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Schweiz IKRK-Präsident fordert Zugang zu syrischen Gefängnissen

Der Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, Peter Maurer, äussert sich in der «Rundschau» zur Situation der Häftlinge in Syrien. Es sei offensichtlich, dass Misshandlungen vorkommen. Er fordert den sofortigen Zugang zu den Häftlingen auf beiden Seiten.

Legende: Video IKRK will Zugang zu syrischen Gefängnissen abspielen. Laufzeit 06:42 Minuten.
Aus Rundschau vom 22.01.2014.

Die Folter-Bilder aus syrischen Gefängnissen gingen um die Welt. Peter Maurer, Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), will sich zu den Fotos nicht äussern, sagt aber im Interview mit der «Rundschau», die schwierigste Situation für die Menschen in den Gefängnissen sei unmittelbar nach der Inhaftierung. «Dann kommen die meisten Misshandlungen vor.»

Auch im dritten Jahr des Syrien-Konflikts habe das IKRK «keinen befriedigenden Zugang – weder zu den Häftlingen auf der Seite der Regierung, noch auf Seite der Opposition». Ein übergelaufener syrischer Militärpolizist hat Fotos von Tausenden Häftlingen vorgelegt. Sie sollen zu Tode gefoltert worden sein. Maurer will zwar zu den konkreten Berichten keine Stellung nehmen, sagt aber: «Es scheint mir offensichtlich, dass solche Misshandlungen vorkommen.»

«Assad hört mir zu»

Im vertraulichen Dialog mit den Verantwortlichen müssten «schnell Verbesserungen erzielt werden». Das sei der Auftrag des IKRK, so Maurer. Die Frage, ob der syrische Machthaber Baschar al-Assad zuhöre, wenn er solche Forderungen vorbringe, bejaht der IKRK-Präsident: «Der Zugang zu den Gefängnissen war einer der wichtigsten Gegenstände der Gespräche, die ich in Damaskus geführt habe.»

Die Erfahrung in anderen Kriegsgebieten zeige, für die einzelnen Häftlinge verändere sich viel, wenn das IKRK in die Gefängnisse gelassen werde. «Es gelingt uns in der Regel, Verbesserungen bezüglich der Behandlung der Gefangen, ihrer medizinischen Situation sowie der Wasser- und Nahrungsversorgung zu erreichen.» Das IKRK könne aber nicht verhindern, dass Misshandlungen stattfinden. «Verbesserungen sind immer langsamer als Missbräuche», so Maurer.

Keine Fortschritte bei Konferenz erwartet

Von der heute in Montreux gestarteten Syrien-Konferenz erwartet IKRK-Präsident Maurer wenig. Er gehe nicht davon aus, «dass grosse Fortschritte erreicht werden». Maurer hofft aber, dass die Rahmenbedingungen für humanitäre Hilfe verbessert werden.

Das IKRK habe «erhebliche Einschränkungen», um in allen Teilen Syriens tätig sein zu können. Das sei ein wichtiges Problem. Gerade bei der Nahrungsverteilung und der medizinischen Versorgung gebe es «völlig unbefriedigende Bereiche». Bei der Wasserversorgung würden alle Teile Syriens erreicht. Bei der Lebensmittelverteilung sei dies noch nicht der Fall. Die Unterversorgung betreffe die umkämpften Gebiete und damit auch die von den Rebellen kontrollierten Regionen, so Maurer.

(schubeca;kurn)

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Meier, Zürich
    Zuviele Köche verderben den Brei. Es ist nicht alles Heuchelei was so aussieht als ob, Herr Topal.
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  • Kommentar von Hami Topal, Basel
    Seit Jahren wird Syrien als Museum zum anschauen dargestellt.Auf der einen Seite sind die Erfinder der Menschenrechte, Russland.Auf der anderen Seite Dekadente Scheichs (Golfstaaten und Iran).Dazwischen sind arme Menschen, getötet und gefoltert wie im 2.Weltkrieg. Schweizer wartet nur ab, Credit Suisse und UBS werden dort als erste helfen.
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    1. Antwort von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
      @Hami Topal: Ihr Kommentar zeigt, dass Sie die Einflussmöglichkeiten der Schweiz kompl. überschätzen. Das wir doch noch ein Rest von Neutralität pflegen und hochhalten, können solche Konferenzen überhaupt erst stattfinden. Ob es was bringt steht auf einem anderen Blatt und wird erst später sichtbar. Aber einfach auf CS und UBS drauflos zu dreschen ist nicht zielführend u. zeigt ein grosses Nichtwissen der aktuellen Lage in dieser Region. Auch die TK bekleckert sich nicht mit Ruhm, im Gegenteil
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    2. Antwort von Hami Topal, Basel
      Dies war Sarkasmus(siehe Wikipedia) und es geht nicht um die Türkei, sondern in der CH wird Wasser gepredigt und Wein getrunken.Ich bin in zwei Kulturen aufgewachsen und die Heuchelei der CH überwiegt die achso "humanitäre CH".Genau Ihre Argumente zeigen, wie Burkhalter mit Pathos Mandela würdigt und gleichzeitig Südafrika-Akten gesperrt werden.Räumen Sie bei sich auf bevor sie die Welt retten oder Volksvermögen von"lieben"Despoten aus der Welt bei einem netten Kaffekränzchen entgegennehmen!
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    3. Antwort von Hami Topal, Basel
      Wieso kommen Sie mit der Türkei? Ganz einfach, wegen meinem Namen. "Geh lieber dorthin zurück!" heisst es schnell. Nur damit sich einige der Selbstkritik entziehen können, was in den in den letzten Dekaden passiert ist. Wieso muss ich mich für die Türkei rechtfertigen?Die Türkei ist ein Schwellenland, die CH nicht.Die CH kann in Sachen Heuchelei aber mit der TR gut schritthalten.
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    4. Antwort von Hans Haller, Kölliken
      Richtig Herr Hami Topal, das da mit dem Heucheln, da liegen Sie nicht weit daneben. Berücksichtigen bitte auch, dass unsere Politiker öfters "zurückgedrängt" werden, vor allem dann, wenn's um sog. "globale Pfünde" geht, die sich der Eine oder der Andere sichern möchte um seine Macht erhalten und ausbauen zu können. Das intern. Polit-Spiel läuft wie immer in ähnlichen Bahnen ab. Mal rollen die Panzer, dann wieder die Wirtschaft und beide hinterlassen öfters mal Flurschäden (Kollateralschäden).
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