Erster Schweizer Dschihadist verurteilt

Die Bundesanwaltschaft verurteilt erstmals einen Schweizer Dschihadisten, der aus dem Ausland zurückgekehrt ist.

Ein Waadtländer Dschihadist ist von der Bundesanwaltschaft (BA) zu 600 Stunden gemeinnütziger Arbeit bedingt verurteilt worden – wegen Beteiligung an einer kriminellen Organisation und Militärdienst in einer fremden Armee.

Die BA bestätigte einen entsprechenden Bericht des Westschweizer Fernsehens TSR. Der Strafbefehl ist rechtskräftig. Es handelt sich um den ersten Schweizer Dschihadisten, der wieder zurückkehrte und verurteilt wurde.

Kämpfer der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) lachen auf einem Panzer. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Kämpfer der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) feiern in Rakka, Syrien. Keystone/archiv

Der Mann liess über eine französische Webseite Kämpfer rekrutieren. Er verliess die Schweiz vor einem Jahr, um sich in Syrien den IS-Kämpfern anzuschliessen. Drei Monate später kehrte er über den Flughafen Genf in die Schweiz zurück.

Dazwischen absolvierte er laut RTS eine zweiwöchige Ausbildung in einem Trainingscamp. Darauf wollte er wieder nach Hause, wurde jedoch von den IS-Kämpfern vorerst in ein Gefängnis gesteckt, ehe er nach Hause entlassen wurde.

Der Mann muss sich zudem einer psychiatrische Behandlung unterziehen, eine fotografische Friedensdokumentation realisieren und einen Teil der Verfahrenskosten – 4700 Franken von total 24'700 Franken – bezahlen.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Schweizer Dschihadisten

    Aus Rundschau vom 15.10.2014

    Auch Schweizer machen sich auf, um beim IS zu kämpfen. Die Rundschau zeigt, wie junge Muslime radikalisiert werden, welche Route sie an die Front einschlagen und wer sie dabei unterstützt. Trotz klarer Distanzierung vom IS spielt der Islamische Zentralrat der Schweiz eine undurchsichtige Rolle. Er pflegt beste Verbindungen zu inhaftierten Imamen in Kosovo, die in ihren Moscheen zum Dschihad in Syrien aufgerufen haben sollen.