Zum Inhalt springen

Schweiz Kontingente für Drittstaaten: Schneider-Ammann prescht vor

Bundespräsident Johann Schneider-Ammann geht in die Offensive: Noch bevor der Gesamtbundesrat über die 2017er-Kontingente für hochqualifizierte Fachkräfte von ausserhalb der EU entscheidet, fordert der Wirtschaftsminister schon mal eine markante Aufstockung.

Symbolbild: Schneider-Amman steht zwischen anderen Personen.
Legende: Bundespräsident Schneider-Ammann will mehr Bewilligungen für Fachkräfte aus Drittstaaten. Keystone Archiv

Als Reaktion auf das Ja zur Masseneinwanderungsinitiative im Februar 2014 hatte der Bundesrat die Kontingente für gut qualifizierte Arbeitskräfte von ausserhalb der EU und Efta gekürzt. Für 2015 erlaubte er noch 6500 Bewilligungen, 2000 weniger als im Jahr davor. Für das laufende Jahr 2016 hielt der Bundesrat an dieser tieferen Zahl fest.

Schneider-Ammann will 8500 Bewilligungen

Nun wird die Landesregierung in den nächsten Tagen die Drittstaatenkontingente fürs nächste Jahr festlegen. Für Bundespräsident Johann Schneider-Ammann ist klar: Es müssen wieder deutlich mehr Bewilligungen sein. Zahlreiche Chefs von Schweizer Unternehmen hätten in diesem Jahr bei ihm vorgesprochen und nach höheren Kontingenten verlangt, sagt er.

«Wir sollten dorthin zurückgehen, wo wir im Jahr 2014 waren», so der Wirtschaftsminister. Dies wäre ein Zeichen für die Wirtschaftskreise, «dass man ihnen helfen will». Schneider-Ammann will dem Bundesrat also 2000 zusätzliche Bewilligungen für Drittstaaten-Angehörige beantragen, was ein neues Total von 8500 ergäbe. Das sei umso nötiger, weil jede zusätzliche Bewilligung vier bis sechs zusätzliche Arbeitsplätze für Inländerinnen und Inländer bewirke.

Keine Aufstockung in diesem Jahr

Keine Hoffnung macht der Wirtschaftsminister hingegen der Wirtschaft, was eine Aufstockung der Bewilligungen fürs laufende Jahr betrifft. Seit Mitte September ist die Bundesreserve ausgeschöpft, doch die könne man nicht nachträglich erhöhen, sagt der Bundespräsident.

Gleichzeitig betont er, dass die Kantone zurzeit noch über 493 Langzeit- und 761 Kurzzeitbewilligungen verfügen würden. Diese müssten in den nächsten Wochen «dem Markt zukommen», betont er. «Ich lade die Zuständigen dazu ein, dies im Interesse des Landes zu tun» – und nicht länger zu taktieren, so Schneider-Ammann weiter.

Mittelfristig müsse die Abwicklung der Bewilligungen ohnehin optimiert werden. «Es muss mehr Flexibilität hinzukommen», sagt er. Das System müsse den Marktgegebenheiten schneller folgen können. Es gebe sicher Möglichkeiten für Verbesserungen. Er wolle dies im Laufe des nächsten Jahres mit den Kantonen und zuständigen Bundesstellen anschauen. Er habe bereits Modelle entwickelt, sagt der Bundespräsident – ohne aber ins Detail zu gehen.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

45 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Angela Keller (kira)
    Solange es in CH arbeitslose Fachkräfte gibt, sollten gar keine Ausländer neu eingestellt werden! Auch sind wir nicht das Sammelbecken für arbeitslose EU-Bürger. BR JSA muss auch an das CH-Volk denken und nicht nur für Vorteile der Wirtschaft. Die Wirtschaft muss mehr Flexibilität zeigen gegenüber Inländer. PFZ Inländer light ist eine Seifenblase, dass wird bei der Einwanderung nichts ändern. Wie blauäuig und heuchlerisch kann man noch sein?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Fritz Kartoffel (Mosses01)
    Dieser Mann ist schlicht gefährlich - nehmt ihm das Mikrofon aus der Hand.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Sam Marca (Sixsam)
    Werte Skeptiker, suchen Sie mir bitte einen mit inländischen Vorrang, der japanisch, chinesisch oder arabisch spricht, diese Kulturen, Märkte und die Gebenheiten kennt. Ja, die Schweiz treibt auch Handel ausserhalb Europas und jedes Produkt, welches durch einen dieser ausländischen Spezialisten verkauft wird, sichert uns Arbeitsplätze in der Schweiz!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Markus Guggisberg (gugmar)
      @Sam Marca: Schweizer lieben Menschen aus allen Kulturen sehr und wissen um Ihren unschätzbaren Dienst für die Schweiz. Auch Sie verstehen mit Sicherheit, dass in dieser kleinen Schweiz alles eine Frage der Proportionen bleibt. Darum glaube ich nicht, dass es Skeptiker gibt. Alles wird gut !
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Manuela Fitzi (Mano)
      @Werter Herr Marca: Für genau solche gibt es die Kontingente. Wenn diese Sprachkenntnisse erforderlich sind, haben Sie ein leichtes Spiel bei der Begründung des Bewilligungsgesuchs. Doch solche brauchen wir sicherlich nicht 100Tausend/J. Denn gerade Sie müssten den Unterschied erkennen, wann wir über richtige "Spezialisten" reden und wenn nicht. Und dann müssten Sie einsehen: in den meisten Fällen in der PFZ-Einwanderung kommen NICHT die Spezialisten. Die kommen eben im Kontingentensystem.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen