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Legende: Video Wie lässt sich der Fleischkonsum in der Schweiz senken? abspielen. Laufzeit 04:50 Minuten.
Aus 10vor10 vom 08.08.2019.
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Fleischsteuer für das Klima? «Dem Bauern, der das Fleisch produziert, bezahle ich gerne mehr»

Soll man künftig eine höhere Steuer aufs Fleisch zahlen oder nicht? Das ist die derzeit heiss diskutierte Frage in Deutschland. Das Gedankenspiel lässt sich aber auch gut auf die Schweiz anwenden.

In einer Online-Umfrage von SRF News hat sich eine grosse Mehrheit der Teilnehmenden für eine Fleischsteuer und einen geringeren Fleischkonsum ausgesprochen.

In den Kommentarspalten kommt zum Ausdruck, inwiefern User bereit wären, mehr für Fleisch zu bezahlen. Der Tenor: Wenn schon mehr bezahlen, dann den Bauern, wie User Elio Marazzi schreibt: «Ich esse immer weniger Fleisch. Das Fleisch, welches ich kaufe, muss Best-Standards erfüllen. Dem Bauer, der dieses produziert, bezahle ich sehr gerne mehr.»

Auch User Andreas Wüest stellt sich auf die Seite der Bauern: «Es wäre mal an der Zeit, dass der Landwirt am Anfang der Produktionskette sagt, was sein Produkt mit allen Auflagen kostet.»

Geld für Bauern und gute Tierhaltung

Die mehrheitliche Meinung ist klar: Das zusätzliche Geld soll nicht an den Staat gehen. «Irgendeiner Steuerbehörde würde ich niemals freiwillig Geld abliefern, welches dann sowieso in der Administration verpufft», so User Marazzi. Mit einer Steuer würde nur «der Moloch Staat gefüttert», so User m. mitulla. Vielmehr solle man in eine gute Tierhaltung investieren. So würde auch die Qualität des Fleisches steigen.

Schweinchen, werden aneinander gedrückt.
Legende: Massentierhaltungen gehören heute in der Fleischproduktion (noch?) zur Realität. Keystone

Das findet auch User De Brummli: «Sinnvoller wäre es, Produktionsstandards zu heben und Billigfleisch aus schlechter Haltung mit Importverboten zu belegen.» Und er bringt es auf den Punkt: «Preis steigt, weniger Konsum, besseres Tierwohl, Geld geht an den Erzeuger.»

«Essdiktatur» und nichts für kleine Portemonnaies

Es gibt aber auch klar Gegenstimmen zu einer Fleischsteuer. User D. Zeller warnt zum Beispiel vor einer «Essdiktatur», die durch den «Klimahype» entstehen würde.

User Bendicht Häberli hingegen spricht das Finanzielle an: «Ich bin dagegen, weil schon wieder die kleineren Portemonnaies auf der Strecke blieben. Die Gutsituierten, obwohl auch übergewichtig, könnten getrost weiterhin ihr Steak und Entrecote grillieren.»

Lieber ganz auf Fleisch verzichten

Andere sehen als einzige nachhaltige Lösung den Verzicht auf Fleisch. Wie zum Beispiel User Rene Bernasconi: «Das Geld wird irgendwo versanden, die Bürger sind die Dummen und die Tiere werden weiterhin in engen Käfigen gemästet. Das einzige vernünftige Mittel ist ein totaler Fleischverzicht.»

Kühe auf der Weide.
Legende: Glücklich, wer in der Schweiz weidet: Die Hälfte der Schweizer Milchkühe lebt in besonders tierfreundlicher Stallhaltung und die Mehrheit kommt regelmässig an die frische Luft. Keystone

Dafür plädiert auch User Hans Murer: «Fleisch ist kein Lebensmittel, sondern ein Genussmittel: Der Mensch kann bestens darauf verzichten. Es gibt heute sehr viele pflanzliche Alternativen.»

Obwohl die Meinungen in der SRF-News-Community teilweise auseinandergehen, ziehen die meisten am gleichen Strang: Es soll sich etwas an der Fleischproduktion ändern. Vor allem den Tieren zuliebe.

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43 Kommentare

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  • Kommentar von A. Keller  (eyko)
    Migros, Coop, Lidl und Denner preisen fast jeden Tag Fleisch - Aktionen an und befeuern somit den Fleischkonsum. Hauptsächlich billig. Mitverantwortung für's Klima - ein Fremdwort. Nur das Geld zählt. Fleischimporte schädigen das Klima, Regenwaldabholzung für Rinder und Soja, Soja wird unseren Masttieren verfüttert. Gilt auch für das Palmöl, Asiens Regenwäder inkl. Tierwelt leiden immer mehr. Ein Teufelskreis! Regional einkaufen, weniger Fleisch essen. Mehr Verantwortung für unser Ökosystem.
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  • Kommentar von Stephanie von Walterskirchen  (SVW)
    ich finde es nicht richtig Fleisch zum Sündenfall zu machen.Kosmetikprodukte in Plastikverpackung, Sonnencreme im Wasser oder Gesetze dass Elektrogeräte reparierbar, eine lange Lebensdauer haben? Klar sollte fürs Fleisch nicht übermässig Soya aus dem Regenwald kommen was sind Alternativen? ich finde die Diskussion über den Wert den Dinge haben& in sich tragen an Schweiss und hoffentlich ehrlicher Arbeit super. Verschwendung ist nicht schön, sinnvolles nutzen und geniessen und achtsamer Umgang.
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  • Kommentar von Ernst von Allmen  (MEVA)
    Der Klimaschutz entwickelt sich langsam zu einer Klima Dictature, Bald wird uns vorgeschrieben was, und wann wir Essen dürfen, wan und wohin wir in die Ferien Fahren können, welche Kleider und Schuhe wir tragen dürfen. Das Problem ist aber dass diejenigen die diese Vorschriften machen, nicht wissen wie sie umsetzbar sind.
    Aber bitte nicht vergessen!! 2019 ist ein Wahljahr
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    1. Antwort von Christoph Heierli  (help)
      Genau Herr MEVA . Darum stimmen wir im Herbst für die Grüne Partei.
      Bei dem Tempo mit dem die Natur und damit unsere Lebensversicherung zerstört wird, werden Sie sich wohl an einige neue Vorschriften gewöhnen müssen. Jede Freiheit hat nun mal auch Grenzen.
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    2. Antwort von Nicolas Dudle  (Nicolas Dudle)
      Ab ins Wahljahr mit dem bekannten Vogel-Strauss-Gehabe: Kopf in den Sand, damit man die Probleme nicht mehr sehen und deshalb auch nicht mehr angehen muss. Aus der dann noch oberirdischen Körperöffnung schiebt man als Wahlslogan noch "Klimadiktatur" heraus, und schon ist ein mehrheitsfähiges Programm geboren. - Hoffentlich erkennen möglichst viele Wähler diese Strategie.
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