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Aha, da ist die Schweiz wieder mal gut genug, sogar erste Tests an GESUNDEN Menschen durchzuführen, die dann in erweiterter, überarbeiteter Form an der nächsten Versuchsgeneration durchgeführt werden? Die armen Tiere wurden ja sicher nicht schonend getestet und starben wohl eines qualvollen Todes. Würden die hygienischen Verhältni8sse in den befallenen Ländern besser überwacht, bräuchte es diese Versuche, respektive diese Medikamente nicht, weil das Virus gar nicht verbreitet werden könnte.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Lisa Hofer, Zürich
      Klar, dann bauen wir doch schnell hygienische sanitäre Anlagen und Spitäler in ganz Afrika und der restlichen Welt. Da bin ich sofort dafür. Nur: Mit welchem Geld? Mit welchen Ressourcen? Wer ist bereit, da zu helfen? Wären die reiche Schweiz und ihre Bürger dazu bereit?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Sabine Meier, St. Gallen
      Hatten Sie heute Langeweile, oder meinen Sie das ernst? 1. Es testet nicht "die Schweiz", sondern das Universitätsspital, mit grosser Wahrscheinlichkeit in Zusammenarbeit mit einem Pharmaunternehmen, das den Impfstoff dann produziert. Es sind also handfeste wirtschaftliche Interessen vorhanden. 2. Die Schweiz hat zwei Big Player im Pharmabereich. Wie denken Sie, werden die zahllosen Entwicklungen von Impfstoffen, Medikamenten, tagtäglich neben Tierversuchen (bin ein Gegner solchen) getestet?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von A.Käser, Zürich
      L.H./Ist Afrika nicht "steinreich"?Wieso"tummeln"sich dort"Investoren"aus aller Herren Länder(Erdöl,Diamanten,Gold,seltene Erden,etc.)?Wäre es nicht an diesen"Nutzniessern"dafür zu sorgen,dass sie das "Ausbeutungspersonal"das sie"benutzen"wollen, selbst in einem einigermassen "funktionsfähigen" Zustand halten?Wieso soll dies unsere Aufgabe sein?Die Katholische Kirche und viele Missionen,sind dort bestens verankert.Verfügen selbst über genügend"flüssige Mittel"dazu,um ihre Renditen zu generieren.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    4. Antwort von Lisa Hofer, Zürich
      @A.Käser: Ihnen ist wohl nicht bewusst, dass Sie ebenfalls zu den Nutzniessern dieser Rohstoffe gehören (direkt und indirekt) und somit auch mitverantwortlich sind. Aber denken Sie darüber nach - mehr möchte ich zu Ihrem Gugus nicht schreiben.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    5. Antwort von A.Käser, Zürich
      L.Hofer/Mitverantwortung kann nur dann entstehen,wenn ein Entscheid "bewusst" gefällt werden kann.Dies ist bei indirekter Nutzung nicht möglich.Kann deshalb auch nicht zu einer "Kollektiv-Haft" führen. Die Impfstoffe könnten sehr wohl an Ort entwickelt und angewandt werden.Aber im eigentlichen Sinne handelt es sich hier ja wieder einmal mehr um einen Wirtschaftskrieg und Abzocke.China ist vor Ort.Mit Ebola soll ein "Handicap" etabliert werden.Wir bezahlen mit.Widerlich.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von A.Käser, Zürich
    Haben sie einige Obdachlose,Drögeler,Prostituierte,"illegale Asylbewerber"auflesen ,bestechen können?Oder stellen sich freundlicherweise die Entwickler des "angeblichen"Impfstoffes mit ihren Firmen-Oberen und Personal edel-mutig,zur Verfügung?Einige Alpha-Elite-Leithammel aus der Regierung,die die Zulassung dazu erteilt haben,könnten sie gleich auch noch mit ins"Programm"miteinbeziehen.Wären solch"lautere"Individuen im besten Fall,elegant los.Allerdings könnten sie auch zu"Sozialfälle"mutieren.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Simon Schenker, Zürich
      Ganzen Text gelesen und verstandem Herr Käser? Die Testpersonen sind laut Mitteilung von Swissmedic vor allem gesunde Freiwillige, die bei der Bekämpfung von Ebola in Westafrika zum Einsatz kommen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Jens Brügger, Schaffhausen
      Darum wäre es wichtig zu wissen, wieviel Geld die Probanden erhalten. Und im Artikel steht "vor allem gesunde Freiwillige", was man durchaus anzweifeln kann. So ganz nach Juncker: Wenn es ernst wird, muss man lügen. Wäre ja nicht das erste Mal, zumindest für jene die ein Gedächtnis besitzen :)
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von C Krebs, Shanghai
      bitte lesen Sie doch den Artikel nochmal durch, dann finden Sie die Antwort.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    4. Antwort von W. Pip, Züri
      Lassen wir die Kirche vorerst mal im Dorf! Jedenfalls kann ich bis jetzt keine unlauteren Absichten erkennen. Ungewöhnliche Situationen erfordern ungeöhnliche MAssnahmen. Das kann sich natürlich ändern, zum Beispiel dann, wenn Pharmamultis mit Ebola-Wirkstoffen das grosse Geschäft wittern und die Regierungen dieser Welt dann NICHT einschreiten. Wir werden sehen. Aber eben: vorerst noch alles grün...
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    5. Antwort von Christina Bernegg, Horw
      Also,gestern habe ich gelesen,dass die USA den Ebola-Virus 2009 patentiert hat!Und warum sagt die Sprecherin des US-Aussenministeriums Mari Harf,es handelt sich um eine Ebola-Attacke in Afrika?Die richtige Wortwahl wäre Ebola Ausbruch oder Epidemie gewesen.Aufwachen Leute und sich keineswegs impfen lassen.Im übrigen hat die USA Millionen von Virenstämmen in ihren Labors.Bei Goggle zu lesen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    6. Antwort von Lisa Hofer, Zürich
      Soll denn Probanden für Medikamentests gar kein Geld gezahlt werden? Sollen diejenigen an einer Studie teilnehmen, die die Studie durchführen? Sollen diejenigen von der Zulassungbehörde sämtliche Medikamente testen, am besten alle gleichzeitig? Fragen über Fragen... aber Hauptsachen man kann wieder einmal gegen die Pharmabranche und ihre Verwandten schimpfen! Und ich gehe natürlich davon aus, dass Sie nie Medikamente u. Ä. von diesen 'Bösen' in Anspruch nehmen - oder wenn, dann nur ungetestete.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    7. Antwort von M. Steiner, Winterthur
      Frau bernegg, bitte keine VErschwörungstheorien. Die Auflösung Ihres wohl missverstandenen Ausschnappers finden Sie beispielsweise bei der renommierten Zeitung "Die Zeit": http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2014-09/ebola-patent-jan-krauss-interview
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    8. Antwort von Christina Bernegg, Horw
      Herr Steiner,ich habe gute Quellen und verbreite ganz sicher keine Aufschnapper!Siehe Patentanmeldung,NR:US 20120251502!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    9. Antwort von A.Käser, Zürich
      L.H./Nachdem die Menschheit erfolgreich,mindestens drei- bis viermal vor ihrem Untergang gerettet wurde(Vogel-,Schweinegrippe,BSE,Aids),wäre es angemessen,wenn die Liste de Namen derjenigen Personen,die sich für die nun fünfte Rettung des Planeten zur Verfügung stellen,überall veröffentlicht würde.An Plakatwänden,in Zeitungen im Internet.Somit könnte die gesamte Öffentlichkeit mitverfolgen,wie sie sich fühlen und wie es ihnen über eine längere Zeitspanne ergeht.Ehre und Dankbarkeit für Märtyrer?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    10. Antwort von Susanne Lüscher, Gossau
      @ M. Steiner die Zeit und andere sind schon lange keine renommierte Zeitungen mehr. Die Sendung "die Anstalt" im April war dazu sehr informativ - aber bezeichnender die Reaktion von Joffe und die nette Antwort von "die Anstalt" im September.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    11. Antwort von A.Käser, Zürich
      Chr.B./Vermutlich sollte darauf hingewiesen werden,dass die Chinesen die Afrikaner mit Ebola"attackieren"und die Amerikaner"as usual" als rettende Engel am Horizont auftauchen, um das"Feuerchen" zu löschen,dass sie selbst gelegt haben.Gleiches Spiel und Lied in den unterschiedlichsten Variationen.Wie gehabt.Wieso sind da,wenn schon so"brandgefährlich"wie behauptet wird,nicht sämtliche Nationen der Welt "am Drücker",um diese angebliche Welbedrohung,"zu bodigen"????
      Ablehnen den Kommentar ablehnen