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Idee der Gewerkschaften GAV als Integrationshilfe für beeinträchtigte Menschen

Personen mit Handicap sollen besser im Arbeitsmarkt integriert werden. Travail Suisse setzt auf Branchenlösungen.

Legende: Audio Neuer Ansatz der Gewerkschaften: GAV als Integrationshilfe für Beeinträchtigte im Arbeitsleben. abspielen. Laufzeit 1:36 Minuten.
1:36 min, aus HeuteMorgen vom 27.01.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Travail Suisse möchte Gesamtarbeitsverträge so gestalten, dass eine Förderung von Menschen mit Beeinträchtigungen in allen Branchen möglich wird.
  • Arbeitgeber warnen vor zu hohen Integrationskosten insbesondere für kleinere Betriebe.
  • Procap weist auf die aktuelle Arbeitsrealität für Menschen mit Beeinträchtigungen hin, die «in den meisten Fällen» alles andere als rosig sei.

Nicht nur einzelne Unternehmen will der Gewerkschaftsdachverband Travail Suisse bei der besseren Arbeitsmarkt-Integration beeinträchtigter Menschen in die Pflicht nehmen, sondern ganze Branchen. Er setzt darum direkt bei den Gesamtarbeitsverträgen an. Diese sollen neu so ausgestaltet sein, dass sie die Integration von Menschen mit Beeinträchtigungen fördern.

Bildungsmassnahmen

Travail-Suisse-Präsident Adrian Wüthrich: «Wir können uns vorstellen, dass wir über die Gesamtarbeitsverträge Bildungsmassnahmen für die entsprechenden Personen mit Beeinträchtigungen finanzieren.» Auch könnten Ausbildungen für Mitarbeitende finanziert werden, die bei der Integration von beeinträchtigten Menschen in den Betrieb mithelfen.

Regeln in einem Gesamtarbeitsvertrag würden bedeuten, dass sich alle Unternehmen einer Branche an der Integration beteiligen. Wenn nicht aktiv, dann zumindest passiv, indem sie die Bemühungen anderer mitbezahlen.

Arbeitgeber: Kosten ein Hauptproblem

Martin Kaiser vom Arbeitgeberverband begrüsst die Idee der Gewerkschaften grundsätzlich. Ein Hauptroblem gerade für kleinere Betriebe sieht er bei den Kosten der Integration. Erfolg bringe die Initiative darum nur, wenn eine beeinträchtigte Person, die nicht vom ersten Tag an die volle Leistung bringe, auch nicht von Anfang an mit dem branchen- und ortsüblichen Lohn entlöhnt werden müsse.

Sollen in den Gesamtarbeitsverträgen also auch tiefere Einstiegslöhne verankert werden? Über genau solche Fragen müssen sich die Gewerkschaften und die Arbeitgeber nun einigen.

Hunderttausende betroffen

Zwar bekämen Unternehmen mehr Unterstützung von der Invaliden-Versicherung als früher, sagt Andrea Mengis von der Behinderten-Organisation Procap. Die Realität zeige aber, dass es in den meisten Fällen doch nicht gelinge, Menschen mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung dauerhaft in den Arbeitsmarkt zu integrieren, dass sie ihre Stellen behalten können.

Direkt betroffen sind in der Schweiz schätzungsweise 280'000 Menschen. Sie können nicht so viel arbeiten, wie sie gerne würden – weil sie seit Geburt, nach einer schweren Krankheit oder nach einem Unfall beeinträchtigt sind.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Daniele Röthenmund (gerard.d@windowslive.com)
    Die USR III wird die Situation für die Behinderten radikal verschlechtern davon bin ich überzeugt. Auch deshalb ein klares NEIN zur USR III.
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  • Kommentar von Daniele Röthenmund (gerard.d@windowslive.com)
    Tatsache ist das die IV Rentner keine Lobby haben, ergibt nur wenige Parlamentarier die sich für deren Interessen einsetzt. Das land ist nur so reich wie sein Ärmster Mitbürger, das heisst wir sind immer noch sehr Arm! Gerade viele SVP Anhänger, per Zufall auch meist Amerika Fans, die sich auf den Bürger und das Volk beziehen, lassen Behinderte da meist aussen vor. Ich will kein Amerika wo viele Behinderte wie Tiere auf der Strasse leben, viele die Ihre Gesundheit fürs Vaterland verloren haben.
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  • Kommentar von Daniele Röthenmund (gerard.d@windowslive.com)
    Duran es gibt Arbeitgeber die behinderte Einstellen und fördern, aber viel zu wenig. Frau Zelgner es ist billig den Asylanten die Schuld zuzuweisen, im Kanton Luzern wurden Brändi gerade 6 Millionen gestrichen weil man die Steuern gesenkt hat, ein rein Bürgerlicher Kanton. Mag sein das Ausländer die Sozialämter zusätzlich belasten, Tatsache ist aber wir haben noch nicht erfahren wie viele der 17000 denen man die IV gestrichen hat noch auf dem Sozialamt unterstützt werden.
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