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Schweiz Geri Müller: «Ich schäme mich»

Nacktselfies aus dem Stadthaus: Der Grünen-Nationalrat und Stadtammann Geri Müller will seine Ämter behalten. Das Vertrauen von seinen Mitarbeitern müsse allerdings gegeben sein, sonst wolle er das nicht mehr machen.

Nackt-Fotos: Geri Müller will vorerst nicht zurücktreten

Das Wichtigste in Kürze

  • Geri Müller entschuldigt sich in aller Form bei seiner Lebenspartnerin und seinem Umfeld für sein Fehlverhalten. Einen Rücktritt schliesst er zum jetzigen Zeitpunkt aus. Es gehe nun darum, vieles zu erklären – für ihn und für alle Betroffenen.
  • Der Nationalrat der Grünen und Stadtammann von Baden erklärt den Sachverhalt um die delikaten Chat-Inhalte im Detail. Es sei bei den Kontakten nie um Sex gegangen, sondern um eine virtuell-fiktive Unterhaltung. Die Frau sei zudem über 30jährig.
  • Müller hat verschiedene SMS der Frau als Drohung verstanden und darum eine Anzeige wegen Nötigung erstattet. Die Polizei alarmierte er schliesslich, weil er die Frau für suizidgefährdet hielt.
  • Der Anwalt von Müller beendet die Konferenz mit einem kurzen Plädoyer. Es habe keine rechtsrelevanten Verstösse seitens Geri Müllers gegeben. Für die moralische Seite habe sich Müller nun entschuldigt. Für die Öffentlichkeit müsste der Fall damit beendet sein.

Der Ticker ist abgeschlossen

  • 10:40

    Ende der Konferenz

    Die Pressekonferenz endet, ohne dass die anwesenden Journalisten noch weitere Detailfragen hätten stellen können. Hier endet auch unser Liveticker; danke, dass Sie dabei waren.

  • 10:38

    Keine juristische Gründe für weitere Interventionen

    Der Anwalt legt dar, dass es keine Gründe gebe, sich weiterhin juristisch mit dem Fall zu befassen. Müller habe sich nichts Rechtsrelevantes zu Schulden kommen lassen. Für die moralische Verfehlung habe er sich heute und hier öffentlich entschuldigt. Angesichts des Rechts auf Privatsphäre, das auch für Personen aus der Politik gelte, müsse die Angelegenheit für die Öffentlichkeit nun beendet werden.

  • 10:35

    Kein Amtsmissbrauch

    Am 14. August bekam Müller einen Anruf der Aargauer Polizei. Diese teilte ihm mit, dass keine Suizidgefahr seitens der Frau bestehe. Auch hier habe sich also Müller nichts zu Schulden kommen lassen. Seine Kommunikation mit der Polizei stelle keinen Amtsmissbrauch dar.

  • 10:32

    Anwalt Andreas Meili spricht

    Geri Müller übergibt das Wort an seinen Anwalt Andreas Meili. Der Anwalt erklärt die Vorkommnisse aus rechtlicher Sicht. Müller habe in keinem Moment juristisch relevant falsch gehandelt. Die Anzeige gegen die Frau sei von ihm, dem Rechtsvertreter Müllers, ausgegangen. Dies nachdem die Droh-SMS der Frau sich zu häufen begannen. Es seien ferner private Gespräche Müllers aufgenommen und verbreitet worden. Auch dies werde Gegenstand der Untersuchungen werden, sagt Meili. Am nächsten Donnerstag 21.8. findet die nächste Befragung der Frau statt.

  • 10:28

    Nochmalige Entschuldigung und kein Rücktritt

    Müller wendet sich an die Bevölkerung und an seine Familie und entschuldigt sich nochmals in aller Form. Er müsse jetzt schauen, in wie weit das Vertrauen in ihn und seine Arbeit erschüttert sei. Dann werde er entscheiden, ob er sein Amt weiterhin ausfüllen könne. Zum jetzigen Zeitpunkt schliesse er einen Rücktritt aus.

  • 10:26

    Empfehlungen an sich und andere

    Müller ruft andere dazu auf, im Umgang mit dem Internet vorsichtig zu sein. Er ermunert die Zuschauer und Zuhörer, zu überlegen, wie es zu so etwas kommen könne. Aber auch die Medien sollten über die Bücher gehen. Nichts sei bloss schwarz und weiss.

  • 10:25

    Chatten in der Amtszeit und Scham darüber

    Geri Müller gibt an, dass er manchmal bis spät abends und manchmal bis in den Morgen im Amtshaus sei. Da müsse er auch persönliche Dinge erledigen können. Grundsätzlich aber schäme er sich sehr für seine Handlungen. Er schäme sich vor seiner Frau, seiner Familie, seinen Parteikollegen, er schäme sich vor der ganzen Welt, sagt Müller mit erstickter Stimme.

  • 10:22

    Keine erregende Funktion des Chats

    Er habe nur auf Anraten seines Rechtsvertreters eine Anzeige wegen Nötigung gegen die Frau erstattet. Und trotz der als Drohungen verstandenen Handlungen der Frau habe er zu keiner Zeit persönlichen Vorteile aus seinem Amt gezogen, beteuert Müller mit Verve. Der Nationalrat stellt klar, dass dieser Chat zudem keine Errung erzeugende Funktion gehabt habe. Es sei nur um die intellektuelle Auseinandersetzung mit dem Thema gegangen.

  • 10:19

    Die Geschehnisse des 13. August

    An diesem Tag morgens um acht Uhr habe er nach Selbstmordandeutungen der Frau die Berner Polizei alarmiert. Müllers Stimme ist belegt, als er die Chronologie der Geschehnisse wiedergibt. Später, so Müller, habe er nochmals mit der Polizei telefoniert, diesmal mit der Aargauer Polizei, da die Frau in Baden war. Die Aargauer Kantonspolizei habe dann die Badener Stadtpolizei alarmiert. Diese unterstehe ihm, aber von diesen Vorgängen habe er nichts gewusst.

  • 10:14

    Virtuelle Beziehung zu Anfang

    Müller gibt an, dass es zunächst zu keinen Treffen gekommen sei. Sondern erst nachdem es möglich geworden war, dass diese Gespräche an die Öffentlichkeit gelangen. Die Frau habe sich zunehmend seltsam verhalten. Ihre Aussagen Müller gegenüber hätten sich widersprochen. Einmal sagte sie, sie hätte die Medien informiert. Am nächsten Tag sagte sie Müller gegenüber, sie halte die Medien noch zurück. Dieses Hin und Her der Aussagen hätten ihn stark belastet.

  • 10:11

    Drohungen wahrgenommen

    Er habe später bei Beendigung der virtuellen Beziehung Drohungen erfahren. Sie habe angedeutet, sie könnte auch Suizid begehen. Dies habe er als Druck wahrgenommen. Müller sagt, er wolle nichts entschuldigen, den genauen Sachverhalt müssten nun aber die zuständigen Gremien herausfinden.

  • 10:09

    Aussagen zum Sex-Chat

    Müller gibt an, nicht gewusst zu haben, wie alt die Frau sei. Er habe sie in diesem Chat für über 30jährig gehalten. Die Frau habe ausgesagt, ein Buch zu schreiben. Er habe die Frau aber nie genötigt, sondern mit ihr nur in diesem Kontext geredet. Die Frau habe versprochen, diesen virtuellen Austausch für sich zu behalten.

  • 10:07

    Grosse Fehler gemacht

    Geri Müller räumt ein, schwere Fehler gemacht zu haben. Da sei aber auf der einen Seite der Mensch und auf der anderen seine Geschichte als junger Mann auf dem Land. Dennoch bräuchten die Geschehnisse nun eine Erklärung. Für ihn selbst und für die Leute, die an ihn geglaubt haben und immer noch glauben.

  • 10:05

    Zuerst eine Entschuldigung

    Geri Müller entschuldigt sich bei seiner Lebenspartnerin und seinem Umfeld für seine Handlungen. Vor einem Wald aus Mikrofonen bittet er die Zuhörer, auch seine guten Seiten und seine Arbeit nicht zu vergessen.

  • 10:03

    Die Medienkonferenz in Zürich beginnt

    Der Nationalrat und Stadtammann Geri Müller ist selbst vor Ort. Mit schwerer Stimme und sichtlich bewegt eröffnet er die Konferenz.

Müller heute im Club

Geri Müller tritt heute Abend auf SRF 1 um 22.20 Uhr im Club auf. Mit dabei ist unter anderen auch Patrik Müller, Chefredaktor «Schweiz am Sonntag». Mehr

98 Kommentare

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  • Kommentar von Verena Rothen, Bern
    Kinder, es gibt Dinge, die wichtig sind - Verhandlungen mit andern Ländern, Verträge, Menschenrechte und Ähnliches - und es gibt komplette Banalitäten. - Es ist echt Zeit, an den wichtigen Dingen zu arbeiten. Habe noch nie einen solchen Schlag-auf-Schlag-Liveticker gesehen auf einer so seriösen Adresse. - Wie wärs mit sowas zur erneuten Bannung von Folter auch in westlichen Staaten wieder?!? Meldungen zur erneuten und kompletten Ächtung derselben im Sekundentakt - DAS wär mal was!! Danke!!
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    1. Antwort von Hans Haller, Kölliken
      Wie wahr, es gibt Dinge die wichtiger sind wie Staatverträge, Verhandlungen usw. Daher sollten da auch Leute im NR sein, die wissen was sie tatsächlich tun. - Haben wir da in Bern wirklich nun die Richtigen gewählt ???
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  • Kommentar von Rainer Selk, Buchs
    Wir hatten kürzlich im stadtzürcher ewz einen sexistischen Skandal, der dem Vizedirektor den Kopf kostete, mindestens 4 Frauenrechtsvereinigungen auf den Plan rief, zu dicken Abfindungssummen führte und organisatorisch im ewz vollkommen übertriebene 'Massnahmen' nach sich zog. G. Müller macht während der Arbeitszeit Fotos von seinem 'besseren Teil' und wie zu hören ist, das auch im Bundeshaus gemacht. Er ist erpressbar, charakterlich seinem Job nicht gewachsen. Bitte Rücktritt, sofort.
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  • Kommentar von Bruno Hochuli, Reinach BL
    Es wäre alles halb so schlimm, wenn Herr Müller die Nacktfotos nicht aus seinem Arbeitsplatz aus gemacht und gesendet hätte. Es fragen sich die Leute, ob vielleicht zu wenig Arbeit vorliegt, dass Herr Müller solch einen Trieb verspürte. Da sagt die Sekretärin im Bundeshaus direkt die Wahrheit, es sei an der Tagesordnung Sex zu treiben am Arbeitsplatz. Der Ruf unserer Parlamentarier geht langsam den Bach ab. Das kann ja heiter werden.
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    1. Antwort von Markus Müller, Olten
      Genau und man fragt sich was wohl der Hintergrund ist, dass viele andere Politiker (meistens von der gleichen Partei) sich nicht deutlich gegen dieses Verhalten aussprechen und klar den Rücktritt fordern. Ein Schelm wer denkt, ob die wohl auch?
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