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Kantönligeist beim Impftempo Kommt es jetzt zum grossen Impftourismus in der Schweiz?

In gewissen Kantonen geht die Impfkampagne zügig voran. Der Kanton Waadt informierte Anfang Woche, ab Mitte Mai alle Personen ab 18 Jahren zu impfen. Solothurn, Uri und Aargau zogen nach und werden ab Mitte Mai Impftermine für alle vergeben. Ebenso die jüngsten Beispiele aus der Westschweiz: Jura und Wallis.

Andere Kantone wie Zürich hinken hinterher. Viele schielen neidisch auf die Impferfolge der anderen Kantone. Kommt es nun dadurch vermehrt zum Impftourismus in der Schweiz?

BAG: In anderem Kanton impfen ist erlaubt

Rechtlich ist der Impftourismus innerhalb der Schweiz erlaubt. Das BAG schreibt auf seiner Webseite: «Die Impfung ist unabhängig vom Wohnort.» Es sei jeder frei, sich dort impfen zu lassen, wo er möchte.

Impftourismus im Ausland

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Einwohner in grenznahen Kantonen haben möglicherweise bereits damit geliebäugelt, für eine Impfung über die Grenze zu fahren. Doch das ist nicht erlaubt: Für eine Impfung in anderen Ländern, zum Beispiel in Deutschland, muss man auch dort den Wohnsitz haben.

Auch der Tarifvertrag gilt in der ganzen Schweiz, auch ohne Behandlung bei einem Arzt. Trotzdem lehnen einige Kantone Impfwillige aufgrund ihres Wohnorts ab. Wie ist das möglich?

Impfempfehlungen bei den Kantonen

Der Bund verteilt die Impfkontingente nach Einwohnerzahl an die Kantone. Die Impfstrategie und Impfempfehlungen liegen laut Epidemiegesetz aber bei den Kantonen. Es bleibt den Kantonen also vorbehalten, den Zugang zu den Impfungen zu regeln und einzuschränken, wenn es zu wenig Impfstoff hat.

Es kommt vor, dass sich Personen mit Wohnsitz in anderen Kantonen bei uns anmelden
Autor: Simon MusterMediensprecher Kanton Solothurn

Von den Kantonen, die Mitte Mai bereits die breite Bevölkerung impfen werden, haben fast alle den Zugang für Auswärtige beschränkt. So auch der Kanton Solothurn: «Anmeldungen von Personen, die nicht im Kanton Solothurn wohnhaft sind, werden nicht berücksichtigt», sagt Mediensprecher Simon Muster auf Anfrage von SRF. Dennoch komme es vor, dass sich Personen mit Wohnsitz in anderen Kantonen anmelden würden. «Wir klären zurzeit den Handlungsbedarf ab», so Muster weiter.

Impftourismus nur vereinzelt

Mitte März sorgten Fälle von Impftourismus im Kanton Schwyz für Aufsehen. Viele Zürcherinnen und Zürcher pilgerten über die Kantonsgrenze, um sich pieksen zu lassen. Doch der Kanton Schwyz bleibt die Ausnahme. Der grosse Impftourismus scheint in den meisten Kantonen – ob Beschränkung oder nicht – auszubleiben.

Personen aus anderen Kantonen sind im tiefen einstelligen Prozentbereich gelistet.
Autor: Gundekar GiebelGesundheitsdirektion Kanton Bern

So hat Bern beispielsweise trotz fehlender Wohnortsbegrenzung kein Problem mit Impftourismus. «Auf dem Anmeldetool sind Personen aus anderen Kantonen im tiefen einstelligen Prozentbereich gelistet», sagt Kommunikationsleiter Gundekar Giebel von der Gesundheitsdirektion Bern. Dabei handle es sich aber vor allem um Gesundheitspersonal, das über die Kantonsgrenzen zum Arbeiten komme oder um Wochenaufenthalter oder Studierende.

Wohnort der Eltern angegeben

Auch der Kanton Uri gehört zu den Spitzenreitern. Uri hatte zwar von Anfang an eine Wohnsitzbeschränkung. «In den Medienmitteilungen explizit erwähnt haben wir es aber erst seit dem Zeitpunkt, als klar wurde, dass die Impfungen in Uri im Vergleich zu anderen Kantonen schneller vorangehen», sagt Marian Balli vom Covid-19-Sonderstab.

Impfung aufziehen
Legende: Wohnortsbegrenzung und die explizite Erwähnung in den Medienmitteilungen: Der Impftourismus blieb in Uri so bisher aus. Keystone

Impftourismus kam ausser in vereinzelten Versuchen nicht auf. «Viele Urnerinnen und Urner haben noch Eltern, die im Kanton wohnen. Es gab einige Personen, die meinten, sie könnten sich deshalb trotz mittlerweile anderweitigem Wohnort zum Impfen anmelden», so Balli.

Auch im Kanton Basel-Landschaft ist die Lage entspannt: «Am Anfang gab es wenige Fälle, die gegen Feierabend ohne Termin ins Impfzentrum gingen und ihr Glück versuchen wollten», sagt Rolf Wirz vom kantonalen Krisenstab. Impftourismus gab es laut Wirz kaum, «wenn, dann ist das eine verschwindend kleine Zahl.»

Die meisten Schweizerinnen und Schweizer scheinen sich also zu gedulden. Der Impftourismus-Boom bleibt auch in den Turbo-Kantonen (bisher?) aus.

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SRF 4 News, 29.4.21; 17 Uhr

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47 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Meuri  (hmeuri)
    Was soll das Gschtürm nach dem Motto "ich will alles, jetzt, sofort !" ?
    Es bekommt jeder der will in den kommenden 2-3 Monaten seine Impfung.
    1. Antwort von Lukas Bannier  (Lukas A.)
      Guten Abend. Auch für etliche junge Menschen ist COVID eine nicht so angenehme Erfahrung. Denke, da sind wir uns einig. Was ist nun verwerflich, wenn man den Wunsch hat, zuerst geimpft zu sein und nicht zuerst COVID zu erhalten. Viele junge Menschen sind beruflich nicht im Home-Office. Für sie ist die Maske ein kleiner Schutz. Ja. Der grosse Schutz jedoch heisst Pfizer bzw. Moderna.
    2. Antwort von Hans Meuri  (hmeuri)
      Ich habe vollstes Verständnis nach dem Wunsch für die Impfung, weniger Verständnis habe ich für Impfdrängler und Impfbetrüger welche sich einen Termin erschleichen.
  • Kommentar von The Neien  (Neien)
    Und wie sieht es mit Auslandschweizern aus?
    Haben die z.b. eine Möglichkeit sich in der Schweiz impfen zu lassen (wenn nötig auch selbst bezahlen), wenn in dem Auswanderungsland die Impfungen nur sehr schleppend oder gar nicht in die Gänge kommen?
    Oder werden die, einmal mehr, als Schweizer höchstens 'zweiter Klasse' behandelt und fallen durch die Maschen (habe das schon paar mal selbst 'erleben dürfen')!?
  • Kommentar von Andreas Morello  (Andreas Morello)
    Auch wenn die Umfrage in diesem Artikel nicht repräsentativ ist, ich freue mich das die meisten Teilnehmer vorhaben sich impfen zu lassen.

    Was den Impfort betrifft, könnte nicht der Arbeitsort zu einem Faktor werden?

    Ich könnte mir z.B. gut vorstellen, das Personen, die im Spital oder anderen Gesundheitseinrichtungen arbeiten und direkten Kontakt zu Patienten haben, im Interesse des Arbeitgebers auch im Arbeitskanton geimpft werden könnten.