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In der Coronakrise wird das Mittelland zur Feriendestination
Aus Rendez-vous vom 29.07.2020.
abspielen. Laufzeit 04:11 Minuten.
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Ferien in der Schweiz Auch nach Aarau zieht es Erholungshungrige

Die meisten Ferientouristen sind per Velo unterwegs – und bleiben nur eine Nacht. Immerhin.

Aarau, morgens um 7 Uhr. Das Städtchen an der Aare ist wie ausgestorben. Es ist praktisch niemand in den Gassen der malerischen Altstadt unterwegs. Die Touristen, hauptsächlich Velofahrer, seien halt schon viel früher am Morgen weitergezogen, erklärt Tobias Graf, Betreiber eines Bed and Breakfast. «Sie ziehen die kühlen Morgenstunden vor.»

Die meisten sind also schon vor 7 Uhr weggefahren. Nur eine vierköpfige Familie, die hier in der Aarauer Altstadt übernachtet hat, ist noch da. Normalerweise geht sie ins Ausland in die Ferien. Doch dieses Jahr bleibt sie in der Schweiz.

Velofahrer über Velofahrer

Die Familie aus Winterthur will mit dem Velo dem Jurasüdfuss entlang bis nach Neuenburg fahren. In Aarau hat sie einen Zwischenstopp eingelegt. Den 11- und 8-jährigen Kindern gefällt es auf jeden Fall. «Es ist alles so gemütlich – nicht wie in einer Grossstadt wie Zürich», sagt eins von ihnen.

Altstadt von Aarau.
Legende: Morgenstimmung in der Aarauer Altstadt. srf/Mario Gutknecht

Inzwischen haben auch andere Velofahrer den Weg in die Aarauer Altstadt gefunden, etwa ein älteres Paar aus Deutschland. Sie fahren mit ihren E-Bikes von Solothurn bis an den Bodensee. Bis auf eine Ausnahme finden auch sie es schön. Bloss Olten sei enttäuschend gewesen, sagt der Mann. «Doch Solothurn und Aarau: Sehr schön!»

Eine Velofahrerin aus Zürich schwärmt von der Natur im Mittelland. «Es hat so schöne Flussufer hier.» Vieles sei sehr natürlich belassen und scheine vom Menschen unberührt.

Hotels rechnen trotzdem mit Einbussen

Diese Natur und die Städte im Mittelland wollen in diesem Jahr offenbar noch mehr Schweizerinnen und Schweizer entdecken: In der Region Aarau etwa sind die günstigen Unterkünfte praktisch ausgebucht. Damit ersetzen die Touristen quasi die Geschäftsleute, die normalerweise in der Region übernachten.

Zumindest teilweise sei das der Fall, sagt Danièle Turkier vom Aarauer Tourismusbüro. Vor allem die B&B-Etablissements könnten den Ausfall kompensieren. «Bei den Hotels sieht es ein wenig anders aus.»

Aarauer Altstadt aus der Ferne.
Legende: Aarau im Sommer 2020: Durchaus eine (Velo-)Reise wert! srf/Mario Gutknecht

Tatsächlich dürften die Hotels massiv leiden, weil die Geschäftsleute fehlen. Zwar gibt es noch keine konkreten Zahlen, doch die Hotels in Aarau rechnen allein für Juni mit 66 Prozent weniger Umsatz. Dies zeigte eine Umfrage des Schweizer Hotellerieverbandes. Diese Einbussen dürften die Ferien-Velofahrer kaum ausgleichen. Dazu kommt, dass diese Touristen meist nur eine Nacht bleiben.

Nur ein amerikanisches Paar blieb länger

Er habe es bislang nur ein einziges Mal erlebt, dass jemand in Aarau länger Ferien gemacht habe, sagt B&B-Betreiber Tobias Graf. «Das war ein Ehepaar aus den USA im letzten Jahr.» Sie seien aber eher zufällig in Aarau gelandet, nachdem sie bei der Ankunft am Flughafen Zürich keine konkreten Pläne für den Besuch in der Schweiz gehabt hätten.

Die meisten Touristen planen wahrscheinlich besser als diese beiden Amerikaner – und bleiben deshalb nur für ein paar Stunden. Für viele reicht das durchaus, um die malerische Altstadt an der Aare zu besichtigen.

SRF 4 News, Rendez-vous vom 29.7.2020, 12.30 Uhr

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Manuela Fitzi  (Mano)
    In der NZZ am So. habe ich gerade gelesen, dass in den beliebten Touristenregionen, wie TI, GR und Wallis die Hoteliers die Preise hochgeschlagen haben. Klar: um die Umsatzeinbusse immerhin etwas zu kompensieren. Aha. Was sie nicht vor Augen halten, ist, dass die Gäste selber in Kurzarbeit sein dürften. Sie vergessen nicht.
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  • Kommentar von Urs Heim  (Ursus)
    Für einmal hat die Pandemie was Gutes. Ohne das Virus weilten wohl viele Erholungsuchende im Ausland. Jetzt ist auch für Schweizer die Heimat erste Wahl und das ist gut so! Touristen, sprich CH Bürger besuchen sich quasi gegenseitig, was zum besseren Verständnis zwischen den jeweiligen Landesteilen führen kann oder noch besser wird! Der Virus, so ernst die Situation auch ist, hilft das die Welschen, die Tessinern, die Rädromamen und die Deutsschweizer einander deutlich näher zu bringen. Bravo!
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  • Kommentar von Beat Reuteler  (br)
    Man sieht nur was vor Augen ist...
    Ich vermute dass es ein Trugschluss ist, anzunehmen die meisten Schweizer Ferientouristen seien per Velo unterwegs, wenn man in der Altstadt von Aarau, die mit dem Auto eher erschwert zugänglich ist, eine Interviewserie startet.
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