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Nach Murgang bei Bondo Hochwasser überfluten die Verkehrswege im Bergell

  • Nach einem erneuten Bergsturz sind im Bergell die beiden Flüsse Bondasca und Maira stark angestiegen. Hochwasser überflutet die Strassen im Bergsturzgebiet.
  • Am Donnerstagabend war eine grosse Menge Gestein vom Grenzberg Piz Cengalo abgebrochen.

Die Maira fliesse über den Schutt der Murgänge und deshalb einige Meter höher als im normalen Bett, teilte die Gemeinde Bregaglia mit. Die neue Kantonsstrasse auf der linken Flussseite der Maira wurde durch das Wasser und den Murgang komplett überflutet, und der Strassendamm wurde stark beschädigt.

Es bestehe die Gefahr, dass die Maira auch die alte Kantonsstrasse auf der rechten Flussseite unterspüle, hiess es. Falls das geschehe, bestünde keine Verkehrsverbindung durch das Tal mehr.

Auffangbecken kann nicht ausgehoben werden

Der Ort Spino gegenüber Bondo und die alte Strasse könnten erst genauer überprüft werden, wenn die Maira wieder in ihrem Bett fliesse. Das dürfte laut Gemeindeangaben mehrere Tage dauern.

Zurzeit wird abgeklärt, ob die alte Kantonsstrasse mit schweren Steinen vor Unterspülung geschützt werden könnte. Die Arbeiten zum Ausheben des Auffangbeckens konnten aus Sicherheitsgründen nicht aufgenommen werden.

Bondo bleibe vollständig evakuiert, so die Gemeinde Bregaglia. Der Zugang zum Ort sei nicht möglich – die Brücke über die Maira sei durch den Murgang überflutet worden.

Die Malojastrasse H3 bleibt zwischen Castasegna an der Grenze zu Italien und Promontogno gesperrt – ebenso zwischen Vicosoprano und Casaccia am Fusse des Malojapasses ins Engadin. Das bedeutet, dass das rund 30 Kilometer lange Bergell an beiden Enden unpassierbar ist.

Murgang nach Gewitter am Donnerstag

Starke Regenfälle haben am Donnerstag um 21.30 Uhr zu einem weiteren Murgang bei Bondo geführt. Das Ausmass sei gross, sagt Christian Gartmann, Mediensprecher des Katastrophenstabes in der Talgemeinde, gegenüber SRF.

In Spino mussten sich mehrere Personen in Sicherheit bringen. Zwei wurden mit einem Rega-Helikopter per Seilwinde evakuiert. Sie sind laut Angaben der Einsatzleitung unverletzt. «Die Bewohner verlassen mit Sack und Pack fluchtartig das gefährdete Gebiet», berichtet Mario Nottaris, SRF-Reporter vor Ort.

Zerstörte Strassen
Legende: Nach weiteren Murgängen in der Nacht auf Freitag ist ein grosser Teil des Bergells von der Umwelt abgeschnitten. SRF

Keine Kenntnis von Opfern

Die Polizei gehe davon aus, dass es keine Verletzten gegeben habe, sagte ein Sprecher der Kantonspolizei Graubünden zur Nachrichtenagentur sda. Die Einsatzzentrale wurde inzwischen vom Gemeindehaus in ein Hotel verlegt.

Erneute Murgänge im Bergsturzgebiet waren im Hinblick auf die angesagten Regenfälle erwartet worden, zumal sich der Fels am Piz Cengalo noch bewegt. Die Gemeinde Bregaglia hatte die Bevölkerung vor weiteren Murgängen gewarnt und die Bewohner angewiesen, sich vom gefährdeten Gebiet fernzuhalten.

Am Mittwoch letzter Woche hatte sich gleichenorts ein Bergsturz historischen Ausmasses zugetragen, bei dem drei Millionen Kubikmeter Material abbrachen. Acht Personen kamen dabei ums Leben. Die Suche nach ihnen ist eingestellt worden.

Legende: Video «Neuer Murgang in Bondo» abspielen. Laufzeit 2:57 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 01.09.2017.

Spenden für Bondo

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Spenden können auf das Postkonto 10-15000-6 mit dem Vermerk «Bondo» überwiesen werden. Auf www.glueckskette.ch oder mittels Swiss-Solidarity-App sind ebenfalls Spenden möglich.

20 Kommentare

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  • Kommentar von Müller Michael (Iceman)
    Sorry, aber wo bleibt unsere Regierung ?? Unser Staat spendet Milliarden ins Ausland, Schweiz first?
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    1. Antwort von Samuel Nogler (semi-arid)
      Denken Sie jetzt wirklich, dass es etwas bringen würde, wenn 7 Bundesräte mit Schaufel und Pickel anpacken würden? Wohl kaum. Es wurde alles erdenklich unternommen um ein solches Ereignis vorzubeugen, es gibt aber Prozesse, die für Menschen und sogar für die hervorragende Schweizer Regierung zu überwältigend sind.
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  • Kommentar von Hans Schaffner (Housi)
    Verstehe jetzt nicht ganz wieso das Bergell von der Umwelt abgeschnitten sein soll. Man kommt doch sowohl von Chiavenna als auch vom Maloja her bis Bondo oder sehe Ich das etwas falsch?????
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    1. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Weiter oben wurde die Kantonsstrasse von einem anderen Murgang überflutet. Deshalb ist das Bergell von Pranzaira (Talstation der Albigniabahn ) bis Promontogo nicht mehr auf der Strasse erreichbar
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  • Kommentar von Thomas Pirovano (Thomas Pirovano)
    Ich höre und sehe die Berichterstattung über Bondo schon seit mehr als einer Woche. Es macht mich stark betroffen, da ich schon drei Mal in diesem Tal war und viele schöne Erlebnisse hat. Ich hätte mir gewünscht, wenn sich die Glückskette schneller zu einem eingreifen entschlossen hätte. Die Leute sind nun noch mehr verunsichert nach dem erneuten Murgang. Ich gebe mit den Gebeten den Einwohnern von Bondo Kraft und hoffe, dass sich die Lage allmählich beruhigt.
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    1. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Die Glückskette hat seit dem 24. 8., also dem Tag nach dem ersten Bergsturz eine Webseite mit Informationen für Betroffene und für Spenden. Was bringen Ihnen solche Seitenhiebe konkret?
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    2. Antwort von Thomas Pirovano (Thomas Pirovano)
      @Hanspeter Müller: Ich wusste dies nicht. Deshalb habe ich es geschrieben. Es war nicht als Seitenhieb gedacht. Dann guckt also die Glückskette doch zu Bondo, was erfreulich ist.
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    3. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      Es ist schön was Sie schreiben Herr Pirovano. Es hat nicht das geringste mit Seitenhieben zu tun. Ich wusste auch nichts von der Glückskette.
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