Fliegende Kameras bedrohen Privatsphäre

Drohnen für jedermann: Der Verkauf von fliegenden Kameras boomt. Die ferngesteuerten Fluggeräte stossen aber nicht nur auf Begeisterung. Datenschützer runzeln die Stirn.

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«10vor10» 7.1.13: Der Spion, der vom Nachbar kam.

3:25 min, aus 10vor10 vom 7.1.2013

Das Weihnachtsgeschäft war hierzulande ein gutes Geschäft für Elektronikhändler. Ferngesteuerte Luftgeräte verkaufte Riccardo Bonetti vom Fachhandel Conrad besonders viele.

Conrad hat 2012 rund 300 Prozent mehr Multikopter verkauft als im Vorjahr, wie er in einem Beitrag von «10vor10» verrät. Viele der Geräte lassen sich mit einer Kamera aufrüsten oder haben eine eingebaut. Filmen aus der Luft ist so kinderleicht. Mit solchen Aufnahmemöglichkeiten könnte jeder ins Visier der luftigen Kameras kommen.

In der Theorie geschützt

Eine kleine Drohne fliegt in der Luft. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Bisher war das Filmen aus der Luft eine teure Sache. Heute schiessen erschwingliche Modelle gestochen scharfe Bilder. Keystone

Auf Youtube finden sich unzählige Videos, die zeigen, wie Drohnenpiloten in fremden Gärten filmen. Der Schutz der Privatsphäre gelte auch bei Aufnahmen von oben, sagt der Präsident der Vereinigung schweizerischer Datenschützer.

Der Zürcher Datenschützer Bruno Baeriswyl mahnt: «Der Anbieter solcher Geräte muss den Kunden aufklären, dass nur Aufnahmen zulässig sind, wenn die betreffenden Personen zugestimmt haben.»

Im Alltag ist eine solche Zustimmung aber schwierig einzuholen. So bleibt für jene, die unbeobachtet bleiben wollen, wohl nur der Kontroll-Blick nach oben.