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Schweiz Lucies Mörder wehrt sich gegen lebenslängliche Verwahrung

Die Verteidigung des Mörders des Au-pair-Mädchens Lucie will gegen das Urteil des Obergerichts Beschwerde erheben. Nun muss sich das Bundesgericht erstmals mit lebenslänglicher Verwahrung befassen.

Ein Bild der damals 16jährigen
Legende: Die Familie und Angehörige trauerten 2009 um Lucie: Ein Bild der damals 16jährigen. Keystone

Das Bundesgericht muss sich nun mit der Frage befassen, ob der rechtskräftig verurteilte Mörder des Au-pair-Mädchens Lucie lebenslänglich verwahrt wird.

Der amtliche Pflichtverteidiger des Mörders teilte mit, er werde definitiv im Namen seines Klienten gegen das Urteil des Obergerichts beim Bundesgericht Beschwerde führen.

Das Obergericht hatte den Mann im Oktober zu einer lebenslänglichen Verwahrung verurteilt. Damit verschärfte die zweite Instanz das Urteil des Bezirksgerichtes Baden.

Neben einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe hatte das Bezirksgericht den Schweizer lediglich zu einer ordentlichen Verwahrung verurteilt. Dagegen reichten der Staatsanwalt und Privatkläger Berufung ein. Die Verteidigung hatte das Urteil akzeptiert.

Brutaler Mord

Der arbeitslose und drogenabhängige Koch hatte die 16jährige Freiburgerin 2009 in Zürich mit dem Versprechen geködert, Modelaufnahmen von ihr zu machen. Am 4. März 2009 brachte er das Mädchen in seiner Wohnung in Rieden bei Baden (AG) um.
 
An der Leiche wurden auch Urin- und Spermaspuren gefunden. Gemäss Obergericht spielten sexuelle Handlungen beim Tötungsdelikt mit. Es verurteilte den Mörder auch wegen Störung der Totenruhe.

Legende: Video Weiterkämpfen für Lucie abspielen. Laufzeit 47:22 Minuten.
Aus DOK vom 11.07.2012.

Lebenslängliche Verwahrung

Das Bundesgericht hat erstmals Rechtsbegriffe wie «dauerhaft nicht therapierbar» zu klären.

Die Nichttherapierbarkeit ist eine Voraussetzung für eine lebenslängliche Verwahrung. Das Obergericht definierte die Begriffe «dauerhaft» und «langfristig» mit mindestens 15 Jahren. Das Gericht stützte sich auf Aussagen von zwei psychiatrischen Gutachtern.

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17 Kommentare

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  • Kommentar von Urs Dupont, Küsnacht
    Solche Kreaturen kosten Millionen an Steuergeldern und auch für den Gang vor's Bundesgericht muss der Steuerzahler nochmals zusätzlich sehr viel Geld auf den Tisch legen inkl. für die sicher nicht billigen Anwälte. Immer mehr Geld für Verbrecher, Asylanten, Asoziale etc.. Kein Wunder, bleibt für den "normalen" Bürger immer weniger Geld übrig und muss deshalb z.B. für den Ausbau der Infrastruktur zusätzlich belastet werden (höhere Steuern, KK Prämien, SBB Ticketpreise, Vignettenprei...
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  • Kommentar von David Rothen, Bern
    Es gibt keine Kuscheljustiz in der CH, dies ist eine Erfindung der Rechtspopulisten. Jeder Mensch hat Recht auf einen fairen Prozess, sei es noch so ein Schrecklicher. Dies ist eine zentrale Grundlage unseres Rechtstaates. Das härtere Strafen Morde verhindern sollten ist eine Mär; wer Mörder wird denkt nicht mehr über Strafe nach: selbst wenn wir Mörder rädern würden, würde es nicht weniger Morde geben. Die Frage ist vielmehr, mit welcher Ethik wir solchen Verbrechen entgegentreten solle...
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    1. Antwort von Vreni Müller, Chur
      Ja, Herr Rothen aus Bern. Sie finden, unsere Gefängnisse sind hart? Schauen sie mal in ihrer geliebten EU. Schauen sie mal die Gefängnisse in Italien/Bulgarien/Rumänien/Griechenland an. Alles SUPER EU-Länder. Sie sollten sich schämen, Herr Rothen, dass sie den Mörder schützen und das Opfer verhöhnen. Sie und ihre Freunde von der Reithalle sind ja ein Beispiel für die Gesellschaft....!
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    2. Antwort von Max, vevey
      Was ist ein fairer Prozess ? Im in diesem Fall hatte Lucie auch recht auf einen solchen ?Verhindern kann man solche Morde nicht, aber wenigstens den nächsten zeigen dass er etwas riskiert..nämlich lebenslanges entfernen von der Gesellschaft! Alles andere ist kuscheljustitz!!
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  • Kommentar von Walter Schwarb, Ueken
    Doch, unsere Gefängnisse sind Hotels, mit allem Komfort. Ein solcher Mörder hat es def. verwirkt, weiterhin nur ansatzweise anständig behandelt zu werden, er soll das, was er den Steuerzahler kostet, in Fronarbeit wieder zurückgeben müssen, und das lebenslänglich, das heisst nicht 15 Jahre, sondern endgültig lebenslänglich, ganz einfach.
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