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Schweiz Immer mehr Grenzgänger arbeiten in der Schweiz

Rund 300'000 Menschen fahren täglich über die Landesgrenze in die Schweiz zur Arbeit – ein neuer Höchststand. Besonders betroffen ist die Region um den Genfersee.

Legende: Video «Schweiz weiterhin beliebt bei Grenzgängern» abspielen. Laufzeit 2:32 Minuten.
Aus Tagesschau vom 25.08.2015.

Die Zahl der Grenzgänger in der Schweiz wächst weiterhin überdurchschnittlich. Während das Total der Erwerbstätigen im 2. Quartal 2015 um 1,5 Prozent zunahm, erhöhte sich die Zahl der Grenzgänger gegenüber dem Vorjahresquartal um 3,4 Prozent. Damit wurden Ende Juni fast 298'000 Grenzgänger verzeichnet.

Legende: Video «Bundesrat Schneider-Ammann zur MEI» abspielen. Laufzeit 0:29 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 25.08.2015.

Das werde sich im Zuge der Umsetzung der Masseneinwanderungs-initiative ändern, sagte Bundesrat Schneider-Ammann am Rande eines Anlasses in einer Schule. «Das neue Gesetz kommt 2017», so Schneider-Ammann.

Besonders betroffen: Die Genferseeregion

Der Anstieg an Grenzgängern ist zwar beträchtlich, jedoch nicht so stark wie in den Vorjahren: 2013 und 2014 hatte das Wachstum noch 4 Prozent überstiegen, 2012 gar 7 Prozent.

Über ein Drittel aller Grenzgänger in der Schweiz arbeiten in der Genferseeregion. Dort betrug das Plus im 2. Quartal gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres 5,1 Prozent, wie die vom Bundesamt für Statistik (BFS) veröffentlichten Daten zeigen.

Leichte Entspannung im Tessin

Im Tessin, wo mehr als jeder vierte Erwerbstätige ein Arbeitspendler aus Italien ist, wuchs die Zahl der «Frontalieri» dagegen um nur noch 0,2 Prozent. Das ist die schwächste Zunahme im 2. Quartal seit mindestens 15 Jahren. In diesem Zeitraum haben sich die Grenzgänger auf 63'000 verdoppelt.

Die damit verbundenen Probleme – Stichworte: Lohndumping, Verkehrschaos – lösten in der Bevölkerung ein breites Unbehagen aus. Mit neuen Auflagen und Lohnerhöhungen für Grenzgänger versucht der Südkanton nun, Gegensteuer zu geben.

Aus Italien stammte nach den Angaben des BFS im 2. Quartal knapp ein Viertel (23,4 Prozent) aller Grenzgänger in der Schweiz. Mehr als die Hälfte (52,7 Prozent) kommt aus Frankreich. Ein Fünftel (20,4 Prozent) hat den Wohnsitz in Deutschland. Über 60 Prozent der Grenzgänger arbeiten im Dienstleistungssektor.

Legende:
Grenzgänger nach Herkunftsland Die Mehrheit der Grenzgänger stammt aus Frankreich. Entsprechend betroffen ist die Region um den Genfersee. (Stand 2. Quartal 2015) BFS

28 Kommentare

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  • Kommentar von W. Pip, Züri
    Also über 300‘000 Grenzgänger rege ich mich noch am wenigsten auf, ich halte das für etwas wesentlich anderes als wenn Arbeitnehmer von weither explizit zuwandern. Allein Überlegungen, ob alle diese Leute genug an die Infrastruktur, die sie benutzen, beitragen, hielte ich für gerechtfertigt.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger, Orpund
    Für diese "Horror-Realität" tragen "wir" (im Klartext, die nur auf ewiges Wachstum ausgelegte Wirtschaft) die Verantwortung! Den 300'000 Grenzgängern die Schuld zuzuweisen, ist falsch und ungerecht! Unter diesem "Billig-Lohn-Import" leiden in erster Linie die EINHEIMISCHEN, die keine Büez mehr bekommen! Es sind aber auch die aufgespannten sozialen "Hängematten", in die viele Schmarotzer (Lebenskünstler) schnell mal liegen können, statt einen vielleicht etwas "anstrengenden" Job anzunehmen!
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  • Kommentar von Fritz Leisinger, Lörrach
    es wird in der CH auf hohem Niveu gejammert. !. Die in der EU auisgebideten Facharbeiter sind mit Sicherheit auf dem Standart der CH ( dual Ausbildung= wie in CH) und zeitens- zB. in lörrach gehötren soviele Immobilen Schweeizern, dass man sich fragt, wo man eigentlich wohnt. Also aufhören die CH ist bereits globalisiert bezw. europäisieret. Kurz - zmitts im Seich
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