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Schweiz IV: Weniger schnell ins Heim wegen Hilflosen-Entschädigung

Seit 2004 bekommen IV-Bezüger, die zu Hause leben, eine höhere Hilflosen-Entschädigung. Das hat dazu geführt, dass weniger Betroffene ins Heim gehen. Die Kantone werden dadurch finanziell weniger belastet – ein Erfolgsmodell.

Eine Pflegerin hilft einem Behinderten in seinen Rollstuhl.
Legende: Nicht mehr das Geld, sondern die benötigte Hilfe entscheidet bei IV-Bezügern heute über den Eintritt in ein Heim. Keystone

Steigt die Hilflosen-Entschädigung für IV-Betroffene, steigt ihre Bereitschaft, von einem Eintritt in ein Heim abzusehen. Die für die Finanzierung der Heime zuständigen Kantone werden finanziell entlastet.

Das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) hat die Auswirkungen der höheren Hilflosen-Entschädigung untersuchen lassen. Die Studie zeige, dass die Ziele weitgehend erreicht worden seien, schreibt das BSV in einer Mitteilung.

Verdreifachung der Entschädigungs-Zahlungen

Gemäss der Studie ist der Anteil an IV-Bezügern mit IV-Hilflosen-Entschädigung, die zu Hause leben, seit 2004 von 50 auf 59 Prozent gestiegen. Über 70 Prozent der Betroffenen gaben an, dass sie ohne diese IV-Leistungen ein Leben zu Hause nicht finanzieren könnten.

Da die IV-Leistungen nun ein Leben zu Hause ermöglichen, sind meist nicht mehr die Finanzen, sondern die benötigte Pflege Hauptgrund für einen Heimeintritt. Wer zu Hause lebt, wird vor allem vom familiären Umfeld betreut. 

Die Hilflosen-Entschädigung war 2004 mit der 4. IV-Revision ausgeweitet worden. Die Ausgaben der IV für die Hilflosen-Entschädigung haben sich zwischen den Jahren 2003 und 2011 verdreifacht, von 159 auf 480 Millionen  Franken.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Tom Duran, Basel
    Das ändert sich dann aber schlagartig, falls die 6. IV Revision durchkommt (und ich befürchte, dass die kaltherzigen Schweizer das durchwinken). Kein Wunder hauen alle vernünftig denkenden Menschen hier wieder ab. Ein Volk, dass sogar gegen seine Schwächsten vorgeht, findet man sonst kaum wieder. Wenn ihr was Gutes tun wollt, dann stimmt einem Lohnabzug von zusätzlich 5.- zu, dass kann jeder verkraften und die IV wäre saniert. Schon gewusst: unser Land ist Verweigerer der Sozialkarta! Das ...
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  • Kommentar von F.Herder, Bottmingen
    Ich bin dezidiert für die IV und unsere Sozialwerke! Wer das alles abschaffen oder kürzen will, ist ein Verbrecher! Aber ich kenne im Baselland konkret 3 IV-Bezüger im Alter von 54, 45 und 38 Jahren. Diese Leute haben keine körperliche Behinderung. Jedoch sind sie rhetorisch ausserordentlich begabt, d.h. sie können überzeugend jammern und die Schuld allen anderen geben. Arbeiten könnten sie durchaus, sie haben aber keinen Bock. Diese Art von Menschen bezeichne ich ebenfalls als Abzocker!
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    1. Antwort von Tom Duran, Basel
      3 von 100000. Na das ist wohl keine Referenz! Wissen Sie denn wirklich, wie es in diesen Menschen aussieht? Stellen Sie sich über die Behinderten, die Vertrauensärzte und Psychiater? Na dann sollten Sie in die Politik gehen. Dort hat es für Sparneurotiker und Bevormunder immer ein Plätzchen frei!
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  • Kommentar von Peter Escher, Zermatt
    ja - und es gibt bereits Institutionen ( privater Natur ) welche ein Leben im Alter und Würde unterstützen - nennen sich u.a " private Spitex " - entlasten pflegende Familienmitglieder ! 2 - 24 Stunde, rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr../ auch an Wochenenden und in der Nacht. doch - " offizielle " Stellen empfinden es als Konkurrenz !!! ( Erfahrung )
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