Grüne machen mobil gegen Ecopop

Die Ecopop-Initiative will der Zuwanderung Grenzen setzen – aus ökologischen Gründen. Das ist für die Grüne Partei äusserst heikel. Jetzt geht sie in die Gegenoffensive.

Regula Rytz, Präsidentin der Grünen Partei. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Regula Rytz will mit ihrer Partei für ein Nein zur Ecopop-Initiative kämpfen. Keystone

Im Kampf gegen die Ecopop-Initiative müssten die Grünen jetzt vorangehen. Das sagt Parteipräsidentin Regula Rytz gegenüber Radio SRF. Die Grünen möchten die Leitung der Nein-Kampagne von SP, Grünliberalen, CVP und FDP übernehmen.

Grüne in der Verantwortung

Gerade wegen des grünen Anstrichs der Initiative trage die Grüne Partei eine hohe Verantwortung. «Wir wollen zeigen, dass die Grünen eine andere Haltung haben und sind durchaus bereit, hier Verantwortung für alle Parteien zu übernehmen», sagt Rytz.

Vor einem halben Jahr hatten die Bürgerlichen den Lead den Grünliberalen und der FDP zugeschanzt. Trotzdem zeigt sich CVP-Präsident Christoph Darbellay bereit, erneut darüber zu diskutieren. Bei ihm sei die Tür für die Grünen offen, sagt er. «Die Grüne Partei wäre ein glaubwürdiger Botschafter.»

FDP will Lead teilen

FDP-Generalsekretär Stefan Brubpacher möchte aber bei der ursprünglichen Abmachung bleiben. Er schlägt vor, sich die Arbeit zu teilen: «Die Grünen sollen im linken Lager den Lead übernehmen. Wir übernehmen ihn im bürgerlichen Lager.»

Für eine solche Aufgabenteilung zeigen sich auch die Grünen offen. Ihr Angebot aber steht: Sie würden auch die ganze Führung übernehmen. Parteipräsidentin Rytz will nächste Woche mit den anderen Parteichefs verhandeln. Ihre Offensive soll der grünen Basis wohl auch signalisieren, dass sich die Parteileitung entschieden gegen die ökologischen Argumente der Ecopop-Initiative stellt. Diese kommt frühestens im November an die Urne.

(aebn;snep)

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Ecopop-Initiative - schnell vors Volk oder nicht?

    Aus Rendez-vous vom 25.2.2014

    Die sogenannte Ecopop-Initiative «Stopp der Überbevölkerung - zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen» soll möglichst schnell und ohne Gegenvorschlag vors Volk. Das will die Staatspolitische Kommission des Ständerates. Die SVP hingegen möchte dies verhindern. Die Gründe.

    Max Akermann

  • Kampfzone Zuwanderung

    Aus Rundschau vom 12.2.2014

    Nach dem „Ja“ zur Masseneinwanderungsinitiative schielen die SVP-Politstrategen bereits auf die Ecopop-Initiative. Diese soll als Druckmittel zur Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative herhalten. Ecopop sieht eine radikale Beschränkung der Nettozuwanderung vor: Nur gerade 16'000 Zuwanderer pro Jahr dürften kommen. Bei Ecopop sind die Meinungen zur Vereinnahmung durch die SVP geteilt.