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Schweiz Janukowitsch: «Ich bin ein gläserner Mensch»

Die Genfer Staatsanwaltschaft hat gegen den ukrainischen Ex-Präsidenten Viktor Janukowitsch ein Strafverfahren wegen schwerer Geldwäsche eröffnet. Zudem sollen bislang unbekannte Gelder in Millionenhöhe von Janukowitsch und seiner Umgebung auf Schweizer Banken liegen. Er bestreitet dies.

Viktor Janukowitsch
Legende: Die Ukraine setzt sich für eine Auslieferung des gestürzten Präsidenten Viktor Janukowitsch aus Russland ein. Keystone

Der Bundesrat hat eine Reihe von Konten gesperrt, auf denen Millionenbeträge des gestürzten ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch und seiner Gefolgsleute lagern. Zugleich eröffnete die Genfer Staatsanwaltschaft gegen Janukowitsch und dessen Sohn Alexander ein Strafverfahren wegen des Verdachts der «schweren Geldwäsche». Bereits am Donnerstag wurde eine Firma des Sohns in Genf durchsucht.

Der Bundesrat stellte zudem per Verordnung jegliche Handlung unter Strafe, die eine «Verwaltung oder Nutzung» dieser mutmasslich durch Korruption angehäuften Gelder ermöglicht. Banken in der Schweiz, die Gelder dieser Personen verwalten, sind verpflichtet, dies dem Bund zu melden.

Janukowitsch dementiert

«Ich habe keine Konten und kein Eigentum im Ausland. Ich bin ein gläserner Mensch.» So äusserte sich Viktor Janukowitsch betreffend seiner Vermögenswerte an einer Medienkonferenz, die er in Russland abhielt.

Auf der Liste des Bundesrates figurieren 20 Betroffene. Viele davon sind ehemalige Minister der gestürzten Regierung. Unter ihnen sind der ehemalige Regierungschef Nikolai Asarow sowie die Ex-Minister für Finanzen, Juri Kolobow, und Justiz, Olena Lukasch, sowie der ehemalige Generalstaatsanwalt Viktor Pschonka.

Die Regierung in Bern hat diese Massnahmen von sich aus ergriffen. Die Übergangsregierung in Kiew hat bislang nicht darum gebeten.

Österreich und Liechtenstein werden aktiv

Österreich sperrte derweil auf Ersuchen der neuen Kiewer Führung die Konten von 18 Ukrainern. Angesichts der noch andauernden Diskussion auf EU-Ebene zur Umsetzung möglicher Sanktionen sei dies eine erste Vorsichtsmassnahme, sagte Aussenminister Sebastian Kurz.

Auch das Fürstentum Liechtenstein zog nach. Die Liechtensteiner Regierung folge der Schweiz und verfüge ebenfalls eine Sperre über allfällige Gelder des Janukowitsch-Clans im Fürstentum. Das sagte Daniel Thelesklaf, Direktor der Meldestelle für Geldwäscherei FIU. Eine Strafuntersuchung sei nicht eingeleitet worden.

Die ukrainische Regierung habe in jedem der 18 Fälle eine Begründung geliefert, warum das Konto eingefroren werden sollte. Es geht um den Verdacht von Menschenrechtsverletzungen beim blutigen Machtkampf in der Ukraine sowie um Korruptionsverdacht.

5 Kommentare

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  • Kommentar von E. Waeden, Kt. Zürich
    Und wann werden andere Länder wie Deutschland, England usw. diesem Beispiel von Lichtenstein & der Schweiz folgen? Dort sind nämlich auch Gelder von Janukowitsch & ehemaligen Mitgliedern seiner Regierung gebunkert.
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    1. Antwort von Albert Planta, Chur
      Liechtenstein heisst das Land und Lichtenstein IST ein Ort in derBRD
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  • Kommentar von Hans Haller, Kölliken
    Offenbar ist man hierzulande wirklich nicht lernfähig. Nur die Konten des Janukowitsch-Clans sollen gesperrt werden? - Ob die überhaupt noch wissen was sie wirklich tun ? Ich glaube nicht.
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  • Kommentar von René Wagner, Möriken
    Der Bundesrat verfügt die Sperrung etlicher Konten von Janukowitsch und Co in der Schweiz. Die meisten der 20 Betroffenen sind ehemalige Minister der gestürzten Regierung. Konsequenter wäre es, die Konten sämtlicher Politiker und Oligarchen aus der Ukraine zu sperren. Noch besser wäre es allerdings, wenn den Banken verboten würde, Gelder von gewählten und nicht gewählten Machthabern in der Schweiz zu bunkern. Julia Timoschenkos 8 Milliarden würden dadurch ebenfalls sichergestellt.
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    1. Antwort von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
      Einmal mehr eine wenig durchdachte Uebung der Bundesanwaltschaft. Bin ganz der Meinung von R. Wagner, hier werden die Beteiligten einmal mehr nicht gleich behandelt. Julia Timoschenko war und ist möglicherweise bis heute nicht weniger korrupt. Unser "vorauseilender Gehorsam" bricht wieder einmal mehr alle Rekorde
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