Zum Inhalt springen

Header

Video
Viele Schüler haben während der Coronakrise nichts gelernt
Aus Tagesschau vom 10.08.2020.
abspielen
Inhalt

Fernunterricht verschärft Lage Lehrerverband fordert zusätzliche Hilfe für Lernschwache

Ein Drittel der Schüler ist mit Corona weiter in Rückstand geraten. Mehr Heilpädagogen sollen diese Lücken schliessen.

Im Corona-Lockdown wurden Schülerinnen und Schüler knapp zwei Monate lang per Fernunterricht beschult, etwa via Videokonferenz unterrichtet. Eine Umfrage der Pädagogischen Hochschule Zug zeigt nun, dass rund ein Drittel der Schülerinnen und Schüler in Deutschland, Österreich und der Schweiz in dieser Phase nichts oder nur wenig gelernt hat.

Der Fernunterricht hat also die Leistungsunterschiede weiter verschärft. Auf diesen Umstand machte der Dachverband der Lehrerinnen und Lehrer (LCH) am Montag aufmerksam. Es sei nötig, diese Bildungsunterschiede im neuen Schuljahr mit konkreten Massnahmen anzupacken.

Erste Massnahmen schon vor Sommerferien

Die Lernunterschiede bei den Kindern seien schon vor Corona da gewesen, stellt LCH -Zentralpräsidentin Dagmar Rösler fest: «Da wurde sicher zum Teil festgestellt, dass es einigen Kindern nicht gut gegangen ist zu Hause. Diese wurden vor den Sommerferien durch Gespräche und durch Schulsozialarbeit aufgefangen. Man schaute, wo es fehlt und wo jemand wirklich an Boden verloren hat.»

Gerade Kinder, die nur in der Schule Deutsch sprechen und in einer bildungsfernen Umgebung aufwachsen, kämen in der Schule oft nicht nach, so Rösler weiter.

Die Eltern machen das nicht bewusst. Sie kommen aus einer anderen Kultur und wissen zum Teil nicht, was in der Schule verlangt wird.
Autor: Dagmar RöslerZentralpräsidentin LCH

Doch sie will nicht die Eltern dieser Kinder an den Pranger stellen. Diese Eltern setzten ganz andere Massstäbe und gewichteten anders: «Wir möchten da nicht von einem Fehler sprechen, weil sie das nicht bewusst und absichtlich machen. Sondern weil sie aus einer anderen Kultur kommen und zum Teil gar nicht wissen können, was in der Schule tatsächlich verlangt wird.»

Deshalb fordert der Lehrerverband mehr Geld, um für die leistungsschwachen Kinder zusätzliche Heilpädagoginnen engagieren zu können. In zusätzlichen Schulstunden sollen die Kinder so ihre Lücken aufarbeiten können.

EDK-Präsidentin schätzt die Lage anders ein

Für die Kantone hiesse das, die Budgets für die Schulen zu erhöhen. Die Präsidentin der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK), Silvia Steiner, sieht das allerdings anders: «Ich beurteile die Lage zurzeit nicht kritischer als unter normalen Umständen. Wir haben immer eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern, die weniger leistungsfähig und vielleicht auch etwas bildungsbenachteiligter sind.»

Deshalb habe man den Lehrerinnen und Lehrern auch genügend Spielraum gegeben, um auf die schwächeren Leistungen einzelner Kinder eingehen zu können, betont die Zürcher Regierungsrätin. Etwa mit Halbklassenunterricht oder mit gezielten Fördermassnahmen.

Das System ist so ausgerichtet, dass man bei Bildungsbenachteiligungen oder besonderen Bedürfnissen von Kindern reagieren kann.
Autor: Silvia SteinerEDK-Präsidentin

Wenn dafür mehr Geld benötigt werde, könne die Schule oder eine Lehrerin finanzielle Hilfe beantragen: «Ich glaube nicht, dass wir jetzt noch zusätzliche Mittel sprechen müssen. Das System ist darauf ausgerichtet, dass man bei Bildungsbenachteiligungen oder bei besonderen Bedürfnissen von Kindern darauf reagieren kann», sagt die oberste Bildungsdirektorin zu den Geldforderungen des Lehrerverbands.

Rendez-vous, 10.08.2020, 12:30 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

18 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Christa Wüstner  (Saleve2)
    Es benötigt keine Heilpädagogen. Pensionierte Lehrer sollten angefragt werden. Ich bin sicher, da würden manche gerne helfen. Sie benötigen keinerlei Einarbeitung und sind mit der Schule vertraut. So müssten auch nicht einzelne K Inder Lernhilfe bekommen, sondern
    man könnte pro Klasse mehrere zusammen nehmen.
  • Kommentar von Jürg Leuenberger  (jleuen)
    Schön und gut. Doch woher kommen dann die zusätzlichen Fachpersonen, wenn schon aktuell längst nicht alle dafür vorgesehenen Lektionen durch ausgebildete HeilpädagogInnen erteilt werden?
  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Absolute Fehlentscheidung von EDK und auch Frau Silvia Steiner = weitere teure "Übelbekämpfung", anstatt effektive "Ursachen-Behebung"!! Und einmal mehr auf Steuerzahler-Kosten = Missbrauch von Volks-Steuergeldern! "Ursachen- Behebung" = unbedingte "eigenständige" ganzheitliche Integration von Migranten mit Kindern- aus logischem Eigeninteresse und Höflichkeit !Kein Volks-Steuergeld-Missbrauch mehr - EDK - logische Konsequenzen für Eltern von Kindern mit Sprach- und Verständigungsproblemen!!