«Es ging primär darum, die Passagiere zu sensibilisieren»

Über 140 Kilogramm Käse und Fleisch haben die Zollbehörden gestern am Flughafen Zürich beschlagnahmt. Die Passagiere handelten ohne böse Hintergedanken. Darum drohen auch keine hohen Bussen.

Fleisch, Käse und Dosen werden am Zoll beschlagnahmt. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Am Zoll werden immer wieder Waren beschlagnahmt. Keystone

Wer von ausserhalb der EU in die Schweiz einreist, darf keine tierischen Lebensmittel einführen. Fleisch, aber auch Milchprodukte wie Käse sind verboten.

Bei einer Aktion am Donnerstag haben Zoll- und Grenztierschutz am Flughafen Zürich 18 Flüge aus Balkanstaaten kontrolliert.

Bei über 1200 Personen beanstandeten die Kontrolleure rund 55 Einfuhren. Sie nahmen dabei rund 70 Kilogramm Fleisch, 70 Kilogramm Milchprodukte und 3,4 Kilogramm Honig fest.

Geschenke von Verwandten

Das hört sich nicht nach grossen Mengen an – und das sind es auch nicht, bestätigt Regula Kennel vom Bundesamt für Veterinärwesen. Die Reisenden hätten meist Geschenke wie Schinken oder Käse von Verwandten mit nach Hause genommen, ohne an die Gefahren zu denken.

Das Ziel der Grosskontrolle sei denn auch weniger eine grosse Razzia gewesen. Das Bundesamt für Veterinärwesen wollte vielmehr das Bewusstsein der Passagiere fördern. «Es ging primär darum, die Leute zu sensibilisieren», erklärt Kennel im Gespräch mit SRF.

Beispielsweise für die afrikanische Schweinepest, welche in den Balkanländern auf dem Vormarsch ist. «Diese kann mit tierischen Lebensmitteln eingeschleppt werden», betont Kennel.

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Flughafen Zürich

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Anders als bei den EU-Ländern sind Serbien oder Bosnien nicht den Gesetzen der EU unterworfen. Und deshalb auch nicht an ein funktionierendes Meldesystem angeschlossen. «In der EU werden sofort Sperrzonen eingerichtet», so Kennel. Dies sei ausserhalb der EU nicht der Fall. Sie nennt das Beispiel der Vogelgrippe, welche vor einigen Wochen in Italien entdeckt wurde. Daraufhin verbot die Schweiz die Einfuhr von Geflügel.

Keine Bussen

Die Passagiere müssen nicht mit Bussen rechnen. Die Lebensmittel wurden «nur» beschlagnahmt und unschädlich vernichtet. «Das ist für viele Strafe genug», sagt Kennel. Anders sieht es bei grossen Mengen aus. Da droht den Schmugglern ein Strafverfahren.