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Schweiz Gleiches Mittel, anderer Preis – Generika sind überteuert

Generika-Preise in der Schweiz sind viel zu hoch – das ist das Fazit des jüngsten Auslandpreisvergleichs von Preisüberwacher Stefan Meierhans. Er fordert einen Systemwechsel.

Legende: Video Generika in Schweiz überteuert abspielen. Laufzeit 1:41 Minuten.
Aus Tagesschau vom 06.10.2015.

Generika sind in der Schweiz nach wie vor so teuer wie nirgends sonst in Europa. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Preisüberwachers. Aus seiner Sicht kann nur ein neues Festbetragssystem Abhilfe schaffen. Der Bund sei aber auf dem richtigen Weg.

Untersucht hat der Preisüberwacher die Schweizer Preise von 20 umsatzstarken Wirkstoffen einer international tätigen Generikafirma. In den 15 Vergleichsländern kosten diese Medikamente im Schnitt 41 Prozent des Schweizer Preises, wie es in einer Mitteilung heisst. In Norwegen, dem teuersten Vergleichsland, sind die Generika ein Drittel günstiger.

Es gehe nicht darum, die Preispolitik einer einzelnen Firma zu kritisieren, sondern die Fehler des Schweizer Preisregulierungssystems zu korrigieren, schreibt der Preisüberwacher.

Anders als bei Originalmedikamenten werden die Generikapreise nicht mittels Auslandpreisvergleich festgesetzt, sondern sind abhängig vom Umsatz des wirkstoffgleichen Originals. Diese Regel behindert nach Ansicht des Preisüberwachers aber den Preiswettbewerb, da sie als implizite Preisempfehlung betrachtet werden könne.

Bundesrat will maximalen Preis festlegen

Erfreut zeigt sich der Preisüberwacher über die Ankündigung des Bundesrates, für Generika ein Referenzpreissystem einzuführen. Dieses System biete Anreize für Hersteller von Generika, ihre Preise zu reduzieren.

Nach Ansicht des Bundesrates soll für einen bestimmten Wirkstoff künftig ein maximaler Preis festgelegt werden. Das Innendepartement von Bundesrat Alain Berset soll bis Ende Jahr eine Vorlage ausarbeiten.

Der Bundesrat hatte bereits im April das System zur Preisfestsetzung für kassenpflichtige Medikamente geändert. Neu hat der Vergleich mit den Preisen im Ausland mehr Gewicht als der Vergleich mit ähnlichen Arzneimitteln.

Legende:
Auslandpreisvergleich Generika eines Generikaherstellers mit 15 Vergleichsländern Das Diagramm gibt einen Überblick über den Preisvergleich (Das Schweizer Preisniveau ist auf 100% normiert). Eidgenössisches Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung WBF

13 Kommentare

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  • Kommentar von Franz NANNI (Aetti)
    Zu erwaehnen.. der genannte Konzern beschaeftigte etwa 50'000 Menschen
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  • Kommentar von Franz NANNI (Aetti)
    Ein englischer Pharmakonzern mit einem Weltleader-Praeparat hatte ein Antidepressivum entwickelt das aeusserst effektiv war, 100te Millionen invetsiert und als es die Zulassung bekam weltweit verrmarkten wollen.. doch schon kurz nach Einfuehrungen hatten sich toxische Nebenwirkungen gezeigt, die in allen Studien nie in Erscheinung traten...Resultat, der Konzern war am Rande des Konkurses und wurde nur Dank seinem Weltleaderpraeparat, das er an einen anderen Konzern verkaufte, gerettet.
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  • Kommentar von Franz NANNI (Aetti)
    Man muss sehen, die Forschungskosten fuer neue Medis sind in Milliardenhoehe gestiegen.. wenn man bedenkt dass uU 9 von 10 neuen Medikamenten sich als Flop herausstellen.. unvertraeglich/toxisch sind ist eine Patentierung angebracht, ansonst waere die Pharma laengst tot, hunderttausende ohne Arbeit und Milionen ohne wirksame Medikamente.. man bedenke zB Antibiotika.. die haben an Effekt verloren.. DU koenntest der Naechte sein mit unbehandelbarer Infektion..
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