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Gross-Offensive für Elektroautos
Aus Regionaljournal Basel Baselland vom 13.04.2021.
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Ladestationen ausbauen Elektroautos sollen in Basel stärker gefördert werden

Basel will die klimafreundlicheren Elektroautos fördern und plant deshalb, die Ladeinfrastruktur massiv auszubauen.

In der Schweiz wird knapp ein Prozent aller Autos rein elektrisch angetrieben. In Basel-Stadt ist der Anteil nur etwas höher. Doch beinahe jedes zehnte Auto, das in Basel neu in den Verkehr gebracht wird, ist ein Elektroauto. Damit sich dieser Trend weiter verstärkt, will der Kanton zusätzliche Ladestationen installieren.

Die Ladeinfrastruktur ausbauen

Am Mittwoch hat das Kantonsparlament den Plänen der Regierung grünes Licht gegeben. In den nächsten fünf Jahren werden bei Parkfeldern in den Quartieren 200 Ladestationen gebaut – aktuell gibt es auf dem Kantonsgebiet deren 69. Die Regierung rechnet mit Kosten von über zehn Millionen Franken.

Doch der Grosse Rat will noch deutlich weiter gehen und hat einen Vorstoss der Umwelt-, Verkehrs- und Energiekommission angenommen. Diese will, dass der Kanton 1000 weitere Ladestationen in den staatlichen Parkhäusern baut. Nochmals 3000 sollen so rasch wie möglich von privaten Parkhausbetreibern und Einstellhallenbesitzerinnen installiert werden – dank eines Förderprogramms.

Die Basler Vorlage im Detail

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Das Basler Parlament hat sich dafür ausgesprochen, dass der Kanton bis 2026 in Basel 200 Ladestationen in der blauen Zone, sprich auf öffentlichen Parkplätzen, bauen soll. Und zwar dort, wo Privatpersonen und das Gewerbe einen Bedarf anmelden.

Ausserdem stimmte der Grosse Rat am Mittwoch ebenfalls einer Motion der Umwelt-, Verkehrs- und Energiekommission (UVEK) zu, die darüber hinaus fordert, dass der Kanton in den staatlichen Parkhäusern zusätzlich 1000 Ladepunkte zur Verfügung stellen soll.

Ausserdem will man private Parkhausbetreiber sowie Besitzerinnen von Abstellplätzen dank eines Förderprogramms zum Bau weiterer insgesamt 3000 Ladepunkte motivieren.

Finanziert werden soll das Ganze durch den Zuschlag von wenigen Rappen auf den Strom an der Ladesäule. Im Gegenzug soll dieser von der Lenkungsabgabe befreit werden.

Käufer wollen Autos aufladen können

Diese Ausweitung sei sinnvoll, findet Aenneas Wanner von Energie Zukunft Schweiz. Denn die Allmend oder die Parkhäuser, wo Privatpersonen einen Parkplatz mieten, seien Orte, wo Autos die meiste Zeit stünden, so Wanner: «Es ist wichtig, dass es dort auch eine Ladeinfrastruktur hat.»

Tatsächlich sei die fehlende Infrastruktur der ausschlaggebende Grund, weshalb sich Leute gegen ein Elektroauto entscheiden, bestätigt Christoph Schreyer, Leiter energieeffizienter Verkehr beim Bundesamt für Energie.

Klimaziele beim Verkehr erreichen

Der Ausbau der Ladeinfrastruktur von staatlicher Seite sowie das Förderprogramm für Private erhielt im Basler Parlament breiten Zuspruch. Opposition gab es einzig von der Liberal-demokratischen Partei (LDP) und der SVP.

Beide kritisierten, dass man mit dieser Offensive auf Strom als einzigen klimafreundlichen Energieträger fokussiere und Alternativen von Anfang an ausschliesse. Zudem seien Elektroautos auch nicht klimaneutral. Insbesondere bei der Produktion und bei der Entsorgung der Batterien würde viel CO2 entstehen.

Die Klimabilanz von Elektroautos

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Wer mit einem Elektroauto unterwegs ist, produziert praktisch keine Emissionen und sorgt somit für eine verbesserte Luftqualität in der Stadt. Dennoch belasten auch Elektroautos die Umwelt und das Klima.

Insbesondere bei der Produktion der Batterie werden Rohstoffe gebraucht und Treibhausgase produziert. Das Klima belasten die E-Autos auch am Ende ihres Lebens, wenn ihre Batterie entsorgt wird.

Entscheidend ist die Stromquelle

Dennoch fällt die Ökobilanz der rein elektrisch betriebenen Autos deutlich besser aus, als jene von Diesel- und Benzinautos, wie jüngst eine Untersuchung der Hochschule Trier, Link öffnet in einem neuen Fenster zeigte.

Wie bereits in früheren Studien kamen die Forschenden zum Schluss, dass die Ökobilanz von Elektroautos umso besser ausfällt, je mehr Strom aus nachhaltigen Energiequellen für die Produktion der Autobatterie und zum Aufladen verwendet wird, z.B. Strom aus Sonnenenergie anstatt aus Kohlekraftwerken.

Dem hielten die anderen Parteien entgegen, dass man die Klimaziele im Verkehr nur erreichen könne, wenn die Elektromobilität Benzin- und Dieselautos verdränge. Von ganz links bis zur FDP stellten sich die Parteien hinter die Vorlagen.

Für das Grün-Alternative Bündnis war ausschlaggebend, dass mit den beschlossenen Massnahmen nicht Menschen zum Kauf eines Elektroautos motiviert werden, die bisher gar kein eigenes Auto hatten. Für die FDP, dass für die Förderung keine Steuergelder verwendet werden sollen.

Nachhaltiger Strom dank Sonnenenergie

Sollten die geplanten Fördermassnahmen Früchte tragen und in Basel-Stadt in den nächsten Jahren tausende neue Ladestationen entstehen, dann sei man gewappnet, heisst es seitens der Stromnetzbetreiber IWB.

«Wir haben untersucht, ob der nachhaltige Strom ausreicht und ob das Netz dem Ausbau der E-Mobilität standhält», sagt Sprecher Erik Rummer. Insbesondere der Ausbau der Fotovoltaik in Basel, aber auch in den Alpen und im Ausland werde dazu führen, dass man auch längerfristig genügend Strom aus nachhaltigen Quellen habe.

Regionaljournal Basel, 13.03.2021, 17.30 Uhr

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Mike Steiner  (M. Steiner)
    Auch hier gilt: der positive Umweltaspekt eines jeden Elektroautos (bei blauäugiger Betrachtung...) ist innert eines Fingerschnippens wieder durch das Wachstum überkompensiert. Ich kann die Sache einfach nicht mehr ernst nehmen. Es ist heuchlerisch und dumm.
    1. Antwort von Thomas Hanhart  (Thomas63)
      Kein Auto ist sicher besser, kein Computer, Smartphone und alles Plastikzeugs auch. Dass man Wachstum neu denken und seine Grenzen einsehen muss, ist mir schon seit dem Bericht des Club of Rome vor fünfzig Jahren klar. Aber man muss trotzdem realistisch sein. Reduce, Reuse, Recycle und viel langlebigere Produkte sind die Kernthemen, die uns beschäftigen müssen. Ich kaufe privat z.B. nur noch refurbished Devices, also gebrauchte Smartphones und Tabletts und auch mein E-Auto ist eine Occasion.
  • Kommentar von Andy Gasser  (agasser)
    Die Steuer für Verbrenner sollte ein Multiplikator aus Gewicht und Hubraum sein. Idealerweise kostet so ein Dinosaurier SUV wie ein Porsche Cayenne dann über 10'000 CHF Pro Jahr. Mit diesem Geld kann dann die Elektromobilität gefördert werden und der Ausbau von erneuerbaren Energieträger vorangetrieben werden.
  • Kommentar von Uwe Frings  (Baggi)
    ...hört endlich auf mit der E-Mobilität! Nichts ist durchdacht:
    Alle schreien nach Elektoautos und gleichzeitig müssen die AKW-s weg. Wer bastelt uns den Strom?
    Landschaften werden im Kongo für das nötige Kobalt der Batterien zerstört. Was machen wir, wenn in 30 Jahren Millionen von Akkus entsorgt werden müssen? Vergraben oder retour nach Afrika...???
    Überlegt bitte ein bisschen weiter....
    1. Antwort von Andy Gasser  (agasser)
      Was ist die Alternative? Verbrenner? Wohl kaum. Öl und dessen Förderung und Raffinierung ist in jedem Fall schlechter als Akkus.
    2. Antwort von Jürg Suter  (Sut)
      Die Politik merkt, dass es Stunden resp. Tage und Wochen gibt ohne Sonne und Wind. Die co2 freien AKW will man in der Schweiz und Deutschland abschalten.
      Die bis anhin co2 freie Produktion von Strom wird zukünftig durch Gaskraftwerke ersetzt. Gaskraftwerke können sehr schnell gebaut werden. Man kann also Zuwaten, bis der erste Strommangel im Winter auftritt.
      Zum Glück kommt der Strom der aus der Steckdose kommt, ohne Kennzeichnung. Man kann im Notfall auch polnischen Kohlestrom kaufen.
    3. Antwort von Jürg Suter  (Sut)
      Man sollte endlich die schweren Benzinschleudern von unseren Straßen verbannen. Für die Autobauer eigentlich kein Problem ein 4 Liter Auto zu bauen. Es brauchte aber Zwang. Am E Auto oder SUW verdient die Autobranche heute mehr.
    4. Antwort von Thomas Hanhart  (Thomas63)
      @Fringgs: Kobalt wird zu 95% gemeinsam mit Nickel und Kupfer abgebaut. Aktuell werden 5% des weltweit geförderten Kobalts für E-Autos verwendet, der Rest für andere industrielle Anwendungen. Aber erst Dank der E-Auto Diskussion wird jetzt viel genauer hingeschaut und die meisten Autohersteller kaufen mittlerweile nur noch bei zertifizierten Minen ein oder verwenden bereits kobaltfreie Komponenten.
      Es ist wirklich ein ziemlich schräger Witz, die Ausbeutung Afrikas am E-Auto festzumachen.
    5. Antwort von Uwe Frings  (Baggi)
      Herr Hanhart!
      ...möglicherweise haben Sie recht, dass nur wenige % Kobalt für E-Autos gebraucht werden. Aber sie werden gebraucht...!
      Aber die Entsorgung der Batterien ist nicht durchdacht, der immer steigenden Strombedarf ist auch nicht gelöst! Man sollte auch nicht ein Übel (Brennstoff) mit einem anderen Übel (Strom, Akkus) ersetzen, sondern weiter forschen und entwickeln um etwas Echtes zu erreichen!
      Vielleicht doch mehr Richtung Wasserstoff...?!