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Schweiz «In Steuerdebatten sollte Schneider-Ammann nicht mehr mitreden»

Steueroasen als Geschäftsmodell? Moralisch zumindest fragwürdig aber rechtlich legitim. Was aber wenn ein aktueller Bundesrat darin verwickelt ist? Im «Rundschau»-Streitgespräch fordert Ex-Preisüberwacher Rudolf Strahm für Johann Schneider-Ammann einen Maulkorb in internationalen Steuerdebatten.

Legende: Video Streitgespräch um die Steuertricks der Ammann-Gruppe abspielen. Laufzeit 11:49 Minuten.
Aus Rundschau vom 29.01.2014.

Die 1869 gegründete Ammann-Gruppe konzentriert sich längst nicht mehr nur auf die Schweiz. Dort wo Strassen gebaut werden, ist die Firma präsent. Egal ob in China, Indien oder Brasilien. «Als internationaler Konzern muss sich eine Firma so organisieren, dass Tätigkeiten im Ausland möglichst gut umgesetzt werden können», sagt Peter Hegglin, Präsident der Finanzdirektoren, im Streitgespräch an der «Rundschau»-Theke.

«Vielleicht konnte die Ammann-Gruppe ihre Aktivitäten von Jersey aus besser finanzieren als von der Schweiz. Die Steuerersparnis war möglicherweise nur ein Nebeneffekt», sagt der Zuger CVP-Regierungsrat Hegglin weiter.

Strahm fordert Konsequenzen

Die Ammann-Gruppe ist nach Ansicht des ehemaligen Preisüberwachers Rudolf Strahm kein Einzelfall. «Damals war Steueroptimierung in Steueroasen, wie etwa auf Jersey, steuerrechtlich legal aber moralisch eher in der Grauzone anzusiedeln.» Heute wäre dies nicht mehr möglich, sagt der Ökonom. Spätestens seit der Finanzkrise 2008 würden hier deutlich höhere Massstäbe angewendet.

Noch steht die Untersuchung der Berner Steuerbehörde aus. Dennoch fordert Strahm Konsequenzen: «Bei internationalen Steuerdebatten bei der OECD muss Bundesrat Johann Schneider-Ammann künftig in den Ausstand treten.»

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33 Kommentare

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  • Kommentar von M.Sager, Zürich
    Vielen Dank "Rundschau", dieser Journalismus ist dringend nötig und wird von den heutigen Printmedien zuwenig betrieben. Seit Jahren werden die Machenschaften der Vermögenden vertuscht und versteckt. Ich bin sicher der Fall zieht noch weitere Kreise und wir werden getrost und ohne Verlust auf einen BR JSA verzichten können.
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  • Kommentar von H. Wach, Luzern
    Die Rundschau hat seit Jahren ein Problem mit ihrem Personal: Ständig werden CH-Unternehmer als Gauner, Steuertrickser, Abzocker, usw. verhöhnt. Insbesondere in Europa & USA gibt es grosse börsenkotierte Multis mit Milliarden-Gewinnen, die 0,0 Steuern zahlen & werden noch von ihren Heimatstaaten unterstützt. Herr Brotz! Unternehmer sind nur dank ihrer Hoch-Qualitätsprodukte global exportfähig, MÜSSEN für ihre Zukunft Gewinne erwirtschaften & MÜSSEN Arbeitsplätze für ARBEITNEHMER sichern.
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  • Kommentar von Fadri Pitsch, 8004 Zürich
    Nun besselt mich ein ungutes Gefühl, als ehemaliger der FDP nahestehenden Person. Warum JSA in seinen Reden, es gibt auch Ausnahmen - z.B. 2012 im Kursaal in Bern als die besten Winzer gewählt wurden - stottert und minuten lang reden kann, aber niemand wirklich etwas versteht. Nein Herr JSA, Ihnen gehört die Firma nicht mehr, aber Ihrer Frau und den Kinder. Finde es unanständig,was Sie früher so getan haben.Oder war ich als KMU zu klein und zu naiv? Nein,Steuern zu bezahlen muss sein.Punkt.
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