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Schweiz Fall Mörgeli: Inserat für Professorin – trotz Abgang des Rektors

Akademiker wehren sich gegen die Entlassung der Professorin Iris Ritzmann durch die Universität Zürich. Sie tun dies öffentlich mit einem Zeitungsinserat. Einer der Mitinitianten, Geschichtsprofessor Philipp Sarasin, erklärt gegenüber SRF warum.

Zeitungsausschnitt aus der «NZZ» vom 8. November.
Legende: Zeitungsausschnitt aus der «NZZ» vom 8. November. SRF

Die Zürchern Professorin Iris Ritzmann hatte möglicherweise Informationen über das Medizinhistorische Institut an einen Journalisten weitergegeben und so die Affäre Mörgeli ins Rollen gebracht. Ritzmann wurde von der Uni Zürich zunächst suspendiert, später erhielt sie die Kündigung.

Legende: Video Uni Zürich in der Dauerkritik abspielen. Laufzeit 03:32 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 08.11.2013.

Das heute erschienene Inserat fordert die Wiedereinstellung der Professorin und zudem eine Aufklärung über die Datenweitergabe an die Zürcher Staatsanwaltschaft.

SRF: Mittlerweile ist auch der Rektor der Universität Zürich, Andreas Fischer, zurückgetreten. Ändert das etwas?

Philipp Sarasin: Nein, das ändert gar nichts im Moment. Wir haben diesen Rücktritt nicht gefordert und unsere Forderungen nach der Rehabilitation (von Iris Ritzmann – Anm. der Red.) sind bis jetzt nicht erfüllt.

Dieser Fall wirft sehr hohe Wellen. Dabei sollen an einer Universität Lehre und Forschung im Zentrum stehen. Warum überlässt man die Aufklärung der strittigen Fragen nicht den Juristen?

Dieser Fall ist von Anfang an hoch politisiert gewesen. Das ist das eine. Christoph Mörgeli ging damals an die Öffentlichkeit. Wir haben einfach Grund zur Annahme, dass die juristische Aufklärung auch politisiert ist. Frau Ritzmann ist aus einem laufenden staatsanwaltschaftlichen Verfahren heraus von der Universität arbeitsrechtlich entlassen worden, obwohl dieses laufende Verfahren nicht abgeschlossen ist. Wir haben nun nach dieser Entlassung eine öffentliche Notbremse gezogen.

Ein Gespräch mit der Universitätsleitung abseits der Öffentlichkeit ist nicht möglich?

Wir haben diese Gespräche gesucht und wir haben sie auch geführt. Dass wir jetzt an die Öffentlichkeit gehen, ist der vorläufige Schlusspunkt einer langen Kette von Interventionen, die selbstverständlich intern liefen. Wir gehen nicht so leichtfertig an die Öffentlichkeit.

Was bedeutet diese ganze Auseinandersetzung in ihren Augen für den Ruf der Uni Zürich?

Es ist verheerend, das ist klar. Die Leute, die wir in der wissenschaftlichen Gemeinschaft kennen, sind entsetzt. Man findet das ganz furchtbar. Es gibt Kollegen, die sagen, wir arbeiten nicht mehr mit der Universität Zürich zusammen. Die Email-Überwachung, die Datenherausgabe, das Scannen von Email-Konten der Uni Zürich – dass das offenbar möglich ist, ist für die Uni Zürich verheerend. Und es tut uns so weh, weil wir alle sehr gerne hier arbeiten. Wir möchten, dass der Ruf der Uni unbeschädigt ist.

Aber auch wenn Iris Ritzmann wieder eingestellt würde, ist das Problem ja nicht gelöst...

Das ist richtig. Die Wiedereinstellung ist eine Forderung. Die andere Sache ist: Es muss schonungslos aufgeklärt werden, was hier geschehen ist. Dieser Ansicht ist auch Otfried Jarren, der interimistische Rektor. Wir müssen Licht in diese Dinge bringen. Die Öffentlichkeit will wissen, was da passiert ist – und wir alle brauchen Klarheit.

Das Gespräch führte Philippe Chappuis.

Zur Person

Zur Person

Philipp Sarasin ist einer der Mitinitianten des Zeitungsinserats. Er ist Geschichtsprofessor an der Universität Zürich.

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48 Kommentare

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  • Kommentar von Marianne Roe, Gwatt
    Das ganze Theater ist wieder so eine Anleitung für's Mobben an die jungen Leute in der Schweiz. So macht man es den Kindern vor, denn die haben schon sehr früh Augen und Ohren und viel Auffassungsgabe. Man darf sich dann nicht wundern, dass diese Vorlagen auch in der Schule Anwendung finden. Die ganzen Schmierereien gegen die SVP sollten endlich aufhören - besser wäre es wenn man mal zugeben würde, dass Konsequenz und einhalten der Gesetze zur Freiheit unseres Landes führen könnten.
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  • Kommentar von Urs Keller, Binningen
    P.Sarasin und I.Ritzmann sind sich da in der Sache gar nicht einig, denn Sarasin wünscht eine lückenlose Aufklärung der Angelegenheit und Ritzmann versucht mit allen Mitteln die Akteneinsicht für den geschädigten Mörgeli zu verhinder. Da ist etwas oberfaul, und wenn Sarasin da Aufklärung verlangt, was auch richtig ist, so kommt da noch einiges ans Tageslicht das Ritzmann zu vermeiden versuchte. Offensichtlich war es eine Intrige gegen Mörgeli und dass sich dieser wehrt ist sein gutes Recht.
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  • Kommentar von Urs Keller, Binningen
    Portmann sagt es richtig, es ist ein polit Theater und einer Uni unwürdig. Mörgelei hat Jahrelang ausgezeichnete Qualifikationen gehabt und dann kam der Neue, linke zusammen mit Ritzmann haben sie ihn rausgemobbt und internas noch an die Zeitung verschachert, um politischen Druck auszuüben. Nun Mörgeli wurde das Budget gekürzt und anschliessend hat man bemängelt er habe das Museum verkommen lassen. Nun ja so geht das auch. Mich interessiert was dieser Contraux für eine Rolle spielte ?
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