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Schweiz Kluger Rat: Notvorrat!

Wie jedes Jahr am ersten Mittwoch im Februar sind heute die Sirenen in der Schweiz getestet worden. Aus diesem Anlass macht das Bundesamt für Bevölkerungsschutz darauf aufmerksam, dass jeder Haushalt einen Notvorrat bereithalten solle.

Legende: Video «Spot: Die Idee hinter «Alertswiss»» abspielen. Laufzeit 2:22 Minuten.
Vom 03.02.2015.

In einem Katastrophenfall wollen die Schweizer Behörden verhindern, dass die Bevölkerung die Geschäfte mit Hamsterkäufen leerräumt. Deshalb machen sie den Notvorrat verschiedentlich zum Thema. So etwa im letzten Frühling, als Armeechef André Blattmann in einem Interview von seinen 300 Litern Not-Mineralwasser erzählte – wofür er auch belächelt wurde.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz hält nun in seiner neuen Alarm-App «Alertswiss» daran fest und präsentiert eine Notvorrats-Liste: Neun Liter Wasser pro Person, Chili con Carne in der Dose, Fischkonserven und so weiter.

Gerüstet für ein Blackout

Bei einem länger dauernden Stromausfall etwa, sagt der Direktor des Bundesamts für Bevölkerungsschutz Benno Bühlmann, könne die Versorgung mit Lebensmitteln zusammenbrechen.

Der Bund wolle darauf aufmerksam machen, dass man in den ersten paar Tagen eines solchen Ereignisses auf sich allein gestellt sei. «Verschiedenes funktioniert nicht, wenn der Strom weg ist», so Bühlmann weiter. Deshalb sei ein Notvorrat hilfreich, wenn die Versorgung zusammenbreche.

Detailhändler sind vorbereitet

Die Grossverteiler zeigen sich gewappnet: Letzten Herbst waren sie in eine grosse, landesweite Sicherheitsverbundsübung eingebunden. «Wir würden alles tun, um die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen», betont Migros-Sprecherin Martina Bosshard. Man sei vorbereitet, habe verschiedene Krisenstäbe und die Unternehmen seien organisiert.

«Kluger Rat, Notvorrat», ruft der Bund ein altes Sprichwort in Erinnerung. Dabei gehe es, so steht es ausdrücklich in der Broschüre geschrieben, nicht nur darum, für den Notfall vorzusorgen. Mit den Vorräten könne auch ein unerwarteter Besuch spontan bekocht werden. Zur Not halt mit Chili con Carne aus der Dose und Fischkonserven.

8 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Knecht, Torny
    Angeblich sollte jeder ca. 10kg Notvorrat anlegen. Ohne Zweifel ist dies eine gute Idee. Das Problem stellt sich aber dann für manche Alleinstehende, dass sie Mittags mit ihren Arbeitskollegen essen gehen und Abends vernünftiger Weise wenig essen und so der Vorrat "verfällt" bevor man ihn Konsumierte, trotz FIFO. Ich bin daher im Augenblick dafür, dass der Staat via Steuern einen Notvorrat anlegen und private nur für eine Woche einen Notvorrat haben sollten.
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  • Kommentar von M. Bolder, Muhen
    Ein kluger Rat wäre auch, mehr Lebensmittel in der Schweiz zu produzieren. Und zum Thema weiter unten: Am meisten Lebensmittel werden von den Grossverteilern verschwendet; dass ein beachtlicher Prozentsatz als Ausschuss einkalkuliert wird, um möglichst immer volle Regale zu haben, ist heute leider eine Tatsache (siehe z.B. "Taste the Waste").
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  • Kommentar von Thomas Käppeli, Guatemala Ciudad
    Also @M. Fischer, Buchs. So nehme ich Ihnen dies nicht ab. Effiziente Verschwendung von Lebensmittel findet heutzutage, auch ohne Notvorrat, wegen Misswirtschaft im Haushalt statt. Schon als Kind war für mich der Notvorrat zu Zeiten des kalten Krieges Alltag. Damals gab es noch nicht einmal Verfalldaten. Die sind eh auf die schlimmst möglichen Lagerbedingungen ausgelegt. Kühl, trocken und dunkel aufbewahrt, halten die Produkte weit über das Datum hinaus. Wir haben die Instinkte verlernt.
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