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«Wir sind dringendst auf eine angemessene Label-Prämie angewiesen, n», sagt Meinrad Pfister von Suisseporcs
Aus Kassensturz vom 02.06.2020.
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Label-Fleisch unter Druck IP-Suisse und Coop Naturafarm: Gleichwertige Labels ab 2021

Das Coop-eigene Label Naturafarm spannt künftig mit IP-Suisse zusammen. Für die Produzenten hat dies Konsequenzen.

Ab 2021 übernimmt IP-Suisse die Verantwortung und die Kontrolle beim Label Coop Naturafarm Schweinefleisch. Die Kriterien sollen für beide Labels gleich werden.

Bisherige IP-Suisse-Produzenten werden deshalb ab dem nächsten Jahr neu durch den Schweizer Tierschutz unangemeldet kontrolliert und erhalten mehr Tierwohl-Auflagen. Wie zum Beispiel permanenten Auslauf für alle Schweine und Abkühlung ab 25 Grad sowie durchgehende Beschäftigung. Die Coop-Naturafarm-Produzenten müssen im Gegenzug neu zusätzlich Biodiversitätsauflagen erfüllen.

Offen bleibt, ob die Label-Prämie für die Produzenten dem Zusatzaufwand entsprechend angehoben werden wird.

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Bauern haben das Nachsehen

Für ihre Investitionen und die Mehrarbeit erhalten die Bauern von den Abnehmern die Label-Prämie. Diese beträgt derzeit bei IP-Suisse rund 30 Rappen, bei Coop Naturafarm rund 50 Rappen pro Kilogramm Schlachtgewicht.

«Wir sind dringendst auf eine angemessene Label-Prämie angewiesen, denn sonst machen die Produzenten nicht mehr mit. Weil, die höheren Investitionen und die höheren Kosten müssen wir abgegolten haben», sagt Meinrad Pfister vom Schweizerischen Schweinezucht- und Schweineproduzentenverband Suisseporcs.

Mit dieser Forderung steht er nicht allein da. Auch der Schweizer Tierschutz verlangt vom Detailhandel, Label-Produzenten besser zu entschädigen: «Ein Problem ist, dass die Preise immer mehr gedrückt werden für die Bauern. Bauern kriegen immer weniger für die wichtige Arbeit, die sie machen. Sie können nicht mehr investieren in Ställe», sagt Cesare Sciarra.

Das sagen die Detailhändler

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  • Coop schreibt «Kassensturz», sie hätten mit 70 Prozent nach wie vor den höchsten Label-Anteil beim Schweinefleisch. Und auch 2021 werde man die aktuelle Abnahmemenge garantieren. Am Label-Fleisch würde Coop unter dem Strich nicht mehr verdienen als am konventionellen Fleisch.
  • Migros unterstütze als grösste Abnehmerin von Schweizer Label-Schweinefleisch die Schweinebauern in hohem Masse, trotz rückgehender Nachfrage, schreibt die Detailhändlerin. In Bezug auf das Label Terrasuisse schreibt Migros, man habe die Zuschläge über all die Jahre überwiegend stabil gehalten. Zur Marge will sich Migros nicht äussern.

Dies habe zur Folge, dass immer mehr Bauern sich überlegen würden, keine Label-Tiere mehr zu halten. «Für viele ist es schlichtweg frustrierend, wenn sie sich Mühe geben, Herzblut reinstecken und nichts rausschaut finanziell», sagt Cesare Sciarra.

Rückläufige Nachfrage macht auch vor dem Label-Fleisch nicht Halt

Derzeit stammen rund 30 Prozent des Schweizer Schweinefleischs aus der Label-Haltung. Die Grossverteiler haben in den letzten Jahren aber insgesamt über 200'000 Schweine weniger abgenommen. Sie erklären es damit, dass der Schweinefleischkonsum in den letzten 20 Jahren um 20 Prozent zurückgegangen sei.

Kassensturz, 02.06.2020, 21.05 Uhr

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Suhlen und frische Luft – so fühlen sich Schweine wohl. Doch bei über 1'300'000 oder mehr Schweinen in der Schweiz können nicht alle so leben. Trotzdem darf dies keine Entschuldigung sein für die Bedingungen, die in der Schweinemast anzutreffen sind und die sich teilweise nahe an der Grenze zur Tierquälerei bewegen. Die miesen Zustände in Schweinemast-Betrieben müssen aufhören. Mehr Respekt und Tierwohl und für die Tiere. Haben wir zu viele Mastbetriebe? Resultiert daraus das Billigfleisch?
  • Kommentar von Lukas Gubser  (Mastplast)
    Beendet endlich die Freigrenzen für jeglichen Fleischimport und auch grad für andere Tierprodukte. Solange Kotletten für 3.99.-€/Kg einfach so eingeführt werden können ändert sich auch hier nichts, viele Anbieter in der Schweiz können die Naturafarm und co. Produkte wegen der Billigkonkurenz gar nicht mehr absetzten und streichen die Labels. Bauern müssen für ihren Mehraufwand gegenüber dem Ausland aber auch bezahlt werden.
    BioRind kostet bei coop 30.-/kg mehr der Bauer erhält davon 0.50.-/kg.
  • Kommentar von Ulrich Thomet  (UTW)
    Es gibt mehr preissensible Konsumenten als kommuniziert wird. Die Labelprodukte bleiben im Regal. Der Import von Billigfleisch durch Einkaufstouristen war bis zum Lockdown stetig zunehmend.
    Die Detaillisten bestimmen auch, was angeboten wird. Beispiel Weiderind/Weidefleisch: Die Migros Aare IP Weidebeef aus dem Sortiment gekippt. Bell hat Abnahmeverträge mit Weidefleischproduzenten gekündigt.
    Gleichzeitig wird irisches Weidebeef, zu "astronomischen" Preisen, beworben und offenbar gekauft.