Lokführer ehren verstorbenen Kollegen

Lokführer gedenken ihres verunglückten Kollegen am Freitag mit einer aussergewöhnlichen Aktion: Zu Beginn der Beisetzung in Genf um 14 Uhr wollen sie schweizweit einen Pfiff mit der Lokpfeife abgeben.

Zu diesem Zeitpunkt dürften auf dem Schweizer Schienennetz rund 3000 Züge unterwegs sein. Dies sagte Hubert Giger, Präsident des Verbands Schweizer Lokomotivführer (VSLF).

«Wenn in allen Tälern, Landschaften und Bahnhöfen gleichzeitig die Pfeife ertönt, ist das ein eindrückliches Signal für die Solidarität mit dem Verunglückten», sagte Giger. Seinen Angaben zufolge ist in der Schweiz seit rund 25 Jahren kein Lokführer mehr ums Leben gekommen.

Der 24-jährige Franzose, der in Payerne (VD) wohnte, war erst seit wenigen Monaten Lokführer. Er starb, als am Montagabend in Granges-près-Marnand (VD) zwei Züge frontal zusammenstiessen. Im Verdacht, den Unfall verursacht zu haben, steht der Lokführer des anderen Zugs. Er sprang vom Zug und überlebte.

Der Beerdigung bei Genf werden auch SBB-Konzernchef Andreas Meyer sowie eine grosse Delegation der SBB beiwohnen, wie ein Sprecher sagte.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Leuthard zur Zugsicherheit

    Aus Tagesschau vom 1.8.2013

    Das Zugunglück bei Payerne, die Frontalkollission zweier Züge mit Dutzenden von Verletzten und einem Toten Anfang Woche, dieses Unglück verunsichert die Bahn-Passagiere. Erstmals hat nun Verkehrsministerin Doris Leuthard Stellung genommen.