Kranke und Verunfallte sollen im Arbeitsmarkt bleiben

Absenzen am Arbeitsplatz wegen Krankheit nehmen zu. Das kostet. Und zwar viel. Würden Arbeitgeber, Privat- und Sozialversicherungen enger und besser zusammenarbeiten, könnten massiv Kosten eingespart werden. Dies zeigt ein Pilotprojekt.

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Pilotprojekt des Bundes für Wiedereingliederung

1:50 min, aus Tagesschau vom 7.7.2013
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Früherkennung – Reintegration

Sechs Unternehmen aus verschiedenen Branchen und ihre Privatversicherungspartner erprobten die Zusammenarbeit nach standardisierten Abläufen. Ziel war, bei Krankheit oder Unfall von Mitarbeitenden frühzeitig und koordiniert zu reagieren. Die Mitarbeiter sollten im Unternehmen bleiben oder zumindest nicht aus dem ersten Arbeitsmarkt ausscheiden.

Mit dem Problem hat jede Firma zu kämpfen. Krankheitsbedingte Ausfälle von Mitarbeitern schlagen aufs Budget. Deshalb hat das Bundesamt für Sozialversicherung diese Woche ein Pilotprojekt zum Thema präsentiert.

Kranke oder verunfallte Mitarbeiter sollen möglichst im Arbeitsmarkt verbleiben. Wie sieht nun die Behandlung eines Falles im Pilotprojekt aus? Im Zentrum steht die Beziehung von Arbeitgeber und Mitarbeitendem. Mittels verbindlicher Vereinbarung zwischen Versicherer und Arbeitgeber wird deren intensive Zusammenarbeit geregelt.

Ein gemeinsamer Unterstützungsfonds sichert die Handlungsfähigkeit des Unternehmers. Der finanzielle Beitrag wird zwischen Versicherer und Arbeitgeber ausgehandelt. Am runden Tisch wird das spezifische Vorgehen jeweils koordiniert. Je nach Fall werden auch Ärzte und Therapeuten eingebunden.

Finanzielle Unterstützung, strukturierte Kommunikation. Für den kranken Mitarbeiter ist vor allem die Beziehung zum Arbeitgeber wichtig – denn solche Situationen sind oft von Angst und Unsicherheit geprägt. «Wichtig ist, dass der Platz immer noch parat ist und man nicht das Gefühl hat, man traue einem nichts mehr zu», sagte ein Betroffener in der «Tagesschau».