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Schweiz Fünf Verletzte nach Lawinenunglück am Säntis

Am Säntis sind am Samstagnachmittag mehrere Alpinisten von einer Schnee- und Gerölllawine erfasst worden. Fünf Personen wurden verletzt, zwei davon schwer.

Rega-Helikopter im Einsatz.
Legende: Die Rega stand mit drei Helikoptern im Einsatz. 20 Minuten

Zwei Wandergruppen aus sechs und vier Personen befanden sich im Aufstieg zum Säntisgipfel in Richtung Himmelsleiter. Die Lawine ging kurz vor 15 Uhr beim Blauschnee nieder, wie die Kantonspolizei Appenzell Innerrhoden mitteilte.

Mehrere Personen wurden von Schneebrocken erfasst und bis zu 100 Meter in die Tiefe gerissen. Fünf Alpinisten wurden dabei verletzt, zwei davon schwer. Die Verletzten wurden mit Helikoptern der Rega in umliegende Spitäler geflogen.

Neben der Rega standen auch Spezialisten der Alpinen Rettung Wildhaus und aus Appenzell im Einsatz. Vor Ort waren zudem die Polizei sowie die Staatsanwaltschaft Appenzell Innerrhoden. Diese leitete eine Untersuchung ein.

Die Lawine war etwa zwei Meter hoch, vier bis fünf Meter breit und zehn Meter lang. Sie bestand vorwiegend aus Schnee.

«Aussergewöhnliches Phänomen»

Im Sommer gibt es selten Lawinen, aber sie kommen immer wieder vor. Laut des Instituts für Schnee und Lawinenforschung (WSL) verloren in den letzten 40 Jahren schweizweit 45 Personen im Juli, August und September ihr Leben in einer Lawine. Vor allem bei Neuschnee ist die Gefahr einer Sommerlawine hoch.

Laut Thomas Kleiber von SRF Meteo gab es allerdings keinen Neuschnee in der Säntis-Gegend. Der letzte Schnee fiel dort Mitte Juni. «Das muss Altschnee sein, der sich gelöst hat», so Kleiber. Im steilen Gelände brauche es oft nur wenig Schnee, der sich löse, um Alpinisten in Gefahr zu bringen. «Das Phänomen ist aber schon aussergewöhnlich», so Kleiber.

6 Kommentare

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  • Kommentar von Marlisa Schmid (Marlisa)
    Vor ein paar Jahren war man jeweils noch ziemlich einsam auf der steilen Anstiegsroute von der Schwägalp vis Tierwies auf den Säntis. Der Massentourismus hat nun auch diese Route erfasst. Oft läuft man in Kolonnen Richtung Gipfel, wird sogar ab und zu von einem "Bergläufer" in Turnschuhen überholt. Aufgrund dieses Massenansturms werden leider immer häufiger grössere Anzahl Menschen Opfer eines Lawinenniederganges oder Steinschlags.
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    1. Antwort von László Schink (gegen_links_grün)
      Das kann man so nicht behaupten. Wegen des kühlen Frühlings und Frühsommers lag auf 2200m eben viel mehr Schnee als üblich. Dafür spricht auch der Umstand, dass die Wanderer in einer " kleinen " Juli-Lawine doch bis zu 2 Meter tief verschüttet wurden.
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  • Kommentar von László Schink (gegen_links_grün)
    Auf den Bild ist doch noch einiges an Schnee zu sehen, was eben auch noch im Juli am Säntis für eine Lawine reicht. Durch den eher kühlen Sommer ist die Schneeschmelze verlangsamt, so dass es an dieser Passage und Höhenlage für einen Juli mehr Schnee haben mag, als üblich. Nicht die Verschüttungsgefahr ist das gefährliche bei diesen Sommerlawinen, sondern die Mitreiss- und Absturzgefahr, wozu schon 10-20cm Schnee genügen im Steilgelände, der grossflächig ins rutschen kommt.
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  • Kommentar von Ursula Schüpbach (Artio)
    "Am Säntis sind am Samstagnachmittag mehrere Alpinisten von einer Schnee- und Gerölllawine erfasst worden. Fünf Personen wurden verletzt, zwei davon schwer." Niemand weiss immer, was die Menschen in der Welt suchen. Alles gute den verletzten Alpinisten.
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    1. Antwort von Hans Fürer (Hans F.)
      Was meinen Sie damit: "Niemand weiss immer, was die Menschen in der Welt suchen"? Wer diese beliebte Route bei gutem Wetter im Juli begeht (wozu man nicht einmal ein ausgesprochener Bergsteiger sein muss), handelt jedenfalls nicht fahrlässig, Bergunfälle liessen sich nur vermeiden, wenn man überhaupt nicht mehr in die Berge geht ... Aber anderswo lauert der Tod ja noch viel häufiger!
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    2. Antwort von László Schink (gegen_links_grün)
      Das ist aber fahrlässig, auch als Wanderer muss man halt eben die Zeit abwarten, bis diese Passagen genug vom Schnee abgetaut sind, was aber offenbar nicht der Fall war, da die Wanderer bis zu 2 Meter tief verschüttet wurden. Und auf dem Bild ist auch noch viel Schnee erkennbar.
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