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Schweiz Gesundheitskosten steigen 2014 auf über 71 Milliarden Franken

Wieder kostet das Gesundheitswesen der Schweiz mehr: plus 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der kleine Trost: Das Wachstum lag unter dem Fünfjahrestrend.

Legende:
Gesundheitskosten in der Schweiz pro Person und Jahr in Franken Vor 1985 sind es Schätzungen des BfS, danach Berechnungen. Bundesamt für Statistik (BfS)

Auf insgesamt 71,2 Milliarden Franken stiegen die Gesundheitsausgaben in der Schweiz im Jahr 2014, laut Bundesamt für Statistik (BfS) ist dies ein Zuwachs von 2,8 Prozent. Das ist unter dem Trend der letzten fünf Jahre. Da stiegen die Kosten jeweils um 3,3 Prozent an. Zum Vergleich: 2014 steigerte die Schweiz die Wirtschaftsleistung um 1,2 Prozent.

Ärzte im Spital bei der Operation
Legende: Die Gesundheitsausgaben der Schweiz betrugen 2014 rund 11 Prozent des Bruttoinlandprodukts. Keystone

Spitäler, Heime und Ärzte kosten am meisten

Die Kosten für Spitäler und Heime nahmen um 2,2 respektive 2,3 Prozent zu. Im Vergleich zum Trend der letzten fünf Jahre wuchsen sie unterdurchschnittlich stark.

Auch im Detailhandel waren die Ausgaben leicht rückläufig. Vor allem die Apotheken haben laut BfS weniger Umsatz gemacht. Bei den übrigen Leistungserbringern entspricht die Wachstumsrate weitgehend dem Fünfjahrestrend.

Von den Mehrausgaben in der Höhe von 1,9 Milliarden Franken im Jahr 2014 entfallen mehr als drei Viertel auf die Ausgabensteigerung bei Ärzten, Krankenhäusern und Heimen, die gemeinsam 72,2 Prozent der Gesundheitsausgaben ausmachen.

724 Franken kostet die Gesundheit pro Monat

Seit 2010 finanziert die Schweiz das Gesundheitswesen gleich: Etwas mehr als ein Drittel wird durch die Grundversicherung gedeckt, private Haushalte steuern ein knappes Viertel und der Staat einen Fünftel bei.

Pro Einwohner und Monat sind für das Gesundheitswesen 724 Franken ausgegeben worden, 11 Franken mehr als im Vorjahr. 265 Franken pro Person wurden mit Leistungen der obligatorischen Krankenversicherung gedeckt, 46 Franken durch Versicherungen wie AHV, IV und die Unfallversicherungen, 32 Franken durch andere Träger der sozialen Sicherheit und bedarfsabhängigen Sozialleistungen sowie 52 Franken mit Zusatzversicherungen.

Der Staat trug 146 Franken bei und 8 Franken wurden von privatrechtlichen Stiftungen finanziert. So mussten die Haushalte, zusätzlich zu den Versicherungsprämien, einen Restbetrag von 176 Franken oder 6 Franken mehr als im Vorjahr direkt bezahlen. Dies galt vor allem für Leistungen für Pflegeheime, Zahnarztleistungen sowie Kostenbeteiligungen an der Krankenversicherung für ambulante und stationäre Leistungen.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von René Balli (René Balli)
    Es ist ein Ablasshandel, die Pharmaindustrie hat die Kirche schon längstens ersetzt. Die Ärzte sind die Priester und die Prämienzahler die Gläubigen. 80% der Kosten sind Wohlstandskrankheiten und könnten ohne Kosten durch Prävention verhindert werden. Die Tatsache, dass der Mensch die Fähigkeit und Eigenschaft hat zu glauben, wird schamlos ausgenutzt. Glaube macht aber blind, wir zahlen immer mehr und die Krankheiten nehmen laufend zu, es ist Zeit für eine moderne Aufklärung!
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  • Kommentar von Dan Wer (Dan Wer)
    Die Schweiz ist ganz schön in Schräglage! Nebst den in den Kommentaren bereits genannten Gründen ist sicher auch das Arbeitsumfeld der Angestellten in Firmen ein grosses Problem. Solange die Firmen nicht (endlich) auf die Gesundheit der Mitarbeitenden achten müssen (so wie es im Gesetz steht), und auch dafür zur Rechenschaft gezogen werden, wird die Spirale der Kosten weiter nach oben gehen. Die Habgier und Gewinnoptimierung Investoren auf Kosten der Kleinen muss endlich aufhören.
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  • Kommentar von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
    Eine der Hauptursache für die Kostensteigerung im Gesundheitswesen ist die Ausrichtung der Forschung nach möglichst lukrativen Therapien während nicht patentierbare, günstige aber wirkungsvolle Therapien nicht erforscht werden. Und dies hat auch mit dem Filz zwischen Pharmaindustrie Universitäten zu tun. An welcher Uni könnte eine Therapie erforscht werden können (bzw. dürfen!), welche Kosten massiv senken würde - auf Kosten der Pharmaindustrie?
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