Lücke im Sicherheitssystem von Skyguide

Am Mittwoch ging ein Fehlalarm bei Skyguide ein. Die Folge: Nicht nur viele zivile Flugzeuge mussten den Schweizer Luftraum verlassen. Auch Militärflieger mussten eine Viertelstunde lang vom Himmel. Was wäre, wenn dies wieder passierte – etwa während des WEF in Davos?

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Lücke im System?

2:54 min, aus Schweiz aktuell vom 18.1.2013

Seit 2001 übernimmt die zivile Flugsicherung Skyguide auch die militärische Luftraumüberwachung. Die sogenannten Jagdleiter, welche die Militärjet-Piloten auf ihren Trainingsmissionen und bei Einsätzen betreuen, sind allesamt bei Skyguide angestellt und operieren auch aus dem Skyguide-Gebäude bei Dübendorf (ZH). 

Auch Militärflugzeuge mussten landen

Beim Fehlalarm vom Mittwoch mussten auch diese Jagdleiter ihre Posten räumen, weshalb die Sperrung des Luftraums auch die Luftwaffe betraf. Zur Zeit des Fehlalarms befanden sich laut Skyguide zwei Trainingsflugzeuge des Typs PC-21 in der Luft. Diese mussten ihre Mission umgehend abbrechen und landen. 

Da es sich nur um Trainingsflüge handelte, blieb der Befehl zur Räumung des Luftraums in diesem Fall ohne grössere Folgen. Was aber, wenn ein solcher Alarm zu einem kritischen Zeitraum eingegangen wäre – beispielsweise während des Weltwirtschaftsforums in Davos?

Die Luftwaffe ist dann für den Luftraum über Davos verantwortlich, die Piloten müssen um jeden Preis oben bleiben. Ohne die Kommandos aus Dübendorf wären sie zum grossen Teil auf sich selber angewiesen – eine Lücke im System.

Idee: «Kriegsstandort»

Deshalb fordert SVP-Nationalrat und Vize-Präsident der sicherheitspolitischen Kommission Thomas Hurter gegenüber der Sendung «Schweiz Aktuell» ein Backup der Luftraumüberwachung für den militärischen Betrieb, um die Sicherheit zu erhöhen.

Hurter schlägt als mögliche Lösung einen «Kriegsstandort» vor: Dieser könnte in einer Art Standby betrieben werden und wäre im Ernstfall in der Lage, innerhalb von ein paar Minuten zu übernehmen. «Diese Idee hätte natürlich Kosten zur Folge – aber man wird darüber diskutieren müssen.» Hurter meint weiter, dass eine solche Absicherung politisch gesehen Sinn mache.

Geheime Orte für Backup

Die Grundlagen für ein solches System, wie es von Hurter gefordert wird, gibt es bereits. Dies sagt Peter Bruns, Oberstleutnant in der Schweizer Armee und Chef der Operationszentrale in Dübendorf.

Allerdings fehlt es an Personal, um diese parallel zu betreiben. Bis das System einsatzbereit wäre, würde es allerdings eine Weile dauern. «Wir hätten aber innerhalb von Stunden unser Backup in Betrieb. Dafür haben wir geschützte Anlagen, welche wir sofort beziehen könnten», so Bruns. Wo diese Anlagen genau sind, ist geheim.