Krankenkassenprämien: 8 Franken mehr pro Monat

Der Gesundheitsminister Alain Berset lässt die Katze aus dem Sack: Er gibt die Krankenkassenprämien für das Jahr 2014 bekannt. Die Prämien steigen um rund 2,2 Prozent. Ein Grund: Die Spitalkosten explodieren.

Die Fallpauschalen in den Spitälern sind die Hauptübeltäter: Sie sind schuld, dass die Spitalkosten überdurchschnittlich gestiegen sind. Ausbaden müssen es nun die Prämienzahler.

Die Krankenkassenprämien 2014 steigen um durchschnittlich 2,2 Prozent. Das betrifft die sogenannte Standardprämie – die Grundversicherung einer erwachsenen Person mit 300 Franken Franchise und Unfalldeckung. Umgerechnet entspricht dies einem monatlichen Betrag von 8 Franken 42 Rappen pro Person.

BAG: Moderates Wachstum

In den letzten zehn Jahren stieg die Standardprämie um rund 3,5 Prozent; das Wachstum sei damit erneut moderat, schreibt das Bundesamt für Gesundheit in seiner Mitteilung.

Je nach Kanton erhöht sich die Standardprämie zwischen 1,0 und 3,8 Prozent. Einwohner der Kantone Bern, beider Basel, Jura, Neuenburg, Tessin und Waadt müssen durchschnittlich weniger als 2 Prozent mehr Prämien zahlen.

In den Kantonen beider Appenzell, Luzern, Obwalden und St. Gallen erhöht sich die Standardprämie um über 3 Prozent. In den übrigen Kantonen bewegt sich der Anstieg zwischen 2 und 3 Prozent.

Weniger Rabatt bei HMO- oder Hausarzt-Modellen

Gut die Hälfte der Prämien für Modelle mit eingeschränkter Wahl – etwa das HMO- oder Hausarztmodell – steigen überdurchschnittlich. Der Grund: Die Rabatte bei diesen Modellen sind teilweise zu hoch angesetzt. Generell dürfen die Rabatte bei den Prämien nur so hoch sein, dass sie den tatsächlich eingesparten Kosten entsprechen. Die Versicherer haben bis 2016 Zeit, allfällige Anpassungen vorzunehmen.

Berset: «Es braucht Zeit»

1:40 min, vom 26.9.2013

Zulassung, Medikamente und Fallpauschale

In der obligatorischen Krankenpflegeversicherung gibt es mehrere grosse Kostenblöcke:

Einen Sonderfall stellt der stationäre Spitalbereich dar. Seit 2012 rechnen die Spitäler mit Fallpauschalen ab; wegen der Umstellung kam es zu Verzögerungen bei der Rechnungsstellung. Die momentan vorhandenen Daten seien deshalb wenig aussagekräftig, schreibt das BAG. Gesundheitsminister Alain Berset betont ebenfalls: «Es ist noch zu früh, um eine Bilanz zu ziehen.» Zu gegebener Zeit müsse und werde man dann aber die nötigen Diskussionen führen, sagte er weiter.

Hälfte der Kantone haben Zulassungsstopp

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Informationen für Versicherte

Sie finden auf priminfo.ch die Versicherungsangebote aller Krankenversicherer.

Das Bundesamt für Gesundheit hat eine Hotline eingerichtet, an die sich die Versicherten mit ihren Fragen wenden können:

Deutsch: 031 / 324 88 01; Französisch: 031 / 324 88 02; Italienisch: 031 / 324 88 03

Bei den ambulanten Arztpraxen stiegen die Kosten im ersten Halbjahr 2013 überdurchschnittlich. Die Zulassungssteuerung ist Ende 2011 ausgelaufen; seit Juli 2013 haben die Kantone aber wieder die Möglichkeit, die Anzahl der Arztpraxen zu steuern. Bereits die Hälfte der Kantone haben bereits einen Zulassungsstopp eingeführt: «Das überrascht mich», sagt Bundesrat Alain Berset.

Bei einem weiteren grossen Kostenblock, den Medikamenten, sind bereits kostensenkende Massnahmen in Kraft. Letztes Jahr hat das BAG die Preise von rund 500 Arzneimittel gesenkt; dies bringt jährlich wiederkehrende Einsparungen von mindestens zusätzlichen 200 Millionen Franken.

Die nächsten Überprüfungsrunden im November 2013 respektive November 2014 werden nochmals ähnlich hohe Einsparungen bringen. Bis 2015 resultieren daraus insgesamt wiederkehrende Einsparungen von rund 720 Millionen Franken.

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