Harter Wettbewerb unter Unis ETH und HSG kämpfen um mediale Aufmerksamkeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Kampf um die besten Studierenden und renommiertesten Professoren investieren Universitäten und Hochschulen immer mehr ins Marketing.
  • Die HSG St. Gallen beschäftigt eine internationale PR-Agentur, die ihr in den Medien weltweit grössere Beachtung verschaffen soll.
  • Die ETH Zürich organisiert im Ausland regelmässig Veranstaltungen.
  • Um im immer härteren globalen Wettbewerb bestehen zu können, brauche es vor allem Präsenz in internationalen Medien, heisst es bei beiden Universitäten.

Die Universität St. Gallen (HSG) gilt als eine der führenden Universitäten für Wirtschaftswissenschaften und belegt in vielen internationalen Ranglisten Spitzenplätze. Um in Lehre, Forschung und Weiterbildung führend zu bleiben, müsse eine Universität heute ihre Leistungen auch der Öffentlichkeit bekannt machen, sagt HSG-Sprecher Jürg Roggenbauch: «Man möchte international in Erscheinung treten.»

Das gelingt vor allem mit Auftritten in internationalen Zeitschriften und Fernsehstationen. Schaffen kann man das laut Roggenbauch vor allem, wenn man gute Experten hat, die für Journalisten auf der Suche nach Fachmeinungen zu international relevanten Themen attraktiv sind.

Die HSG in internationalen Rankings

Betriebswirtschaftliche Forschung 2014
«Handelsblatt»1. Platz
Europäische Wirtschafts-Universitäten 2016«Financial Times» 5. Platz
Europäische Wirtschafts-Universitäten 2013
«Bloomberg»10. Platz
Global 200 Business Schools Report 2014/15Quacquarelli-Symonds-
Rankings
15. Platz

Marketing-Profis sollen es richten

Deshalb beschäftigt die HSG bereits seit zehn Jahren eine internationale Public-Relations-Agentur mit Niederlassungen in London, Wien und Frankfurt. Sie soll Dozierende an der Universität St. Gallen als Experten an Redaktionen im englisch- und deutschsprachigen Raum vermitteln.

«In der Wissenschaft findet der Wettbewerb um die besten Köpfe heute längst global statt. Deshalb wollen wir über die Landesgrenze hinaus attraktiv sein – für Studierende, Forschende und Dozierende, die dann auch ihr internationales Wissen zu uns in die Ostschweiz bringen», sagt Roggenbauch.

«  In der Wissenschaft findet der Wettbewerb um die besten Köpfe heute längst global statt. »

Jürg Roggenbauch
HSG-Sprecher

Im Zentrum der HSG-Medienarbeit stehen Deutschland und Österreich, weil diese Länder der Schweiz kulturell und sprachlich nahe stehen. Grossbritannien ist für das internationale Marketing der HSG ebenfalls von grosser Bedeutung, weil hier führende Medien wie etwa die «Financial Times» beheimatet sind.

ETH setzt auf gezielte Veranstaltungen

Auch in Zürich buhlt man um Erwähnung in internationalen Medien. Für die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) sei eine Berichterstattung im Ausland von zentralem Interesse, sagt Jürg Brunschweiler, der die internationale Medienstelle der ETH leitet. «Es ist unbestritten sehr wichtig, dass man als Hochschule und Universität ETH Zürich in den internationalen Medien präsent ist.»

«  Wir organisieren im Ausland proaktiv in für uns strategischen wichtigen Gebieten Veranstaltungen zum Thema ETH.  »

Jürg Brunschweiler
Internationale Medienstelle der ETH

Anders als die HSG beschäftigt die ETH aber keine internationale PR-Agentur. Sie habe sich bewusst für ein anderes Modell entschieden, so Brunschweiler. «Wir organisieren im Ausland proaktiv in für uns strategischen wichtigen Gebieten, etwa an der Ost- und Westküste der USA oder auch in Asien, Veranstaltungen zum Thema ETH. An diese Veranstaltungen werden die Medien immer mit eingeladen, die dann darüber berichten sollen.»

Die ETH in internationalen Rankings

The World University Ranking 2016
Times Higher Education9. Platz
World University Rankings 2016
Quacquarelli Symonds8. Platz
Academic Ranking of the
World Universities 2016
Shanghai Jiao Tong
University
19. Platz

Dozierende müssen ins Medientraining

Damit die Mitarbeitenden der ETH Zürich ihre Expertenmeinungen professionell und kompetent vor dem Radio-Mikrofon oder der Fernseh-Kamera sprechen können, absolvieren die Dozierenden laufend Medientrainings.

Das macht auch die HSG St. Gallen so. Im Gegensatz zur ETH Zürich hat sie dazu aber in die Infrastruktur investiert. So steht für Liveschaltungen mit Fernseh-Redaktionen ein eigenes Studio bereit. Dieses hat eben erst höhere Weihen erhalten, betont Roggenbauch: «Wir haben es kürzlich geschafft, einen unserer Professoren dreimal in einem Live-Interview auf CNN zu haben», wie Professor James Davis in einem dokumentiert:

HSG-Professor James Davis zum ersten Treffen von Merkel mit Trump