Zum Inhalt springen
Inhalt

Schweiz Mali: Geschändete Kulturgüter dank der Schweiz wieder aufgebaut

Immer wieder zerstören Islamisten aus Überzeugung wertvolle Kulturgüter – so auch vor rund zwei Jahren in Mali. Der Wiederaufbau der Mausoleen kommt voran, kostet aber Millionen. Hauptspenderin dabei: die Schweiz.

Eine antike Türe eines Mausoleums liegt auf einer Schutthalde
Legende: Nach dem zerstörerischen Feldzug von Islamisten 2013 gingen wertvolle und antike Kulturgüter in die Brüche. Reuters

Islamisten zerstören wertvolle Weltkulturgüter und berufen sich darauf, dass die bildliche Darstellung von Menschen und Gott verboten seien. Ein zerstörerischer Feldzug fand unter anderem 2012/2013 in Mali statt. Dank ausländischen Spendern konnten die Schätze jedoch teilweise wieder aufgebaut werden. Das Geld dafür stammt überwiegend aus der Schweiz.

Die Schweiz leistet eine Million Franken an die Wiederherstellung von 14 Mausoleen in der malischen Wüstenstadt Timbuktu. Vier der von Islamisten zerstörten Monumente sind bereits rekonstruiert, die übrigen sollen bis im Juli folgen.

Die UNO-Kulturorganisation Unesco geht davon aus, dass bis Ende Juli der Wiederaufbau der restlichen zehn Mausoleen abgeschlossen ist, wie Marcel Stoessel vom Büro der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) in Mali sagte.

14 Mausoleen zerstört

Während der Besetzung der Region durch Dschihadisten von März 2012 bis Januar 2013 wurden 14 der 16 Mausoleen beim Unesco-Weltkulturerbe zerstört. Die Unesco erarbeitete danach in Zusammenarbeit mit den malischen Behörden ein Programm zum Wiederaufbau, das unter anderem die Schweiz und die EU finanzieren.

Die Gesamtkosten des Programms belaufen sich auf elf Millionen Dollar, wobei allerdings erst Spendenzusagen über drei Millionen Dollar vorliegen. Unterstützt wird das Projekt auch von Norwegen, den Niederlanden, Bahrain, Kroatien, Mauritius und Andorra. Acht Millionen Dollar fehlen noch.

Schriftstücke erhalten

Nebst der Rekonstruktion der Mausoleen und zerstörten Moscheen sollen auch beschädigte Privatbibliotheken wiederaufgebaut und alte Manuskripte gerettet werden. Unter dem Einsatz traditioneller Techniken sollen die rekonstruierten Grabstätten den Originalen nachempfunden sein.

Der Beginn der Restauration sei eine wichtige Etappe, sagte der Unesco-Vertreter in Mali, Lazare Eloundou Assomo. «Wer ein Mausoleum zerstört, zerstört die Geschichte», sagte er Radio RFI. Der Wiederaufbau gebe der Bevölkerung Timbuktus Würde zurück und trage zum Frieden bei.

Die Bauarbeiten zur Rekonstruktion sind auch ein wirtschaftlicher Faktor: Es werden etwa lokale Maurer beschäftigt, 140 Stellen wurden insgesamt geschaffen.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

2 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Christina Bernegg, Horw
    Ein guter Artikel,so erfahren wir wenigstens Scheibchenweise wo unsere Steuergelder eingesetzt werden.Aber es sagt uns auch,dass die Bürger von unserer Regierung nicht mehr wahrgenommen werden.Denn Millionen nach Mali zu verschenken und viele Rentner mussten sich mit SR.7.- mehr Rente zufrieden sein.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Hans König, Häusernmoos
    Die CH spendet und die Islamisten zerstören usw. usw., Bevor man die Kulturgüter aufbaut, sollte die CH den Menschen vor Ort helfen, damit es diesen besser geht. Menschen, welche nicht hungern müssen und es ihnen etwas besser geht als heute, sind bereit, sich gegen Gewalt zur Wehr zu setzen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen