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Häusliche Gewalt Geschlagen, getreten, gewürgt

Notfallärzte haben erstmals die Verletzungen von Opfern bei häuslicher Gewalt untersucht.

Jedes sechste Opfer von häuslicher Gewalt wird gewürgt. Das zeigt eine neue Studie des Universitätsspitals Bern.

Der grösste Teil der Opfer, die gewürgt werden, sind Frauen – nämlich 94 Prozent. Das sagt die Studienleiterin gegenüber der «Sonntagszeitung». Die Folgen eines Würgeangriffs würden oft nicht beim ersten Arztbesuch erkannt. Mögliche Spätfolgen seien Gedächtnisstörungen, Hirnschläge oder sogar der Tod.

Immer wieder die gleichen Opfer und Täter

Die Berner Studie zeige weiter, dass die Täter ihre Opfer fast immer schlagen, meistens mit der offenen Hand, aber auch mit der Faust oder sie treten ihre Opfer. Verletzt wird dabei fast immer der Kopf, oft aber auch die Arme, der Hals und der Brustkorb. Die häufigsten Folgen sind Prellungen, Blutergüsse, Blutungen und Frakturen.

Legende:
Wer sind die Täter? Angaben in Prozent. Insgesamt 337 befragte Patienten. Sonntagszeitung / Universitäres Notfallzentrum Inselspital Bern

Gemäss Untersuchung gibt es sehr viele Wiederholungstäter und auch immer wieder die gleichen Opfer. Fast 60 Prozent der Patientinnen gaben in der Befragung durch die Ärzte an, sie seien in der aktuellen Beziehung bereits Opfer von häuslicher Gewalt geworden.

Für die Studie haben die Ärzte die Daten aller Patienten des universitären Notfallzentrums des Inselspitals ausgewertet. Der Beobachtungszeitraum umfasste die Jahre 2006 bis 2016. Berücksichtigt wurden insgesamt 377 Fälle.

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43 Kommentare

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  • Kommentar von Matthias Lüscher (T.C.)
    @Daniel Bucher: Diese Abgrenzung die sie da machen, machen Menschen (Männer), die sich dem Thema nicht stellen wollen. So können sie denken, dass es NUR ein kulturelles Problem sei, welches die ANDEREN betrifft. Die Realität zeigt jedoch, dass Männer aus allen Kulturen Gewalt an Frauen begehen. Sorry es ist ein Männerproblem und nich nur ein Ausländerproblem. Ich weiss wovon ich spreche. Ich arbeite mit gewaltausübenden Männern. LG.
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  • Kommentar von Franz NANNI (igwena ndlovu)
    Wer in der Ehe koerperliche Gewalt anwendet ist ein Schwaechling... denn diesem fehlt offensichtlich die geistige oder seelische Gleichberechtigung... Wer sich nicht anders zu helfen weis schlaegt zu.. und immer gegen den Schwaecheren.. und meist sind diese Schwaechern nichts als Ersatz.. (Man meint den (zu schweren) Sack und schlaegt den Esel...) Einfacher: Mann hat Frust und entfrustet am naechste schwachen Ofer.. DAS Zeichen fuer Eigen-Schwaeche.... nur so einige Gedanken zum bitteren Thema!
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  • Kommentar von Beat. Mosimann (AG)
    Gewalt erkennen, daran ARBEITEN, es gibt professionelle Hilfe für Gewaltbewältigung, das wäre ein wichtiger SCHRITT. Probleme sollen nicht mit Gewalt gelöst werden, nicht im engsten Familienkreis u. auch nicht auf der weiten Welt. Das beliebteste Spiel ist Kriegsspiele wir sind infiziert, das böse / Schlechte auszulöschen, anstelle kreative neue Wege auszuprobieren. Zugegeben, es ist eine Willensache u. benötigt Geduld, Toleranz, Kreativität und Einfühlungsvermögen. Fordert viel, es lohnt sich.
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