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Schweiz FDP gewinnt das bürgerliche Duell in Glarus

Thomas Hefti ist neuer Glarner Ständerat. Der Landrat und Gemeindepräsident von Glarus Süd entschied die Ersatzwahl für den verstorbenen FDP-Ständerat Pankraz Freitag deutlich für sich. Die Freisinnigen verteidigen damit ihren Sitz in der kleinen Kammer. Die BDP mit Martin Landolt unterliegt.

Legende: Video Thomas Hefti wird neuer Glarner Ständerat abspielen. Laufzeit 01:33 Minuten.
Aus Tagesschau vom 12.01.2014.

Die Glarner Stimmberechtigten waren zu einer Ersatzwahl in den Ständerat aufgerufen. Zwei bürgerliche Politiker traten an: Thomas Hefti (FDP) und Martin Landolt (BDP).

Hefti erhielt 5‘571 Stimmen und lag damit über dem absoluten Mehr von 3952. Sein Herausforderer Landolt kam überraschend auf nicht einmal die Hälfte der Stimmen; mit 2‘149. Die Stimmbeteiligung war mit 30,65 Prozent niedrig. Die Freisinnigen haben damit das Ziel erreicht, ihren Sitz in der kleinen Kammer mit dem 54-jährigen Juristen Hefti zu verteidigen.

Legende: Video «Es ist die Art, die Hefti geholfen hat.» abspielen. Laufzeit 01:12 Minuten.
Aus News-Clip vom 12.01.2014.

Wie hat es Thomas Hefti geschafft, den national bekannten Martin Landolt so deutlich zu schlagen? «Es waren definitiv nicht die politischen Inhalte, die den Ausschlag gegeben haben», sagt SRF-Korrespondentin Fabienne Frei in der Tagesschau. Denn beim politischen Programm seien sich die beiden Kandidaten sehr ähnlich gewesen.

Tatsächlich gab es lediglich bei der Energiepolitik unterschiedliche Auffassungen. Der vielleicht signifikanteste Unterschied schält sich in der Energiepolitik heraus. Während Landolt den Atomausstieg mit Nachdruck befürwortet, will Hefti die Schweizer Kernkraftwerke nicht vorzeitig abschalten.

«Es ist die Art, die Hefti geholfen hat», vermutet Frei. «Er gilt als zurückhaltend, als gründlicher Schaffer. Und er hat die Politik im Blut.» Hefti kommt aus einer Politiker-Familie. Sein Vater war langjähriges Ständerats-Mitglied Peter Hefti. Und auch sein Grossvater und sein Urgrossvater sassen in der Glarner Kantonsregierung.

Banker gegen Gemeindepräsident

Hefti präsidiert Glarus Süd, die flächenmässig grösste Schweizer Gemeinde. Er beteiligt sich am 9. Februar aber nicht mehr an den kommunalen Erneuerungswahlen und tritt vom Präsidentenamt zurück. Seit 2008 politisiert Hefti im Landrat, dem Glarner Kantonsparlament.

Gegen Hefti trat Martin Landolt an. Der 45 Jahre alte Banker, Nationalrat und Präsident der BDP Schweiz surfte bis zu der heutigen Niederlage auf einer Erfolgswelle. Begonnen hat Landolts Aufstieg zu nationaler Bekanntheit Mitte 2008, als er der SVP den Rücken kehrte und mit sieben Glarner Kantonsparlamentariern die «Liberale Fraktion» gründete, aus der später die BDP hervorging.

Landolt bleibt Nationalrat

Der BDP im Bundeshaus verhalf Landolt durch seine Wahl in den Nationalrat im Februar 2009 zu Fraktionsstärke. Landolt ging mit einem Auffangnetz in die Ersatzwahl. Nach der Niederlage bleibt er Nationalrat.

Die Ersatzwahl wurde nötig, weil FDP-Ständerat Pankraz Freitag Anfang Oktober überraschend gestorben war.

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22 Kommentare

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  • Kommentar von P. Bürger, Schweiz
    Werter Herr Bolliger: Überwinden Sie doch endlich ihr SVP-Dauer-Trauma. In diesem Forum wettern Sie über alles was gegen Ihre SVP-Ideologie spricht. Dass Sie die BDP-Abspaltung nicht verkraftet haben, wissen wir zur Genüge & ist kalter Kaffee! Es wäre doch schön, hier von Ihnen auch mal etwas Positives lesen zu dürfen. SRF meldete lediglich ein Wahlresultat! Nichts mehr und nichts weniger! Aber Sie machen daraus gleich wieder ein SVP Wundenleckthema! Schwer verdaulich!
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    1. Antwort von Rolf Bolliger, Orpund
      Als parteiloser Bürger, der aber seit 50 Jahren die Medienideologie auch "zwischen den Zeilen" längst durchschaut hat, leide ich glücklicherweise nicht unter einem "SVP-Dauer-Trauma". Ich stehe einfach zu unseren bestandenen und bewährten Werte. Dass es leider nur noch EINE EINZIGE Partei im Land gibt, die ebenfalls voll hinter bestandenen Werten steht, gelte ich selbstverständlich bei den vielen hier immer wieder gehässigten "SVP-Phobien-Kranken", als ewige Angriffsperson! Viel Spass dabei!
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    2. Antwort von H. Frühling, Bern / Zürich
      @Bolliger: Das mit dem "zwischen den Zeilen lesen" hat halt auch seine Tücken. Versuchen Sie es einmal anders herum und äussern Sie sich zu dem, was da geschrieben steht und nicht zu dem, was Sie annehmen, es könnte hier niedergeschrieben sein.
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    3. Antwort von P. Bürger, Schweiz
      @R.B.:Ihre Replik bestätigt eben genau das Gegenteil! Sie sind nicht bereit, andere Meinungen zuzulassen & sehen hinter jedem Kommentar eine Verschwörung gegen Ihre SVP. Auch nach 50 Jahren sollten Sie erkannt haben, dass die CH gerade deshalb so gut funktioniert, weil eben NICHT nur eine SVP vorherrscht. Ihr Einparteiendenken ist erschreckend & besorgniserregend zugleich. Seien wir dankbar, dass die SVP nicht die CH regiert, sondern andere Parteien auch Platz haben! Werden Sie toleranter!
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    4. Antwort von Rolf Bolliger, Orpund
      Freie Meinungen zu einem srf-Artikel oder Thema zu äussern ist legitim. Schulmeisterei und Belehrungsattacken gegen Mitkommentatoren hineinzudöggelen gehört zu einem anderen "Kapitel"! Mit diesem "Kapitel" scheinen gewisse, völlig ideologisch ausgerichtete "Oberlehrer", grosse Mühe zu bekunden! Schade, um das tolle Forum, wo jedermann(frau) eine freie Meinung zur Sache abgeben könnte! Uebrigens: Ich würde mir niemals eine "Einparteien-Politik" wünschen, Herr "Bürger, Schweiz", aber eine ehrliche
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  • Kommentar von Rolf Bolliger, Orpund
    "FDP gewinnt das bürgerliche Duell in Glarus" (Ueberschrift zum Artikel). Stellen wir uns einmal vor, der BDP'ler Martin Landolt wäre ein "SVP'ler" Kandidat für den Ständeratsitz gewesen: "Die SVP war chancenlos" , "Die SVP abgeblitzt" oder "SVP haushoch geschlagen", so würden uns heute in allen Medien die fettgedruckten Titel zur Ersatzwahl im Kanton Glarus entgegenleuchten! Weil Landolt ein BDP'ler ist, wird kein "kritisches" Wort über dessen deutliche "Nichtwahl" geschrieben! Ideologie pur!
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  • Kommentar von Nin Guna, Zürich
    In Regionen wo bei Wahlen auch das Langzeitgedächnis aktiviert wird, wird ein eigennütziger Verrat an der Mutterpartei nicht so schnell vergessen sein.
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