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Was die Bernerinnen und Berner vom Projekt halten
Aus Regional Diagonal vom 06.02.2021.
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Kunstwettbewerb lanciert Kunst am Bundeshaus: Gute Idee oder «unnötiger Luxus»?

An der Fassade des Bundeshauses soll ein modernes Kunstwerk angebracht werden. Kostenpunkt: eine halbe Million Franken.

15 Künstlerinnen und Künstler haben bis Ende September 2021 Zeit, ihre Ideen für Kunst am Bundeshaus zu entwerfen. Konkret geht es um die Nordfassade des Bundeshauses; der prominenten Fassade, die vom Bundesplatz gut zu sehen ist. Unter dem Dach gibt es ein grosses Dreieck aus Sandstein, 23 Meter breit, 4 Meter hoch. Es ist derzeit leer, was sich nun aber ändern soll.

Bundeshaus
Legende: Das Dreieck an der Fassade ist derzeit leer. Es soll ausgeschmückt werden. Keystone

Beim Bau vor gut 100 Jahren war nämlich geplant, das Dreieck auszuschmücken. Der Ausführungsplan, welcher dem Bundesrat 1894 vorgelegt wurde, sah für das Dreieck eine Darstellung der damaligen 22 Kantone vor.

Bundeshaus
Legende: Vom Bundesrat im Jahr 1894 unterzeichneter Ausführungsplan. Gut zu erkennen sind die Verzierungen im Dreieck oberhalb der Hauptfassade. Archiv Bundesamt für Bauten und Logistik

Bei der Einweihung des Gebäudes 1902 war das sogenannte Tympanon jedoch noch immer nicht verziert. «Weshalb, weiss man nicht», sagt Hans Rudolf Reust. Er ist Präsident der Kunstkommission des Parlamentsgebäudes.

Bundeshaus
Legende: Auch bei diesem Entwurf von Augusto Guidini von 1906 sind Verzierungen vorgesehen. Bundesamt für Kultur

Die sogenannte Verwaltungsdelegation des Parlaments ist für die Kunst im und am Bundeshaus verantwortlich. Sie hat beschlossen, einen Wettbewerb durchzuführen und dafür 100'000 Franken freigegeben. Für die Planung und Realisierung des Kunstprojekts stehen weitere 400'000 Franken zur Verfügung.

Denkmalpflege involviert

Eine Jury aus fünf Mitgliedern entscheidet im Oktober über die Projekte. Es sind Personen der Kunstkommission des Parlamentsgebäudes sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Kunst, Architektur und Denkmalpflege dabei. Anschliessend ist die Verwaltungsdelegation an der Reihe. Der Glarner Ständerat Thomas Hefti (FDP) wird das Jurypräsidium übernehmen.

Bei den Bernerinnen und Bernern kommt die Idee unterschiedlich an. «Das ist unnötiger Luxus», sagt ein Passant und weist darauf hin, dass kaum jemand die Fassade genau ansieht. Ein jüngerer Mann findet die Idee interessant: «Schön wäre, wenn die Kunstwerke jährlich wechseln und es so Abwechslung gibt». Eine Frau wünscht sich etwas in rosaroter Farbe, verziert mit Gold. Ein Mann bemerkt, dass die Berner Fahne am Bundeshaus fehlt.

Rosarote Verzierungen oder die Berner Fahne: Was ist möglich? Theoretisch alles, sagt der Präsident der Kunstkommission des Parlamentsgebäudes, Hans Rudolf Reust. Doch: «Die Künstlerinnen und Künstler gehen die Sache respektvoll an» – weshalb es besonders ausgefallene Ideen wohl schwer haben dürften.

Diese Künstlerinnen und Künstler machen mit

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  • !Mediengruppe Bitnik
  • Ariane Epars
  • Sylvie Fleury
  • Luca Frei
  • Renée Levi
  • Sarah Margnetti
  • Uriel Orlow
  • Mai-Thu Perret
  • Boris Rebetez
  • Ugo Rondinone
  • Christoph Rütimann
  • Pascal Schwaighofer
  • Shirana Shahbazi
  • Axelle Stiefel
  • Hanna Weinberger

Am 12. September 2023, zum 175. Jubiläum der Schweizerischen Bundesverfassung, soll das zeitgenössische Kunstwerk fertig sein.

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 04.02.2021, 12:03 / 17:30 Uhr;

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110 Kommentare

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  • Kommentar von alfred maurer  (zeitgeist)
    kunst braucht keinen sinn!
  • Kommentar von Patricia Mutaleno  (Patricia Mutaleno)
    Klar, Künstler wollen auch leben. Aber bevor man sich Gedanken darüber macht das Bundeshaus zu verschönern, haben wir andere Probleme. Oder nicht? Die sollten sich lieber dafür einsetzen, dass Selbstständigen bei der Mietzahlung geholfen wird und die Wirtschaft stärken. Wenn dann alles wieder normal ist, kann man gerne das Bundeshaus verschönern. Aber sicher nicht jetzt!
    1. Antwort von Walter Matzler  (wmatz)
      Künstler wollen auch leben. Ja aber ich habe nirgends gelesen, dass ihnen das Arbeiten verboten worden ist, währenddem hunderttausende von Mitbürgern nicht mehr arbeiten dürfen und viele arbeitslos geworden sind. Ich sehe nicht ein, dass Künstler generell mit öffentlichen Geldern subventioniert werden müssen, einfach weil sie sich Künstler nennen. Wer seine Kunst nicht verkaufen kann, muss halt anderswo arbeiten gehen wie alle anderen auch.
  • Kommentar von Urs Petermann  (Rhf)
    Die Arbeit im Innern des Bundeshauses ist wichtiger, als eine Neugestaltens Fassage. Oder ganz nach Jeremias Gotthelf (1797-1854): „Im Hause muss beginnen, was leuchten soll im Vaterland“
    1. Antwort von Urs Petermann  (Rhf)
      Sorry! ... als eine neugestaltete Fassade ...