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Schweiz «Ich bin stärker»: Neue Anti-Tabak-Kampagne setzt auf Motivation

In der Schweiz rauchen 1,7 Millionen Menschen. Zu viel, meint das Bundesamt für Gesundheit – und investiert neun Millionen Franken in die Tabak-Prävention. Die neue Kampagne mit dem Slogan «Ich bin stärker» soll aufhörwillige Raucher bestärken.

Legende: Video Jeder Zweite möchte nicht mehr rauchen abspielen. Laufzeit 01:53 Minuten.
Aus Tagesschau vom 16.02.2015.

Über die Hälfte der Raucher in der Schweiz geben an, mit dem Rauchen aufhören zu wollen. An diese Gruppe richtet sich die neue Tabakpräventionskampagne des Bundes mit dem Slogan «Ich bin stärker».

Kampagnen-Plakat
Legende: Die Plakate der aktuellen Anti-Tabak-Kampagne sollen Raucher zu einem Stopp animieren. bag

Jeder Vierte raucht

Derzeit liegt der Anteil der Raucher an der Gesamtbevölkerung bei 25 Prozent, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mitteilte. Das sind 1,7 Millionen Menschen, was gemäss BAG aus gesundheitspolitischer Sicht eine zu hohe Zahl ist.

Das Ziel ist, den Anteil Raucher auf 23 Prozent in drei Jahren zu senken. Nicht gerade viel, sagt Pascal Stupler, Direktor vom Bundesamt für Gesundheit. Aber: «Die Realität zeig, dass jedes weitere Prozent eine schwierige Geschichte ist.»

Häufigste Todesursache

Mit der neuen Kampagne versuche man, die Sensibilität etwas auszuweiten, so Stupler. Denn der Tabakkonsum sei immer noch die häufigste Ursache vorzeitiger Todesfälle in der Schweiz und verursache volkswirtschaftliche Kosten von fünf Milliarden Franken pro Jahr.

Kampagne zielt auf Hilfsangebot

Wer auf sich alleine gestellt ist, schafft es kaum, mit dem Rauchen aufzuhören. Die Erfolgschance liegt bei fünf Prozent. «Mit der Unterstützung von Kampagnen, Ärzten und Apothekern liegt der Erfolg immerhin bei zehn Prozent», sagt Strupler. Deshalb wird in der neuen Kampagne mit Plakaten und Fernsehspots vor allem auf diese Hilfsangebote hingewiesen.

Mit der neuen Kampagne soll die Motivation der aufhörwilligen Raucher gestärkt werden. Ausserdem macht sie auf bestehende Unterstützungsangebote wie die nationale Rauchstopp-Telefonlinie aufmerksam. Diese Angebote gibt es bereits seit Jahren, doch nutzen sie Raucher zu wenig, sagt Stupler. Das soll sich nun ändern.

Die Präventionskampagne setzt auf das bereits bekannte Logo mit der geknickten Zigarette. Dies garantiert gemäss BAG einen «hohen Wiedererkennungswert». Neben dem Bundesamt beteiligen sich die Kantone und Nichtregierungsorganisationen an der Kampagne.

Hoffen auf Politik

Für den durchschlagenden Erfolg hofft Stupler auch auf die Politik. Der Bundesrat will das Gesetz verschärfen. Sein Vorschlag: Zigarettenwerbung soll – mit wenigen Ausnahmen – verboten werden. Und niemand unter 18 Jahren soll Zigaretten kaufen dürfen. Das Gesetz soll spätestens 2019 in Kraft treten. Derweil investiert das Bundesamt für Gesundheit neun Millionen Franken in die neue Kampagne. Das Geld nimmt es aus dem Tabakpräventionsfonds. In diesen zahlt jeder Raucher ein, wenn er ein Päckchen Zigaretten kauft.

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22 Kommentare

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  • Kommentar von Jorkano Faln, Kanada
    Warum in der Schweiz ist Rauchen in Publik nicht verboten? In die Provinz "British Colombia" rauchen ist verboten in Restauraten, Parks mit kinder und in publik Gebäude. Die Neue Anti-Tabak Kampagne war ein gute Idee. Warum in die Schweizer Regierung ist zu nachsitchtig für Rauchen?
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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    sagte der Kettenraucher..: nichts Leichteres als mit dem Rauchen aufzuhoeren... ich hab es schon 100x geschafft! nun, die Summe der Laster bleibt sich gleich sagt der Volksmund.. hat wohl etwas an sich! Und Alkohol als auch Fresssucht sind vermutlich etwa gleich schaedlich wie das Rauchen.. und auch ansteckend! Summa sumarum: Das Leben selber ist Schadlich, es fuehrt 100% zum Tode! Immerhin koennte man mit Marihuana anstatt ... die schweren Schaeden durch Rauchen und Saufen vermindern...
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  • Kommentar von A.Käser, Zürich
    Die allergrössten Kosten verursacht unsere Lieblosigkeit und Verantwortungslosigkeit.Gegenüber uns und damit verbunden,gegenüber unseren Nächsten.Solange wir uns dahingehend instrumentalisieren lassen als dass uns von Kindsbeinen an eingetrichtert wird,dass wir nur etwas WERT seien,wenn wir diesen und jenen Vorgaben,Normen,Anforderungen entsprächen und im eigentlichen Sinn im Grundsatz Sünder und eine Fehlkonstruktion seien,wird sich in unserer Gesellschaft nichts zum Positiven ändern.
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    1. Antwort von Christian Schulthess, 8824 Schönenberg
      Selten so was gutes gelesen, dass kann ich mit unterschreiben. Bravo A. Käser!!
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