Häftlinge gehen aufeinander los

Im Genfer Gefängnis Champ-Dollon ist es einen Tag nach einer Massenschlägerei zwischen ungefähr hundert Häftlingen zu zwei weiteren Auseinandersetzungen gekommen. Dabei wurden fünf Häftlinge durch Stichwaffen verletzt.

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Bildlegende: Das überbelegte Gefängnis von Champ-Dollon sorgt wieder für Schlagzeilen. Keystone

Im Gefängnis von Champ-Dollon gingen am Montag Häftlinge unter anderem mit Messern aufeinander los. Fünf Gefangene seien schwer verletzt worden, sagte der Direktor der Strafanstalt, Constantin Franziskakis.

Was die Gewalttaten im Gefängnis Champ-Dollon bei Genf ausgelöst hatten, sei noch unklar. Man habe aber die Hauptakteure der Affäre identifiziert und werde sie bestrafen.

Massenschlägerei am Sonntag

Bereits am Sonntag war es zu einer Massenprügelei von rund hundert Insassen gekommen. Um wieder Ruhe und Ordnung im Gefängnis herzustellen, musste zur Unterstützung der Wärter die Polizei aufgeboten werden.

Das Gefängnis Champ-Dollon steht seit langem wegen seiner Überbelegung in der Kritik. In der für 370 Inhaftierte ausgelegten Anstalt befinden sich rund 800 Häftlinge. Im April 2013 hatten die Wärter eine Stunde ihre Arbeit niedergelegt, um gegen die Überbelegung zu protestieren.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Gefängnisse platzen aus allen Nähten

    Aus Schweiz aktuell vom 7.1.2014

    Das Genfer Hochsicherheits-Gefängnis Champ-Dollon ist mit derzeit 840 Insassen bei 376 Plätzen seit Jahren chronisch überbelegt. Auch im Waadtland stehen 900 Gefangenen lediglich 600 Plätze zur Verfügung. Mit Investitionen von mehreren hundert Millionen will Genf nun die Zahl der Haftplätze bis 2017 verdoppeln. Auch die Waadt setzt in den nächsten Jahren 100 Millionen Franken zur Verbesserung der Zustände ein.