Helikopterabsturz: Freileitungen sind eine Gefahr

Der Absturz des Super Pumas auf dem Gotthard wirft Fragen auf. Stromleitungen sind normalerweise auf den elektronischen Karten, welche die Piloten auf dem Bildschirm vor sich haben, eingezeichnet. Wie kann es trotzdem zu Kollisionen kommen?

Über den Gotthard führen verschieden Stromleitungen. Wenn man die Karte des Bundesamtes für Zivilluftfahrt studiert, welche die Helikopterpiloten vor sich auf dem Bildschirm sehen, sind die Hochspannungsleitungen deutlich eingezeichnet.

Das bestätigt Marco Riva, der Vizepräsident des Schweizerischen Helikopterverbandes, aber er sagt auch: «Es sind in der Regel nur Leitungen eingetragen, die höher über Grund liegen.»

Oft gefährliche Situationen im Gebirge

Die Leitung, die der Super Puma gestern touchierte, war mit grosser Wahrscheinlichkeit eine der kleineren. Wenn die Piloten die Mindestflughöhe von 150 Metern einhalten, laufen sie keine Gefahr. Beim Starten und Landen aber werden Stromleitungen oder Seilbahnen zum Problem. Es gebe wohl kaum Piloten, die nicht schon gefährliche nahe an eine Freileitung geraten seien, sagt Riva: «Solche Situationen kommen in der Gebirgsregion oft vor.»

Wenn die Freileitungen nicht auf der Karte eingezeichnet sind, werde es für den Piloten besonders gefährlich. «Er sieht die Leitung aufgrund der Lichtverhältnisse nicht oder zu spät.» Auf Sicht zu fliegen, insbesondere beim Starten oder Landen, ist deshalb im Gebirge eine der gefährlichsten Situationen für Helikopterpiloten.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Aufräumarbeiten nach Helikopterabsturz

    Aus Schweiz aktuell vom 29.9.2016

    Nach dem gestrigen Absturz eines Super Puma fanden heute auf dem Gotthardpass umfangreiche Bergungsarbeiten statt. Das Gebiet ist weiterhin grossräumig abgesperrt. Einer der beiden getöteten Militärpiloten war Stadtrat in Illnau-Effretikon ZH.

  • Neue Fakten zum Super Puma Absturz

    Aus Tagesschau vom 29.9.2016

    Einer der beiden getöteten Piloten beim gestrigen Helikopterabsturz am Gotthard ist ein 50-jähriger Stadtrat aus Illnau-Effretikon. Der schwerverletzte Flugbegleiter ist ausser Lebensgefahr. Hinweise auf eine technische Ursache gibt es nicht.