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Kinderbetreuung in Zeiten von Corona
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Kinderbetreuung in der Schweiz Sind offene Kitas in Zeiten von Corona noch zumutbar?

Das Coronavirus dringt in viele Lebensbereiche ein. Auch Kitas haben mit den Herausforderungen der Pandemie zu kämpfen.

Mit der Anpassung der Covid-19-Verordnung 2 formuliert der Bund klar, dass Kindertagesstätten, Tagesfamilienorganisationen und private schulergänzende Tagesstrukturen grundsätzlich offen bleiben sollen. Sie dürfen nur dann geschlossen werden, wenn die zuständigen Behörden andere geeignete Betreuungsangebote vorsehen.

Der Verband Kinderbetreuung Schweiz versteht dies als klare Aufforderung an die Branche. Gleichzeitig stehen die privaten Betreuungsinstitutionen nun vor grossen Herausforderungen und Fragen. Seitens Behörden und Politik brauche es dringend Klarheit und Unterstützung.

Massnahmen vom Kita-Personal

Damit die Kinderbetreuung auch in Zeiten des Coronavirus gewährleistet werden kann, passt auch das Kita-Personal sein Verhalten an.

Wir desinfizieren in kleineren Abständen Türgriffe, Handläufe und Fenstergriffe, die Eltern waschen beim Kommen und Gehen die Hände mit den Kindern.
Autor: Miriam NauerKrippenleiterin Fiorini, Abtwil SG

Miriam Nauer, Krippenleiterin der Krippe Fiorino im St. Gallischen Abtwil erläutert ihre Massnahmen: «Wir haben die Plakate vom BAG aufgehängt, wir desinfizieren in kleineren Abständen Türgriffe, Handläufe und Fenstergriffe, die Eltern waschen beim Kommen und Gehen die Hände mit den Kindern.» Eine weitere Massnahme ist die Reduktion auf kleinere Gruppen. Auch wenn sich die Kinder natürlich nahe kommen, bleibt so mehr Raum. Die Kita von Miriam Nauer etwa ist derzeit zu nur etwa 60 Prozent belegt.

In anderen Kitas gehen die Massnahmen sogar noch weiter. So wird in der Kita Regenbogen in Zürich sogar eine 1:1-Betreuung der verbleibenden Kinder angeboten.

Laut Markus Guhn, Vorstandsmitglied des Verbands Kinderbetreuung Schweiz, herrscht in vielen Kitas derzeit eine «gespenstische Lage». Dort seien zwar viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anwesend, aber kaum zu betreuende Kinder. «Viele Eltern behalten ihre Kinder jetzt zuhause, sodass die Kitas zurzeit ungefähr nur zur Hälfte belegt sind.»

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«Es ist eine gespenstische Lage»
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Einheitliche Umsetzung

Die Umsetzung der Bundesvorgaben wird in den Kantonen nach wie vor sehr unterschiedlich gehandhabt: von gar keiner Einschränkung über den Appell zum solidarischen, freiwilligen Verzicht bis hin zur Beschränkung auf nur noch Notbetreuung.

Das heisst, dass einzelne Kitas nur für Kinder von Eltern aus sogenannt systemrelevanten Berufen offen somd. Hier verlangt der Verband eine Klärung. Zudem brauche es finanzielle Unterstützung.

Verzicht aus Solidarität

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) geht davon aus, dass Kinder nicht der Treiber der Epidemie sind. Dennoch appellieren verschiedene Kantone und Gemeinden an die Eltern, ihre Kinder nach Möglichkeit selbst zu betreuen.

Dies insbesondere, um die Betreuungseinrichtungen zu entlasten und so die mittelfristige Aufrechterhaltung des Angebots zu garantieren. Dabei muss gleichzeitig unmissverständlich klargestellt werden, dass dieser «freiwillige» Verzicht ein solidarischer Akt ist, der Eltern keinesfalls von ihrer Pflicht befreit, die regulären Elternbeiträge zu bezahlen.

10vor10, 18.03.20, 21:50 Uhr

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Anya Briguglio  (Anya)
    Wie kann es sein,dass wir als personal kaum geshützt werden? Warum tragen wir keine handschuhen und masken? Ganz einfach, weil dass bild den eltern gegenüber kita frauen in schutzmontur beängstigen würde. Bravo und wo bleibt unser schutz? Das wir im jungen alter nicht zu einer risikogruppe gehören mag in groben zahlen stimmen, jedoch höre ich von immer mehr jungen fällen mit schwerem krankheitsverlauf! Würde ein absoluter notstand ausgerufen werden wie in italien..dann müsste es funktinieren???
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  • Kommentar von Sofie Heller  (Beautx)
    Covid-19 zwingt die ganze Schweiz zum Stillstand.
    Nein, Fachfrauen & Männer kämpfen- auch in den nächsten Wochen, betreuen Kinder von Personen, die oft das doppelte verdienen, können keinen Abstand halten wie Lehrpersonen, arbeiten dank der Grippenzeit seit Wochen schon am Anschlag, sind oft chronisch unterbesetzt, werden angehustet und wischen Schnuddernasen weg und werden von Seiten Politik einmal mehr komplett alleine gelassen.
    Wir sind genauso schützenswert wie andere im Sozialbereich!
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  • Kommentar von Sofie Heller  (Beautx)
    Das macht mich alles so wütend. Ich arbeite in einer Kita und da kommen Kinder, bei denen die Eltern Zuhause sind! Es dreht sich alles nur ums Geld und um die Eltern die es nicht hinbekommen auf IHRE Kinder zuschauen! Man sollte NUR die Kinder annehmen vom Spital,Pflegeheim... aber keine Kinder bei denen die Eltern Zuhause rumhängen! Der Vater von meinem Freund ist momentan Zuhause WEIL die ganze Baustelle geschlossen hat, weil sein Sohn in der er geht Corona hat und drei weitere Kinder. CAO
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