Explosives Problem Kaum Platz für Patronen und Granaten

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Ein ziemlich explosives Problem

  • Der Nationalrat debattiert heute über einen ausserordentlichen Munitionskauf von 225 Millionen Franken für das Militär.
  • Der Armee steht aber vor einem Problem: Ihr gehen die Lagermöglichkeiten aus.
  • Grund dafür ist das Bevölkerungswachstum.

Die Schweiz wächst – und mehr Einwohner benötigen mehr Platz. Neue Häuser und Strassen werden gebaut und kommen den Munitionsdepots des Militärs immer näher. So nahe, dass die Armee aus Sicherheitsgründen laufend Depots aufgeben muss.

Die Armee äussert sich nur schriftlich zum Thema. Sie schreibt, «dass vor allem in Folge der zunehmenden Bevölkerungsdichte einzelne Standorte respektive Munitionslager aufgegeben oder deren Nutzung eingeschränkt werden müssen». Welche Depots aufgegeben werden, ist Geheimsache.

«  Das führt zu grossen Sicherheitsproblemen und letztlich auch Kostenfolgen für etwas, das wir in 20 Jahren teuer wieder entsorgen müssen. »

Beat Flach
Nationalrat Grünliberale

Bürgerliche Mehrheit unterstützt Munitionskauf

Die zusätzliche Munition, die das Militär jetzt kaufen will, dürfte das Problem verschärfen. Der grünliberale Sicherheitspolitiker Beat Flach beantragt deshalb heute im Nationalrat, dass die Armee nur halb so viel Munition kaufen solle. «Das Problem liegt darin, dass viele Lagerstätten sehr nahe am Wohngebiet liegen. Das führt zu grossen Sicherheitsproblemen und letztlich auch Kostenfolgen für etwas, das wir in 20 Jahren teuer wieder entsorgen müssen», sagt er.

«  Es werden nicht so viele Anlagen aufgegeben wie ursprünglich gedacht. »

Äusserung der Armee
zur Anpassung ihrer Standortplanung

Flach wird es schwer haben im Nationalrat. Es zeichnet sich eine bürgerliche Mehrheit für den Munitionskauf ohne Einschränkungen ab. Die Armee schreibt, sie habe genug Lagerfläche – allerdings habe sie dafür ihre Standortplanung anpassen müssen: «Es werden nicht so viele Anlagen aufgegeben wie ursprünglich gedacht.»

Gewehrmunition. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Nationalrat stimmt über einen 225-Milionen-Munitionskauf ab (Symbolbild). Keystone

Mehr Raum für die gleiche Menge Munition

Die Armee führt nun also ausgemusterte Lager doch weiter. An anderen Orten muss sie bestehende Lager aufgeben. Und auch dort, wo der Betrieb weitergeht, gibt es Einschränkungen: Je näher der Siedlungsraum an ein Depot rückt, desto weniger Munition darf die Armee laut eigenen Angaben dort einlagern.

«Dadurch wird mehr Lagerraum für die gleiche Anzahl Munition benötigt werden. Die Schaffung von neuem Lagerraum ist vor allem für Gefahrgut in der Schweiz nur noch beschränkt möglich», schreibt das Militär.

Wohin also mit der Munition? Die Armee steht vor einem ziemlich explosiven Problem.